23. August 2020 / 13:33 Uhr

Kehrtwende: UEFA-Chef Ceferin schließt Finalturniere nicht mehr aus – Modus mit einem Spiel "interessanter"

Kehrtwende: UEFA-Chef Ceferin schließt Finalturniere nicht mehr aus – Modus mit einem Spiel "interessanter"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
UEFA-Präsident Aleksander Ceferin kann sich Finalturniere wie in diesem Jahr auch in den kommenden Jahren vorstellen.
UEFA-Präsident Aleksander Ceferin kann sich Finalturniere wie in diesem Jahr auch in den kommenden Jahren vorstellen. © Getty Images/imago images (Montage)
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Eigentlich hatte Aleksander Ceferin Veränderungen am Modus der Champions League ausgeschlossen. Nun rudert der UEFA-Präsident zurück und kann sich dauerhaft Finalturniere vorstellen, wie sie in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie ausnahmsweise ausgetragen werden.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin denkt über einen möglichen Verzicht auf Hin- und Rückspiele im Europapokal nach und kann sich eine dauerhafte Einführung von Finalturnieren offenbar doch vorstellen. Das System mit einem Duell pro Begegnung erscheine "interessanter", sagte der Chef des Ausrichters der Champions League und der Europa League der Nachrichtenagentur "AP" am Sonntag.

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Es sei allerdings "ziemlich kompliziert, ein Final 8 im Kalender unterzubringen. Aber wir haben gesehen, dass die Menschen spannende Spiele wollen, dass in einem Spiel jedes Team in der Champions League oder Europa League jedes Team schlagen kann", sagte der Slowene. "Deshalb ziehen wir das für die Zukunft in Erwägung. Ich denke, im September oder Oktober müssen wir anfangen, ernsthaft zu sprechen."

Vor den Finalturnieren der Königsklasse in Lissabon und der Europa League in Nordrhein-Westfalen hatte Ceferin derartige Gedankenspiele noch ausgeschlossen. Die UEFA hatte ihre Europapokal-Wettbewerbe wegen der Coronavirus-Pandemie an jeweils einem Standort und komplett von den Viertelfinals an mit nur einem Duell zu Ende gebracht. Der bislang bekannte Modus ist bis 2024 weitgehend festgeschrieben.

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Eine Auswahl der Titelträger in der Champions League: Stefan Effenberg mit dem FC Bayern im Jahr 2001 (l.), Ronaldinho mit dem FC Barcelona im Jahr 2006 und Mohamed Salah mit dem FC Liverpool im Jahr 2019.  Zur Galerie
Eine Auswahl der Titelträger in der Champions League: Stefan Effenberg mit dem FC Bayern im Jahr 2001 (l.), Ronaldinho mit dem FC Barcelona im Jahr 2006 und Mohamed Salah mit dem FC Liverpool im Jahr 2019.  ©

"Man wäre für eine Woche im Zentrum der Aufmerksamkeit der ganzen Welt"

Bei einer Europapokal-Revolution müsste diskutiert werden, ab welcher Runde ein mögliches Finalturnier starten könnte. "Man wäre für eine Woche im Zentrum der Aufmerksamkeit der ganzen Welt und dies wäre fantastisch, aber wir müssen sehen", sagte Ceferin.

Zuletzt hatten sich mehrere Fußball-Größen für eine Reform des Modus ausgesprochen, darunter Ex-Bundestrainer Berti Vogts und der frühere Nationalspieler Dietmar Hamann. * "Im bekannten K.o.-Modus über zwei Spiele sehen wir zudem selten eine Verlängerung oder Elfmeterschießen. Dieses Spannungselement wird in einem Spiel viel mehr ausgereizt. Meiner Meinung nach sollte dieser Turniermodus weiter bestehen bleiben"*, sagte Hamann, der glaubt, dass mit einer Veränderung des Modus auch ein anderes Problem beseitigt werden könnte - die hohe Belastung von Spielern.

Wegen der Corona-Krise und der Verletzung der EM ins kommende Jahr werde "der Terminkalender in den nächsten zwei Jahren sehr dicht gedrängt sein", sagte Hamann. "Wir müssen daher genau schauen, dass wir Spiele einsparen können. Und diese Option wäre eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Es würde die Spieler entlasten, aber den Fans einen ganz besonderen Reiz und extrem viel Spannung zum Saisonfinale bieten."