31. März 2021 / 13:35 Uhr

Kein festes Kontingent mehr: RB Leipzig vergibt neue Dauerkarten, Preise bleiben stabil

Kein festes Kontingent mehr: RB Leipzig vergibt neue Dauerkarten, Preise bleiben stabil

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
In der Red-Bull-Arena haben zur neuen Saison mehr Fans Platz.
In der Red-Bull-Arena haben zur neuen Saison mehr Fans Platz. © Dirk Knofe
Anzeige

Auch wenn nach wie vor keine Zuschauer in die Stadien dürfen, bereitet sich RB Leipzig auf die kommende Saison und auch die Rückkehr der Fans vor. Erstmals seit 2019 gibt der Bundesligist neue Dauerkarten in den Verkauf. Die werden zunächst auch nicht verteuert.

Anzeige

Leipzig. Fans oder nicht, das ist bei RB Leipzig in den vergangenen Wochen eines der Hauptthemen gewesen. Die Anhänger konnten sich nur kurzzeitig darauf freuen, zum Top-Spiel gegen den FC Bayern München (Samstag, 18.30 Uhr/Sky) zumindest in kleiner Anzahl endlich wieder auf den Rängen mitfiebern zu dürfen. Zum Modellprojekt, das eine eng begrenzte Zuschauerrückkehr ermöglicht hätte, kommt es erst einmal nicht.

Anzeige

Dennoch laufen die Planungen für die kommende Saison auf Hochtouren. Bei einer Fan-Videokonferenz stellten Director Operations Ulrich Wolter und Leiter Ticketing und Service Tobias Fernau am Dienstag das Dauerkartenkonzept für die nächste Spielzeit vor. Dabei sollen die Preise trotz der finanziellen Einbußen, die der Club in der Pandemie wegstecken muss, zunächst konstant bleiben. Für die Saison 2022/23 ist dann allerdings eine Preiserhöhung nicht ausgeschlossen.

Maximal 9000 Dauerkarten im Fanblock

Die Top-Nachricht abseits des erst einmal stabilen Preises: Wer schon seit Längerem eine Dauerkarte wollte, bisher aber nicht zum Zug kam, könnte jetzt Glück haben. Denn RB hebt die Begrenzung für die Saisontickets auf. Die lag bisher bei 22.500 Stück. Letztmals waren im Frühjahr 2019 neue Dauerkarten in den Verkauf gegeben worden und innerhalb kurzer Zeit vergriffen. Im vergangenen Jahr wurde das Kontingent nicht erweitert. Nun entfällt die Begrenzung gänzlich.

Beim neuen Konzept spielt der Umbau der Red-Bull-Arena eine wesentliche Rolle. Denn das „Wohnzimmer“ des Bundesligisten wird nunmehr 47.000 Zuschauer willkommen heißen können. Außerdem gibt es mehr Rollstuhlfahrerplätze (99) und der VIP-Bereich wurde erweitert. Für den harten Fan-Kern wird der aktuelle Sektor B umgestaltet und in Richtung Sektor A und C erweitert. 10.500 Stehplätze werden dort künftig zur Verfügung stehen. Allerdings soll es maximal 9.000 Dauerkarten für diesen Bereich geben. Die restlichen 1.500 Plätze werden jeweils als Tagestickets für Kurzentschlossene in den freien Verkauf geben.

Die Preise für die Dauerkarten bleiben gleich, der Stadionplan hat sich aber verändert.
Die Preise für die Dauerkarten bleiben gleich, der Stadionplan hat sich aber verändert. © RB Leipzig

Die Unterteilung der Arena in verschiedene Sektoren wird aufgehoben. So können sich in Zukunft Zuschauer frei im Stadion bewegen. Deshalb wird auf der neuen Dauerkarte im Stehplatzbereich nur noch der Block aufgedruckt sein. Innerhalb des Blockes soll dann auch bei internationalen Spielen freie Platzwahl herrschen.

Variabler Gästebereich und mehr Platz für RB-Fans

Der Gästebereich wird sich im Unterrang der Sektoren C und D befinden, wodurch noch mehr Plätze im C-Oberrang für RB-Fans enstehen. Außerdem kann der Gästebereich – abhängig von der Nachfrage bei den Gästefans – variabel angepasst werden, wodurch nicht nachgefragte Tickets an heimische Anhänger verkauft werden können.

Allein diese Kapazitätserweiterungen sind Grund für die neuen Dauerkarten. Die soll es vorrangig in digitaler Form geben. Eine analoge Dauerkarte im Scheck-Karten-Format wird künftig zusätzlich sechs Euro kosten und kann mit der digitalen Option nicht kombiniert werden. Zudem will RB Leipzig nicht nur rot-weiß, sondern auch grün sein, weshalb in der neuen Saison keine gedruckten Tageskarten mehr verkauft werden. Als erster Bundesligist wird RB die Tagestickets nur noch als mobile Eintrittskarte oder Print@Home-Ticket zur Verfügung stellen.

Veränderungen bis 16. Mai möglich

Wer seine Dauerkarte verlängern möchte, muss nichts mehr unternehmen, denn das geht von ganz allein. Wer sie jedoch zurückgeben will, muss aktiv bis zum 30. April kündigen. Für Änderungen an der Dauerkarte haben Fans bis zum 16. Mai Zeit. So kann beispielsweise das Abo-Modell gewechselt werden. Wer bislang eine „Bundesliga“-Dauerkarte hatte, kann sie zur „Bundesliga Plus“ aufwerten, oder aber den Weg auch in die andere Richtung gehen. Außerdem können Adressen, Personalisierungen, Ermäßigungen, Bankdaten, Zahlweise und der Wechsel zu einer analogen Dauerkarte vorgenommen werden. Außerdem können Dauerkartenbesitzer ihren Platz wechseln. Dafür erhebt RB eine Gebühr für jeden Platzwechsel pro Kundenkonto in Höhe von 20 Euro. Der Betrag sei aber nur bei einem erfolgreichen Platzwechsel zu bezahlen und werde separat vom Dauerkartenpreis eingezogen.

Mehr zu RB

Der Verkauf der Dauerkarten findet laut RB Leipzig in zwei Phasen statt. So haben in der ersten Phase Fans die Möglichkeit sich auf Dauerkarten im Stehplatzbereich zu bewerben. Der Zeitraum hierfür ist vom 7. bis zum 20. Juni angesetzt. Die Rückmeldung (Zu- und Absage) werde der Club bis zum 02. Juli verschicken. Ein gewisses Kontingent an Tickets werde für den Tageskartenverkauf zurückgehalten, der auch weiter möglich sein soll. In der Phase 2 können Fans Dauerkarten für die Sektoren A oder C erwerben. Hier ist der Verkaufsstart ab 13. Juli geplant.

Übrigens: Die Dauerkarte ermöglicht künftig die kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel im gesamten Gebiet des Mitteldeutscher Verkehrsverbundes (MDV) vier Stunden vor und nach jedem Spiel. Damit können Fans aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen anreisen. Bislang war die Gültigkeit auf das Gebiet der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) beschränkt. Dies soll dann auch für die Dauerkarten für die Spiele der RB-Frauen gelten. Eine solche wird es geben, sollte das Team von Trainerin Katja Greulich in die erste Liga aufsteigen.