28. November 2021 / 19:23 Uhr

Kein normaler Derbysieg: VfR Evesen schießt den VfL Bückeburg mit 8:3 ab

Kein normaler Derbysieg: VfR Evesen schießt den VfL Bückeburg mit 8:3 ab

Jörg Bressem
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
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Bennett Heine lässt sich von seinen Mitspielern für sein 6:2-Traumtor feiern. © Daniel Kultau
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Die beste Fußballmannschaft aus Schaumburg ist momentan der VfR Evesen. Das hat der VfR nicht erst heute bewiesen, doch gegen den VfL Bückeburg noch mal eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

500 Zuschauer, guter Fußball und sagenhafte elf Tore: Das Landesliga-Derby zwischen dem VfR Evesen und dem VfL Bückeburg war nicht nur ein echter Höhepunkt des Fußballjahres 2021, es war auch ein großes abschließendes Erlebnis. Der 8:3-Sieg der Platzherren war mehr als nur ein Sieg, er war eine fußballerische Machtdemonstration, die den VfL Bückeburg zum zweiten Mal in dieser Saison mitten ins Herz traf. „Mit unserem Tempo haben wir die Abwehrschwächen des Gegners effektiv ausgenutzt“, freute sich VfR-Trainer Heiko Thürnau hinterher. Sein Kollege Torben Brandt analysierte es ähnlich: „Mindestens vier Tore haben wir abgeschenkt. Hinten reichte es heute nicht.“

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Die Bilder zum Spiel zwischen dem VfR Evesen und dem VfL Bückeburg.

Die Bilder zum Spiel zwischen dem VfR Evesen und dem VfL Bückeburg. Zur Galerie
Die Bilder zum Spiel zwischen dem VfR Evesen und dem VfL Bückeburg. © Daniel Kultau

Das lag teilweise auch am tiefen Platz in Evesen, mit dem Bückeburg deutlich mehr Probleme hatte. Die Gäste lagen erstaunlich häufig auf der Nase, waren in der Abwehr oft nicht bei der Sache, waren auch technisch klar im Nachteil. Das war besonders bei den zwei schnellen Führungstreffern des VfR Evesen durch Bennett Heine (2. Minute) und Lennard Heine (11.) der Fall. „Beides Geschenke“, schimpfte Brandt. Als dann auch noch Alexander Bremer für den VfL Bückeburg einen sehr zweifelhaften Foulelfmeter ungewohnt unkonzentriert verschoss (16.), sah es schlecht aus für die Gäste.

Christian Förster hält den Elfmeter von Alexander Bremer

Doch der VfL Bückeburg kam ins Spiel zurück, wurde sogar überlegen, hatte eine starke Phase. Marcel Buchholz verkürzte auf 2:1 (22.) und Bjarne Niels Struckmeier glich mit einem diesmal berechtigten Foulelfmeter zum 2:2 aus (27.).


Bjarne Struckmeier trifft für den VfL Bückeburg zum 2:2-Ausgleich.

Kaum war das fixiert, drehte der VfR Evesen plötzlich wieder auf. Caglayan „Charly“ Tunc brachte die Platzherren nach einem bösen Fehler von VfL-Torwart Josef Werner erneut in Führung (35.), die Bennett Heine mit einem herrlich platzierten 16-Meter-Schuss noch vor der Pause auf 4:2 ausbaute (41.).

VfR legt nach

Allein die erste Halbzeit wäre das Eintrittsgeld wert gewesen, doch der VfR Evesen entschloss sich im ruhigeren zweiten Durchgang zu vier Zugaben. Lennard Heine zog voll ab und traf zum 5:2 (47.), Bennett Heine zirkelte einen Freistoß zentimetergenau zum 6:2 in den Torgiebel (60.), Niko Kleiber staubte nach Paskal Fichtners Schuss zum 7:2 ab (86.) und Kapitän Sebastian Hull durfte das Ergebnis mit einem Elfmeter auf 8:2 hochschrauben (89.).

Sebastian Hull trifft zum 8:2 für den VfR Evesen.

Aber das war es immer noch nicht. Als Schiedsrichter Gordon Eckert in der Schlussminute zum vierten Mal auf den Elfmeterpunkt zeigte, da versuchte sich „Bubi“ Bremer ein zweites Mal und stellte in dem irren Torspektakel den 8:3-Endstand her. Insgesamt war das Spiel ein Abbild der letzten Monate. Der VfR Evesen ist seiner Schnelligkeit, seinem Einsatzwillen und seiner Technik derzeit das Maß aller Dinge - in Bückeburg, in Schaumburg und weit darüber hinaus. Mit seinen Geschwindigkeitsdefiziten und Defesivmängeln verlor der VfL Bückeburg zu Recht, allerdings zu hoch. Das anschließende Ritual kannte man schon aus dem Hinspiel: „Derbysieger, Derbysieger“, feierte die Mannschaft des VfR Evesen mit ihren begeisterten Fans.

VfR Evesen: Förster, Odoy (73. Bajrami), Kleiber, Bennett Heine, Siepe, Tunc (67. Ghonaim), Pentke, Hull, Khodr (81. Knickmeier), Lennard Heine (87. Moritz Heine), Fichtner.

VfL Bückeburg: Josef Werner, Landfester, Bartke (57. Wagener), Struckmeier, Bremer, Buchholz, Kummert (63. Evers), Steierberg, Jan-Malte Schwier (75. Matz), Voiges (75. Kümmel), Kühn.