26. September 2021 / 15:50 Uhr

Kein Happy End: SC DHfK Leipzig verliert packendes Ost-Derby gegen SC Magdeburg

Kein Happy End: SC DHfK Leipzig verliert packendes Ost-Derby gegen SC Magdeburg

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
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SC DHfK Leipzigs Ex-Spielmacher Philipp Weber gewann mit dem SC Magdeburg gegen seine alten Kollegen. © Klaus Trotter
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Die Handballer des SC DHfK kämpfen sich bei den Mageburgern stark zurück und gehen knapp fünf Minuten vor dem Ende sogar im Führung - dennoch muss das Team von André Haber mit null Punkten die Heimreise antreten.

Magdeburg/Leipzig. "Die Leipziger sind heute alles andere als der Favorit. Das kann auch sehr deutlich für den SCM werden“, prognostizierte Handball-Legende Stefan Kretzschmar vor dem Anpfiff des Ost-Derbys der Handball-Bundesliga. Während es in der vergangenen Saison in diesem Duell noch zwei Siege für den SC DHfK gab, ging dieser am Sonntag wieder als Underdog ins Rennen. Erst im zweiten Durchgang kehrte die Spannung in die Getec-Arena zurück und das Duell nahm an Fahrt auf. Trotz des packenden Comebacks der Handballer von Trainer André Haber setzte sich die Mannschaft um Nationalspieler Philipp Weber am Ende mit 30:28 (16:11) durch.

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Fünf-Tore-Rückstand zur Halbzeit

Bereits der Einstieg in die Partie zeigte eine deutliche Tendenz und untermauerte die These des ehemaligen Magdeburg-Stars. Die Hausherren übernahmen sofort die Kontrolle über das Spielgeschehen, waren offensiv am Drücker und ließen am eigenen Kreis nur wenig zu. Nach acht Minuten hatte sich das Team von Bennet Wiegert eine angenehme 5:2-Führung herausgespielt – und die Leipziger Gäste noch keinen einzigen Treffer aus dem Spiel heraus erzielt. Zwei Siebenmeter waren zunächst die einzigen Erfolgsmomente der Sachsen.

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Der SC DHfK Leipzig muss sich auswärts dem SC Magdeburg mit 28:30 geschlagen geben. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig muss sich auswärts dem SC Magdeburg mit 28:30 geschlagen geben. ©

Weder Kapitän Alen Milosevic noch die Mittelblocker Maciej Gebala und Marko Mamic konnten Ex-Teamkollegen Philipp Weber oder Rückraum-Shooter Lukas Mertens stoppen. Nach 18 Minuten hatten diese auf 11:6 erhöht und ließen den Messestädtern kaum noch Raum zum Atmen. Eine weitere Schwachstelle in der lückenhaften 6:0-Abwehr der Grün-Weißen entdeckte Marko Bezjak zum Ende des ersten Durchgangs, traf dreifach und hielt die Fünf-Tore-Führung seines Teams – trotz verbesserter Leipziger Offensive – aufrecht. Vor 4554 Fans, die ihr Team in der Getec-Arena zu Bestleistungen trieben, ging es mit 16:11 in die Pause.

Mit dem Wiederanpfiff stimmten bei den Messestädtern drei Faktoren: Krzikalla war beim Siebenmeter eine absolute Bank (7/7). In der Abwehr machten Gebala und Co. einen stabileren Eindruck und vorne sank die Anzahl unnötiger Fehler. Nach 43. Minuten war die Truppe von Coach Haber auf 22:20 herangekommen und die Dominanz der Hausherren bröckelte. Auch eine Auszeit von Wiegert konnte das Comeback der Gäste nicht unterbrechen. Keeper Kristian Saeveras lief zur Hochform auf, Luca Witzke erzielte zehn Minuten vor Schluss den Ausgleich. Die Arena bebte, ein Pfeifkonzert begleitete den Führungstreffer von Lukas Binder.

Packende Endphase

Die dritte Strafwurf-Parade durch Joel Birlehm versetzte die gut 100 DHfK-Auswärtsfans in Ekstase und trieb den ersten SCM-Anhängern tiefe Sorgenfalten auf die Stirn. In einem packenden Finale glaubten die Unparteiischen ein Offensivfoul von Lovro Jotic an Magnusson zu erkennen, entschieden gegen die Leipziger und damit die Partie. Eine Parade von Jannick Green gegen Binder besiegelte die 28:30-Niederlage. „Wir haben unser Spiel nicht über 60 Minuten durchgezogen. Wir wussten das Leipzig Derby kann. Aber ein Riesen-Kompliment an meine Mannschaft, dass wir bei minus zwei dieses Mind-Set hatten und in der Crunchtime das Spiel noch einmal gedreht haben“, analysierte Weber.M

SC Magdeburg: Magnusson 6/4, Mertens 5, Weber 5, Saugstrup 4, Bezjak 3, Gullerud 2, Chrapkowski 1, Hornke 1/1, Kristjansson 1, O´Sullivan 1, Preuss 1.


DHfK Leipzig: Krzikalla 8/7, Wiesmach 5, Binder 4, Witzke 4, Remke 2, Ernst 1, M. Gebala 1, Ivić 1, Mamic 1, Sunnefeldt 1.