03. Oktober 2019 / 13:03 Uhr

Kein Rückschritt bei RB Leipzig? Julian Nagelsmann stellt sich vor seine Mannschaft

Kein Rückschritt bei RB Leipzig? Julian Nagelsmann stellt sich vor seine Mannschaft

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Gegen Lyon setzte es die zweite Niederlage in Folge. Wir haben eine Umstellung, die wir immer noch durchleben. Das habe ich auch bei den erfolgreichen Spielen gesagt, dass wir immer noch nicht am Ziel sind., sagte der RB-Coach nach dem Champions-League-Heimauftakt.
Gegen Lyon setzte es die zweite Niederlage in Folge. "Wir haben eine Umstellung, die wir immer noch durchleben. Das habe ich auch bei den erfolgreichen Spielen gesagt, dass wir immer noch nicht am Ziel sind.", sagte der RB-Coach nach dem Champions-League-Heimauftakt. © GEPA Pictures
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RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann sieht den Weg seiner Mannschaft trotz zuletzt zwei Pflichtspielniederlagen in Folge nicht in Gefahr. Auch deshalb stellte sich der Coach am Mittwochabend demonstrativ vor sein Team.

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Julian Nagelsmann musste am Mittwochabend erstmals in seiner Zeit als Trainer von RB Leipzig Erklärungen für eine kleine Ergebniskrise liefern. Nach einem beeindruckenden Saisonstart mit sieben Pflichtspielen ohne Niederlage setzte es zuletzt in der Liga gegen Schalke 04 (1:3) und am Mittwochabend in der Champions League gegen Olympique Lyon (0:2) zwei Pleiten in Folge.

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RB Leipzig - Olympique Lyon (0:2) ©
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Einen spielerischen Rückschritt zu den Vorwochen wollte der 32-Jährige dabei trotz fehlender Punkte nicht erkannt haben. "Wir haben gegen Schalke die ersten beiden Großchancen nicht gemacht. Heute haben wir zwei Eigentore gemacht und drei Topchancen nicht genutzt. Wenn das ein Abwärtstrend ist, die Art und Weise wie wir gespielt haben, dann darf es weiter bergab gehen. Dann werden wir die nächsten Spiele wieder gewinnen", zeigte sich der Bullen-Coach schon direkt nach der Partie gegen Lyon optimistisch und stellte sich demonstrativ vor seine Mannschaft: "Wir haben ein gutes Spiel mit viel Power und Leidenschaft gemacht. Wir hätten heute auch 3:0 gewinnen können, dann hätte jeder gesagt, wie genial wir gespielt haben. Ich fand es auch ganz gut. Wir haben keinen schlechten Spielvortrag gehabt."

Drei-Tages-Rhythmus als Prüfung

Der Trainer betonte jedoch auch, dass er mit den Roten Bullen weiterhin noch einiges vor hat: "Wir haben eine Umstellung, die wir immer noch durchleben. Das habe ich auch bei den erfolgreichen Spielen gesagt, dass wir immer noch nicht am Ziel sind." In diesem Zusammenhang verwies er auf die schwierige Konstellation, einerseits alle drei Tage erfolgreich spielen, anderseits Tag für Tag neue Inhalte vermitteln zu müssen: "Es ist nicht ganz einfach, wenn man kein Training mehr hat, die Dinge im Detail abzustimmen. Wir machen es im Moment häufig nur noch auf Video."

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(1) Peter Gulacsi: Machtlos bei den Toren, ansonsten weitgehend joblos. Note 3. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Machtlos bei den Toren, ansonsten weitgehend joblos. Note 3. ©

Spielweise hin oder her, wollte Nagelsmann nicht verneinen, dass seiner Mannschaft bei den beiden Gegentoren am Mittwoch Fehler unterlaufen sind, die eigentlich "nicht passieren dürfen". Nervosität sei dabei nicht das Problem gewesen. Vielmehr habe es zuletzt auch ab und zu am fehlenden Match-Glück gelegen: "Das ist, was ich am Anfang gesagt habe, wo jeder geschrieben hat, dass alles gut ist. Wir entwickeln uns gut, aber wir hatten bis dahin auch immer alle Momente auf unsere Seite. Heute waren die Momente auch da aber wir haben sie nicht genutzt."

Sabitzer vermisst Momentum

Auch Marcel Sabitzer, der nicht vollends an die überragenden Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen konnte, wollte den vermeintlichen Rückschlag nicht zu hoch hängen: "Fehler passieren und das Momentum ist in den letzten beiden Spielen nicht auf unserer Seite. Es zieht sich gerade wie ein Roter Faden durch." Der Mittelfeldspieler gestand zudem, dass die junge Mannschaft es nicht komplett ausblenden könne, wenn die hundertprozentigen Chancen nicht im Tor landen: "Dann nagt es an dir. Dann probierst du es immer wieder, aber irgendwann kommt du dann nicht mehr so vor das Tor."

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Lukas Klostermann (RB Leipzig): „Das Ergebnis spiegelt nicht ganz das Spiel wider, denn ich denke, dass wir nicht zwei Tore schlechter waren als Lyon. Umso ärgerlicher ist letztlich das Resultat. Wir haben uns gute Chancen herausgespielt, diese aber nicht genutzt. Die Fehler vor den Gegentoren waren natürlich vermeidbar. Solche leichten Gegentreffer müssen wir zukünftig vermeiden. Zur Galerie
Lukas Klostermann (RB Leipzig): „Das Ergebnis spiegelt nicht ganz das Spiel wider, denn ich denke, dass wir nicht zwei Tore schlechter waren als Lyon. Umso ärgerlicher ist letztlich das Resultat. Wir haben uns gute Chancen herausgespielt, diese aber nicht genutzt. Die Fehler vor den Gegentoren waren natürlich vermeidbar. Solche leichten Gegentreffer müssen wir zukünftig vermeiden." ©

Allzu lange wollte sich der Österreicher deshalb gar nicht erst mit der Niederlage beschäftigten, sondern blickte bereits auf das kommende Auswärtsspiel gegen Leverkusen am Samstag: "Wir werden das analysieren, allen wieder Mut zusprechen und Samstag drei Punkte holen, das ist die Marschroute."

Verpasste Chance

Unterstützung bekam er von Keeper Peter Gulacsi, den seine Vorderleute am Mittwoch vor beiden Toren in Bredouille gebracht hatten. Der Ungar trauerte vor allem den verpassten Chancen hinterher: "Wir hatten in der Bundesliga und heute in der Champions League die Möglichkeit, einen richtig großen Schritt zu machen, haben wir aber nicht." Obwohl er seinen Mannschaftskollegen keinen Vorwurf machen wollte, kritisierte er die Konzentration bei den Gegentoren: "Wir verlieren die Bälle in der letzten Linie, das darf nicht passieren. Da waren wir einfach zu sorglos. Die Jungs machen aber nicht mit Absicht Fehler."

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L‘Equipe: Dass Olympique Lyon sein Ziel erreicht, hatten sie Timo Werner zu verdanken. Der deutsche Nationalspieler stellte sich vor dem Tor ungewöhnlich ungeschickt an. […] Das besserte sich das gesamten Spiel über nicht. Zur Galerie
L‘Equipe: "Dass Olympique Lyon sein Ziel erreicht, hatten sie Timo Werner zu verdanken. Der deutsche Nationalspieler stellte sich vor dem Tor ungewöhnlich ungeschickt an. […] Das besserte sich das gesamten Spiel über nicht." ©

Auch Kapitän Willi Orban schreckte nicht davor zurück, den Finger direkt nach dem Spiel nochmal in die Wunde zu legen: "Die entscheidenden Momente haben wir heute verpatzt - hinten wie vorn. Auf dem Niveau heute wird das gnadenlos bestraft. Wir hatten mit dem Auftaktsieg eine gute Ausgangsposition, die hätten wir gern vergoldet. So ist es sehr ausgeglichen und alles möglich." Statt zu zweifeln, forderte aber auch er von seinen Teamkollegen den nächsten Schritt und gestärkt aus der Situation hervorzugehen: "Wir haben Erfahrung gesammelt. Es ist an der Zeit, dass jeder an Reife gewinnt. Auch, wenn wir eine junge Mannschaft sind."

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