18. März 2022 / 18:24 Uhr

Kein BVB-Profi im aktuellen DFB-Kader: Bundestrainer Flick erklärt Verzicht auf Dortmunder Spieler

Kein BVB-Profi im aktuellen DFB-Kader: Bundestrainer Flick erklärt Verzicht auf Dortmunder Spieler

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mo Dahoud, Nico Schulz und Emre Can wurden nicht von Bundestrainer Hansi Flick (v.l.) für die anstehenden Länderspiele nomniert.
Mo Dahoud, Nico Schulz und Emre Can wurden nicht von Bundestrainer Hansi Flick (v.l.) für die anstehenden Länderspiele nomniert. © IMAGO/Revierfoto/Getty Images (Montage)
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Die Formkurve von Borussia Dortmund zeigt nach oben. Der Tabellenzweite der Bundesliga hat sogar den FC Bayern wieder in Sichtweite. Im Kader der Nationalmannschaft steht jedoch überraschend kein einziger BVB-Profi. Bundestrainer Hansi Flick erklärte, wieso.

Erstmals seit vier Jahren steht kein Profi von Borussia Dortmund im Aufgebot der Nationalmannschaft. Bundestrainer Hansi Flick verzichtete in seinem jüngsten Aufgebot für die Testländerspiele am 26. März in Sinsheim gegen Israel und drei Tage später gegen die Niederlande in Amsterdam gänzlich auf Spieler des BVB.

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Dies habe jedoch "nichts mit fehlender Qualität zu tun, sondern ist der jeweiligen aktuellen Situation geschuldet", erklärte Flick. So wurden Mats Hummels und Marco Reus aus gesundheitlichen Gründen nicht berücksichtigt. "Mats war coronabedingt zuletzt nicht dabei, ich habe mit ihm telefoniert. Die zwei Wochen tun ihm nochmal gut."

Bei Reus, der dem BVB am Sonntag gegen den den 1.FC Köln noch fehlen wird, sei die Situation vergleichbar: "Er ist noch nicht so weit. Ich möchte Spieler dabeihaben, die möglichst alle Spiele machen können. Wenn er fit gewesen wäre, wäre er auf jeden Fall dabei gewesen. Er ist ein Spieler, den man immer gebrauchen kann", lobte Flick den Dortmunder Kapitän.

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Der Verzicht auf die weiteren Nationalspieler der Borussia habe derweil unterschiedliche Gründe. "Mo Dahoud war zuletzt zweimal dabei - wir wissen, was er kann", stellte Flick klar und fuhr fort: "Emre Can ist nicht so im Rhythmus, er muss immer wieder auf anderen Positionen spielen und stellt sich in den Dienst der Mannschaft, das fällt uns schon auf. Er ist für mich kein Innenverteidiger, auch wenn er seine Sache ordentlich macht."

Julian Brandt ist derweil der großen Konkurrenz in der Offensive zum Opfer gefallen: "Julian Brandt hat zuletzt nicht gespielt, aber er hat bei uns im November ein gutes Spiel gegen Armenien gemacht. Da war er sehr präsent, sehr viel unterwegs. Das ist das, was ich von ihm erwarte, weil er fußballerisch einfach sehr viele Optionen anbietet. Aber Julian Draxler, der beim letzten Mal ein erstes, richtig tolles Training gemacht und sich dann direkt danach verletzt hat, hat sich diese Chance verdient. Das habe ich Jule (Brandt) auch so mitgeteilt", so der Bundestrainer.

BVB-Trainer Rose hat Verständnis für Flick

BVB-Trainer Marco Rose äußerte Verständnis für Flicks Entscheidungen. "Für mich ist es nachvollziehbar und total okay", sagte er am Freitag. Er habe einen "guten Austausch" mit dem Bundestrainer.

Rose verwies dabei auf die derzeitigen Probleme der möglichen Dortmunder Nationalmannschafts-Kandidaten: "Es geht immer darum, was sieht der Bundestrainer und in welcher Form befinden sich die Spieler. Marco Reus ist krank. Mats Hummels kommt aus einer Krankheit und hat noch nicht wieder gespielt. Emre Can kommt aus einer Verletzung. Und Julian Brandt hat die letzten beiden Spiele nicht gespielt. Dann sind im Moment vom Tabellenzweiten nicht so viele Spieler dabei."

Zudem biete sich für Flick derzeit eine gute Gelegenheit für Experimente: "Ich glaube, dass im Jahr vor einem solchen Turnier der Bundestrainer immer viele Optionen testen möchte."