11. Januar 2021 / 11:02 Uhr

Kein Hallen-Kick erlaubt: Titelverteidigung gelingt per Würfelbecher

Kein Hallen-Kick erlaubt: Titelverteidigung gelingt per Würfelbecher

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die Würfel sind gefallen: Ausrichter Kevin Krause vom SV Eischott machte den SV Rühen (kl. Bild) zum Samtgemeinde-Pokalsieger.
Die Würfel sind gefallen: Ausrichter Kevin Krause vom SV Eischott machte den SV Rühen (kl. Bild) zum Samtgemeinde-Pokalsieger. © Niehs/Privat
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Die Würfel sind gefallen - und das im wahrsten Sinne des Wortes: Da die Hallenfußball-Saison aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt wurde, der SV Eischott aber nicht auf das traditionelle Samtgemeinde-Turnier verzichten wollte, richtete der Klub das Turnier kurzerhand als virtuelles Würfelspiel aus.

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Der Hallenfußball rollt nicht, somit fand auch die Bromer Samtgemeinde-Meisterschaft nicht statt - zumindest nicht auf dem Parkett: Der SV Eischott richtete die Veranstaltung einfach virtuell aus, erwürfelte die Ergebnisse - und der Sieger hieß wie im Vorjahr SV Rühen.

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Gute 75 Minuten dauerte der virtuelle Hallen-Kick, den Eischotts Initiator Kevin Krause gemeinsam mit SV-Coach Lukas Heider, der hinter der Kamera stand, auf Instagram und Facebook live streamte. Die SVE-Idee bekam viel Zuspruch: "Zeitweise hatten wir über 100 Zuschauer gleichzeitig, insgesamt waren es über 200. Im Vorfeld dachte ich, dass um die 100 schon gut wären, deshalb bin ich schon ein bisschen stolz", freute sich Krause. Auch Spieler und Funktionäre der teilnehmenden Teams wurden immer wieder live zugeschaltet, um für gute Unterhaltung zu sorgen.

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In zwei Gruppen, die tags zuvor ausgelost worden waren, traten die Mannschaften an, für Eischott war als Fünfter der Gruppe A nach der Vorrunde Schluss. "Ein Punkt hat uns gefehlt, aber wir waren ein guter Gastgeber", so Krause mit einem Augenzwinkern. Kurios: Alle Reserve-Teams schafften den Sprung ins Viertelfinale, der FC Germania Parsau II holte sich letztlich gegen den FC Brome II mit 5:2 sogar Platz drei.

Im Finale setzte sich Rühen dann gegen den TSV Brechtorf durch, feierte mit 6:2 den erneuten Samtgemeinde-Titel. "Gutes Ding! Hat Spaß gemacht, hoffentlich nächstes Jahr wieder auf der Platte", kommentierte Rühens Instagram-Auftritt, traf damit genau Krauses Nerv: "Wir hoffen natürlich, dass es im kommenden Jahr wieder normal läuft." Und man wieder gemeinsam in der Halle spielen kann.

Kreativ: Gute 75 Minuten dauerte der virtuelle Hallen-Kick, den Eischotts Initiator Kevin Krause (l.) gemeinsam mit SV-Coach Lukas Heider, der hinter der Kamera stand, auf Instagram und Facebook live streamte.
Kreativ: Gute 75 Minuten dauerte der virtuelle Hallen-Kick, den Eischotts Initiator Kevin Krause (l.) gemeinsam mit SV-Coach Lukas Heider, der hinter der Kamera stand, auf Instagram und Facebook live streamte. © Privat

Auch wenn das diesmal nicht möglich war, ein bisschen Feeling kam auf, gestichelt wurde auch ein wenig in den Live-Kommentaren zum Stream. Und selbst die Auszeichnungen für besten Spieler, Torjäger und Keeper durften nicht fehlen: Bester Spieler wurde Fynn Jennerich, bester Torjäger Julian Magnus (beide Rühen), als bester Keeper wurde Jonas Biniek vom TSV Brechtorf ausgezeichnet. "Wir haben das auf die spaßige Art gemacht", so Krause. "Im Vorfeld haben wir geguckt, wie es normalerweise läuft. Der beste Spieler kommt in 80 Prozent der Fälle vom Sieger, der Torschütze von dem Team, das die meisten Tore im Turnier schießt. Das war in beiden Fällen Rühen", erklärt Krause. "Und der beste Keeper kommt normalerweise vom Zweiten. Wir haben uns vor dem Turnier für jedes Team ein paar Spieler aufgeschrieben, die uns in den Sinn gekommen sind und geschaut, welche Torhüter in der Hinrunde gespielt haben."

Die offiziellen Pokale gibt es für die Sieger nicht, ohne Trophäe gehen sie aber nicht aus: Statt ursprünglich geplanter flüssiger Preise will Eischott nun kleine Pokale bestellen. "Für die ersten Drei und die Einzel-Auszeichnungen", so Krause. "Wir kontaktieren diejenigen dann, wenn die Trophäen da sind, um sie ihnen zu bringen."

Die außergewöhnliche Idee stieß übrigens auch beim NFV-Kreis auf Begeisterung. Gifhorns Kreisvorsitzender Ralf Thomas lobte: "Das zeigt, wie großartig in den Vereinen in dieser für uns alle schwierigen Zeit weitergearbeitet wird. Mit solchen und ähnlichen Aktionen senden die Vereine wichtige Lebenszeichen an die Mitglieder und bringen Abwechslung in unseren pandemiebestimmten Alltag." Zudem freute sich Krause: "Im NFV-Journal für den Februar soll auch ein Artikel zum Turnier erscheinen. Ich bin sehr zufrieden."