17. Januar 2022 / 16:41 Uhr

Kein Krisen-Trainingslager: Corona stoppt Wolfsburg-Pläne

Kein Krisen-Trainingslager: Corona stoppt Wolfsburg-Pläne

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Schwitzen vor Ort: Der VfL Wolfsburg bezieht kein Trainingslager. Marcel Schäfer (r.) erklärt, warum.
Schwitzen vor Ort: Der VfL Wolfsburg bezieht kein Trainingslager. Marcel Schäfer (r.) erklärt, warum. © Roland Hermstein/dpa
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Am Sonntag spielt der VfL Wolfsburg bei RB Leipzig. Danach macht die Fußball-Bundesliga Länderspiel-Pause. Und in der hatten die Niedersachsen überlegt, ein Trainingslager zu beziehen. Aber daraus wird nichts.

Nach nur einem Punkt aus den ersten beiden Rückrunden-Spielen weiterhin auf Platz 14 – die Lage beim VfL Wolfsburg bleibt trotz des 0:0 am Samstag gegen Hertha und vor der anspruchsvollen Aufgabe am Sonntag bei RB Leipzig angespannt. Angespannt – das ist sie nun schon seit einigen Wochen. Deshalb gab es bei den VfL-Verantwortlichen schon länger das Gedankenspiel, mit dem Team nach dem Leipzig-Spiel ein Trainingslager im Süden Europas zu beziehen. Aber wegen der Corona-Pandemie haben die Niedersachsen umgedacht. In der vergangenen Woche hatten bereits die VfL-Frauen ihr Portugal-Trainingslager abgesagt.

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Statt in der Wärme zu schwitzen, werden nun auch von den Männern die Möglichkeiten vor Ort genutzt. Sportdirektor Marcel Schäfer: „Wir haben die Situation besprochen und sind zu der Entscheidung gekommen, hier in Wolfsburg zu bleiben und die Zeit hier bestmöglich zu nutzen.“ Offen ist noch, ob die Wolfsburger in der Liga-freien Zeit ein Testspiel bestreiten, so wie sie es zuletzt Anfang Januar gegen Zweitligist SC Paderborn gemacht hatten. Klar ist: Die Bundesliga legt nach dem 20. Spieltag eine zweiwöchige Pause ein, es besteht für die Klubs aber nur eine Abstellungs-Pflicht der Übersee-Nationalspieler, bei den Wolfsburgern fehlt somit nur US-Nationalspieler John Anthony Brooks. Der Rest des Teams ist vor Ort. „Und so können wir in dieser Zeit hier intensiv arbeiten – das werden und müssen wir auch tun“, sagt Schäfer. Für die Wolfsburger ist die Pause nach dem Leipzig-Spiel sogar noch ein bisschen länger, weil sie erst am 6. Februar (Sonntag) im Heimspiel Schlusslicht Greuther Fürth erwarten.

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In der spielfreien Zeit wird Trainer Florian Kohfeldt bei bisher nur 17 erzielten Toren sicher auch an der Chancenverwertung arbeiten müssen. Gegen die Hertha hatten Luca Waldschmidt und Wout Weghorst zwei ganz dicke Möglichkeiten ungenutzt gelassen. Gar nicht gut: In der Kicker-Tabelle mit der Chancenverwertung ist der VfL Letzter, weil er nur 18,1 Prozent seiner Möglichkeiten hat verwerten können, der nächste Gegner Leipzig liegt hier auf Platz sieben (28,6 %). „Wir stehen in Sachen Chancenverwertung nicht gut da. Dass das so ist, ist aber nicht an einem Spieler festzumachen. Wir hatten gegen Berlin verschiedene Spieler in sehr guten Positionen“, so Schäfer. Aber: „Gerade in so einer Phase, in der wir gerade sind, müssen wir solche Chancen nutzen, zumal sie ja auch noch gut herausgespielt waren. Das waren keine Zufallsdinger.“

Der VfL und seine schlechte Chancenverwertung – kein neues Problem: Auch in der vergangenen Saison war das ein Thema. Auch damals war der VfL, jedoch noch in der Hinrunde, in Sachen Chancenverwertung Letzter. Und jetzt ist es wieder so, allerdings zu einem deutlich späteren Zeitpunkt der Saison, in der der geforderte Befreiungsschlag am Wochenende ausblieb, gleichwohl war beim VfL im Vergleich zu den vergangenen Spielen nicht alles verkehrt.

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Aber ob der VfL in dieser Saison noch die Kurve kriegt, bleibt auch nach dem 0:0 gegen die Hertha fraglich. Schäfer: „Wir müssen dieses Erfolgserlebnis in den Spielen auch mal erzwingen.“ Damit die Köpfe oben bleiben, nach der Pause war das nicht mehr immer der Fall. „Wenn du diese Chancen auslässt, ist es ein Stück weit menschlich, dass man dann wieder ins Grübeln gerät.“ Die Psyche spielt in derlei verzwickten Situationen eine große Rolle, daher plant der VfL während der Liga-freien Zeit auch freie Tage für die Profis, damit die mal auf andere Gedanken kommen sollen. Wann und wie oft frei sein wird, ist noch offen. „Wir werden alles dafür tun, damit wir uns aus dieser Phase herausboxen können", sagt Schäfer und fügt hinzu: "Wir werden diese Zeit nutzen.“ Er meinte damit nicht nur die Tage vor, sondern vor allem die nach dem Leipzig-Spiel.

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