01. November 2017 / 09:16 Uhr

Kein einziger Transferflop: Ist Horst Heldt der Vater des 96-Erfolgs?

Kein einziger Transferflop: Ist Horst Heldt der Vater des 96-Erfolgs?

Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
<b>Horst Heldt</b>: Der Trainer hat heute wieder gut in die Trickkiste gegriffen. Er hat die Mannschaft sensationell eingestellt, er hat ihnen vor allem aber auch ein Rüstzeug gegeben, wie man in der Lage ist, gegen Dortmund zu bestehen. Wir haben immer wieder versucht, mit langen Bällen hinter die Kette zu kommen. Da sind die Dortmunder anfällig.
Horst Heldt kann sich über eine astreine Transferbilanz freuen, keine Selbstverständlichkeit in Hannover. © dpa
Anzeige

Zehn Spieltage sind gespielt und Hannover 96 steht auf Platz 4, hat bislang nichts zu tun mit dem Abstiegskampf. Gründe dafür gibt es viele - ein entscheidender ist aber die Transferbilanz. Denn die von Horst Heldt geholten Spieler haben eingeschlagen. Allesamt.

Diese Mannschaft macht den Fans im Moment richtig Spaß: Am Dienstag waren 500 Zuschauer bei einem normalen Training von Hannover 96 zu Gast. Am vergangenen Samstag gingen Tausende Anhänger nach dem 4:2-Feuerwerk gegen Dortmund glückstrunken nach Hause. Platz vier, 18 Punkte, 13 Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Es läuft bei 96.

Anzeige

Ein ganz entscheidender Punkt für den bisher sensationellen Saisonverlauf von Hannover sind die starken Transfers. Die Spieler, die der Club im Sommer geholt hat, haben alle eingeschlagen. Fünf der sechs Neuen standen gegen Dortmund auf dem Platz: Jonathas, Ihlas Bebou, Pirmin Schwegler, Julian Korb und Matthias Ostrzolek. Nur Torwart Michael Esser saß auf der Bank.

Heldt: "Es wird auch mal einer nicht passen"

„Die Transferentscheidungen sind die Basis dieser Entwicklung. Und den Mut kann man jetzt haben und deutlich sagen: Alle Entscheidungen haben sich bestätigt. Die Qualität ist da“, sagt Martin Kind. Die Worte des 96-Präsidenten sind ein großes Lob für Manager Horst Heldt, der die Transfers in Zusammenarbeit mit seinem Assistenten Gerhard Zuber, Trainer André Breitenreiter und Sportvorstand Martin Andermatt entschieden und die neue 96-Mannschaft zusammengestellt hat.

Anzeige

Rund 19 Millionen Euro hat Hannover 96 im Sommer ausgegeben. So viel wie noch nie. Zum Vergleich: Mitaufsteiger Stuttgart hat knapp 26 Millionen Euro in neue Spieler investiert und liegt aktuell mit 13 Punkten auf Platz zwölf. Heldt: „Stand jetzt sind wir zufrieden, die Transfers haben den Zweck erfüllt. Alle haben einen guten Job gemacht. Wir werden weiter investieren, bei allen Transfers bleibt ein Restrisiko. Es wird auch mal einer nicht passen. Wichtig ist, dass man mehr gute als schlechte Transfers macht.“

Diese Spieler hat Hannover 96 im Sommer nicht bekommen:

Der mit dem größten Namen: Stürmer Robin van Persie (34) von Fenerbahce. 96 war mit van Persie zunächst klar, aber intern gab es ein Veto. Der frühere Weltstar war einigen zu alt. Zur Galerie
Der mit dem größten Namen: Stürmer Robin van Persie (34) von Fenerbahce. 96 war mit van Persie zunächst klar, aber intern gab es ein Veto. Der frühere Weltstar war einigen zu alt. ©

Und genau das war in der Vergangenheit immer ein sehr großes Problem bei 96. In der Abstiegssaison 2015/16 holte der damalige Manager Martin Bader im Winter sechs Spieler, um den Abstieg zu verhindern. Das Ergebnis ist bekannt. Auf lange Sicht soll bei 96 in Zukunft anders geplant werden. Kind: „Wir haben eine Drei-Jahres-Überlegung. Wir wollen schrittweise die Qualität der Mannschaft weiterentwickeln. Die jetzigen Transfers waren der erste wichtige Baustein. Und das gibt ja auch Vertrauen in alle Entscheidungen, das ist ganz wichtig.“

Die Chemie im Kader stimmt

Nicht nur qualitativ hat die Mannschaft einen Sprung gemacht, auch intern scheint die Chemie und das Mannschaftsgefüge mit den neuen Spielern gut zu passen. „Das Team ist in sich unglaublich gut strukturiert und charakterstark, alles genau die Voraussetzungen, die für Erfolg stehen“, sagt Kind.Aber: Obwohl nach den bisherigen zehn Spieltagen in der Bundesliga alles perfekt sitzt und 96 das Überraschungsteam der Liga ist, bleibt der Klassenerhalt das angestrebte Saisonziel. Kind: „Wir haben jetzt 18 Punkte für den Klassenerhalt.“ Der Wunsch des Bosses ist, die Hinrunde „deutlich mit 20 plus x abzuschließen. Das x behalte ich noch für mich“, sagt Kind.

Diese 21 Bundesliga-Aufsteiger sind stark in die Saison gestartet. Aber wie haben sie abgeschlossen? Ein Überblick.

<b>2016/17 - RB Leipzig:</b> Die roten Bullen legten eine blitzsaubere Premierensaison in der höchsten deutschen Spielklasse hin. Die schlechteste Platzierung war Rang acht. Zeitweise (Elfter bis 13. Spieltag) war das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl sogar Spitzenreiter. Ab Runde 14 – an diesem Spieltag kassierte RB auch seine erste Niederlage - machten sie es sich auf dem zweiten Platz gemütlich – und verblieben dort bis Saisonende.  Zur Galerie
2016/17 - RB Leipzig: Die roten Bullen legten eine blitzsaubere Premierensaison in der höchsten deutschen Spielklasse hin. Die schlechteste Platzierung war Rang acht. Zeitweise (Elfter bis 13. Spieltag) war das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl sogar Spitzenreiter. Ab Runde 14 – an diesem Spieltag kassierte RB auch seine erste Niederlage - machten sie es sich auf dem zweiten Platz gemütlich – und verblieben dort bis Saisonende.  ©

Und dann müssen schon wieder neue Entscheidungen getroffen werden. Im Januar öffnet das Transferfenster. „Nach der Hinrunde überprüfen wir den Kader, wir werden vorbereitet sein“, sagt Heldt. Auch über Abgänge muss dann entschieden werden. Zuletzt wurde Kenan Karaman, dessen Vertrag im nächsten Sommer ausläuft, immer wieder mit Clubs aus der Türkei in Verbindung gebracht. „Es ist keine Abgabe geplant, Kenan hat nur mitgeteilt, dass er neue Berater hat“, sagt Heldt.