12. April 2016 / 23:24 Uhr

Kein erneutes Wunder: Wolfsburg scheitert an Real Madrid!

Kein erneutes Wunder: Wolfsburg scheitert an Real Madrid!

André Batistic
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Cristiano Ronaldo egalisierte schon nach 15 Minuten den Vorsprung der Wolfsburger.
Cristiano Ronaldo egalisierte schon nach 15 Minuten den Vorsprung der Wolfsburger. © dpa
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Der 2:0-Vorsprung aus dem Hinspiel hat dem VfL Wolfsburg nicht gereicht. Real Madrid steht nach einer galaktischen Leistung gegen die Wölfe im Halbfinale der Champions League.

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Die Vertreter von Real Madrid haben eine Menge Einschüchterungsversuche in Richtung des VfL Wolfsburg unternommen vor dem Rückspiel im Viertelfinale der Champions League. Von Krieg war die Rede gewesen und davon, dass der Rekordmeister aus Spanien die im Europapokal vergleichsweise unerfahrenen Gäste aus Niedersachsen mit der Unterstützung des feurigen Publikums im mythischen Bernabéu-Stadion überrollen wolle. Reals Trainer Zinédine Zidane gab sogar an, sich trotz der 0:2-Niederlage im Hinspiel keine Sorgen um den Einzug ins Halbfinale zu machen.

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Und dann war da noch Cristiano Ronaldo. „Es wird eine magische Nacht“, hatte der Superstar angekündigt – und seine Prophezeiung gestern dann selbst wahrgemacht. Mit mit seinen drei Toren in der 16./17./77. Minute besiegte er den VfL im Alleingang.

Die Stimmen zur Niederlage!

Dabei war für die Wolfsburger so viel mehr drin. Mit der im Bernabéu-Stadion zu Ende gegangenen Kampagne können sie zufrieden sein. Viertelfinale, so weit waren sie noch nie zuvor gekommen. Und der Sieg im Hinspiel gegen Real wird auch noch lange in den Erinnerungen des Wolfsburger Publikums verhaftet bleiben. Genauso wie die Gedanken, was wäre, wenn ...

„Der Frust kommt wahrscheinlich gleich im Flieger“, sagte VfL-Trainer Dieter Hecking. „In der zweiten Halbzeit hätten wir zuschlagen müssen, aber hatten keine Durchschlagskraft. Auf diesem Niveau, auf dem wir uns bewegen, entscheiden Kleinigkeiten. Es hat für das Halbfinale nicht gereicht. Der Punch, die letzte Überzeugung, hat gefehlt.“

Vor dem Rückspiel war über die Lautsprecher Reals Vereinshymne gedonnert, gesungen von Plácido Domingo. Auf den Anzeigetafeln wurden die besten Bilder aus der langen Europapokal-Geschichte des Klubs eingespielt, und die Fans hatten die Südtribüne in eine prächtige Choreografie gehüllt. Bei den ersten Ballgewinnen der Madrilenen gab es krachenden Applaus, und als Kapitän Sergio Ramos in der fünften Minute den Ball auf die Latte des Wolfsburger Tores köpfte, erklang ein brachialer Schrei aus mehr als 80 000 Kehlen. Das Bernabéu-Stadion bot einen pompösen und für die Wolfsburger durchaus einschüchternden Rahmen.

Unser Kommentar zur Niederlage!

Die Madrilenen schnürten den VfL sofort in der eigenen Hälfte ein und gingen in der 16. Minute in Führung. Nach einer von Arnold abgefälschten Flanke schob Ronaldo aus kurzer Distanz ein. Nur 86 Sekunden später war der mehrmalige Weltfußballer wieder der Torschütze. Diesmal per Kopf nach einer Ecke. Schon früh in der Partie wurden also die schlimmsten Befürchtungen der Wolfsburger wahr. Zu allem Überfluss musste Trainer Hecking schon nach einer halben Stunde wechseln, brachte Max Kruse für den angeschlagenen Hoffnungsträger Julian Draxler.

Real zog sich nach Ronaldos Doppelschlag zurück und ließ den VfL kommen. Luiz Gustavo prüfte Madrids Torwart Keylor Navas. Bruno Henrique verstolperte im Strafraum freistehend. Im Mittelfeld trugen Arnold mit viel Einsatz und der robuste Gustavo dazu bei, dass sich die Wolfsburger ins Spiel kämpften.

Je länger die Partie dauerte, desto besser wurden ihre Chancen auf den Halbfinal-Einzug. Am Ende mussten sich die Wolfsburger aber Reals Übermacht ergeben. Beziehungsweise: der Übermacht Ronaldos. In der 77. Minute verwandelte er einen Freistoß aus 20 Metern direkt und zeigte, dass die Einschüchterungsversuche vor dem Spiel berechtigt gewesen waren.

„Wir waren kurz davor, die Sensation zu schaffen“, sagte Wolfsburgs Torwart Diego Benaglio enttäuscht. „Das ist ganz bitter. Aber am Boden liegen bringt nichts. Ich denke, wir dürfen trotzdem ein wenig stolz sein auf uns."