05. Mai 2021 / 15:00 Uhr

Kein letztes Vertragsjahr: Emil Forsberg drängt bei RB Leipzig auf Entscheidung

Kein letztes Vertragsjahr: Emil Forsberg drängt bei RB Leipzig auf Entscheidung

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
SINSHEIM, GERMANY - DECEMBER 16: Emil Forsberg of RB Leipzig in action during the Bundesliga match between TSG Hoffenheim and RB Leipzig at PreZero-Arena on December 16, 2020 in Sinsheim, Germany. (Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)
Emil Forsberg will nicht ohne eine Verlängerung in sein letztes Vertragsjahr bei RB Leipzig gehen. © 2020 Getty Images
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Er ist seit sechs Jahren Roter Bulle, gehört zu den Routiniers und Leistungsträgern, sein Vertrag läuft 2022 aus: Emil Forsberg hat im Interview mit dem MDR klar gemacht, dass er nicht ohne eine Verlängerung in sein letztes Vertragsjahr bei RB Leipzig gehen will.

Leipzig. Bei RB Leipzig drehte sich das Personalkarussel in den vergangenen Wochen sehr schnell: Sportdirektor weg, Trainer im Abgang, neuer Trainer vor der Tür und einige ungeklärte Fragen zu den Verträgen der Spieler. Zu denen gehört auch Emil Forsberg, der in der kommenden Saison sein letztes Vertragsjahr bei den Roten Bullen beginnen würde. Sein aktueller Kontrakt läuft im Juni 2022 aus.

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"Das ist ein hohes Risiko"

So ganz einfach will der Schwede es dem Leipziger Bundesligisten aber nicht machen. Denn für Forsberg ist klar: Ein letztes Vertragsjahr kommt für ihn nicht in Frage, wie er dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) in einem Interview sagte. „Ich habe ganz klar gemacht, dass ich das nicht will. Ich finde, das ist ein hohes Risiko.“

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Noch mache sich der Mittelfeldmotor aber keine Gedanken: „Ich finde die Luft in Leipzig richtig gut. Ich muss mich auf den Fußball konzentrieren. Wir wollen einen Titel, wir wollen die beste Saison der Vereinsgeschichte spielen. Das ist das Einzige, was zählt.“ Alles andere wolle er seinen Beratern überlassen und hofft auf eine Lösung. „Wie diese aussieht, weiß ich noch nicht. Ich werde mal abwarten.“ Die Verhandlungen werden hinter geschlossenen Türen geführt, meinte Forsberg. Für ihn zählen jetzt nur noch die letzten Spiele in dieser Saison. „Alles andere können wir danach klären.“

Kader soll schrumpfen

Der 29-Jährige hatte bereits Ende Januar im ZDF-Sportstudio gesagt, dass er „auch mal etwas anderes probieren möchte“, und damit einen Wechsel nicht ausgeschlossen. Sollten sich beide Seiten also nicht auf eine Verlängerung seines Vertrages einigen, könnte der Schwede im Sommer die Messestadt verlassen.

Klar ist: RB möchte den Kader verkleinern. Mit den bereits feststehenden Neu-Verpflichtungen stünden für kommende Saison 25 Akteure im Kader. Angestrebt sind aber 21, wie Geschäftsführer Oliver Mintzlaff mehrfach betonte. Bei einer Fan-Videokonferenz zum Wechsel von Julian Nagelsmann sagte er: „Wir werden mit den Spielern sprechen und gucken, was passt für sie, was passt für uns und vernünftige Lösungen finden.” Er unterstrich, dass zwar Spieler verkauft werden müssten, der Club die Leistungsträger aber halten wolle.

Zukunft mehrerer Leistungsträger noch ungewiss

Dazu gehören auch Marcel Sabitzer, Marcel Halstenberg und Peter Gulacsi. Berichten zufolge, gab es bei den Vertragsgesprächen mit Halstenberg bereits Probleme, vor allem in Sachen Gehaltshöhe. Bei Kapitän Sabitzer hieß es im Winter noch, dass der Verein mit ihm verlängern wolle. Dahingehend ist bislang nichts passiert. Sabitzer selbst äußerte sich nach dem 2:1-Sieg über Werder Bremen im Pokal-Halbfinale sehr verhalten. Dennoch sei er relativ entspannt. Seine Zukunft in Leipzig ließ der Österreicher offen.


Erste Gespräche hingegen soll es schon mit Gulacsi gegeben haben. Das berichtet zumindest die Bild. Der Keeper wird immer wieder mit Borussia Dortmund in Verbindung gebracht. Sein Vertrag läuft zwar erst 2023 aus, die darin verankerte Ausstiegsklausel beläuft sich allerdings „nur“ auf 13 Millionen Euro und greift im Sommer. Auch Gulacsi wollte sich nach dem Sieg im Pokal-Halbfinale nicht zu seiner Zukunft in Leipzig äußern.

Allein Verteidiger Willi Orban kann sich bereits auf vier weitere Jahre bei RB Leipzig freuen. Er setzte jüngst seine Unterschrift unter ein neues Arbeitspapier, das ihm auch nach Ende seiner aktiven Karriere einen Verbleib am Cottaweg ermöglicht.