22. September 2019 / 08:57 Uhr

Kein „Sahnetag“, doch RB Leipzig siegt gegen Bremen wie eine Spitzenmannschaft

Kein „Sahnetag“, doch RB Leipzig siegt gegen Bremen wie eine Spitzenmannschaft

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Marcel Sabitzer (li.) zeigt, wohin es diese Saison gehen könnte: Nach oben. Das Spiel in Bremen zeigte auch warum.
Marcel Sabitzer (li.) zeigt, wohin es diese Saison gehen könnte: Nach oben. Das Spiel in Bremen zeigte auch warum. © GEPA Pictures
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RB Leipzig versucht nach sieben Pflichtspielen ohne Niederlage und einem Traumstart in drei Wettbewerben Bodenhaftung zu bewahren. Doch der vermeintlich glanzlose 3:0-Sieg gegen Werder Bremen offenbarte Facetten einer Spitzenmannschaft.

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RB Leipzig hat mit dem vierten Sieg im fünften Bundesliga-Spiel den Saisonstart vergoldet und steht – so viel ist sicher – mindestens bis zum Heimspiel gegen den FC Schalke 04 am kommenden Wochenende auf dem ersten Tabellenplatz. Trotz der ausgezeichneten Ausgangslage ist man bei den Roten Bullen um Zurückhaltung bemüht. Von Titel-Träumen wollen weder Verantwortliche noch Spieler etwas wissen. Auch, wenn das Duell gegen extrem ersatzgeschwächte Bremer, wie es Julian Nagelsmann formulierte nicht "der aller größte Sahnetag“ war, hat seine Mannschaft im Weserstadion Facetten einer Spitzenmannschaft gezeigt:

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SV Werder Bremen - RB Leipzig (0:3) Zur Galerie
SV Werder Bremen - RB Leipzig (0:3) ©
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Kader deutet an, was in ihm steckt

RB trat im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen Lissabon mit einem auf vier Positionen veränderten Kader an. Wie problemlos sich beispielsweise Comebacker Dayot Upamecano, dem Nagelsmann ein "sehr gutes, abgezocktes und körperbetones Spiel“ attestierte, und ab der Halbzeit Torschütze Marcelo Saracchi in die Mannschaft einfügten, stimmte auch Sportdirektor Markus Krösche nach der Partie sichtlich zufrieden: "Man sieht, dass die Breite des Kaders da ist. Du musst es ausspielen. Wir haben einen Drei-Tages-Rhytmus. Es ist wichtig, dass du rotieren kannst und keinen Qualitätsverlust hast. Das hat man heute wieder gesehen."

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Marcel Sabitzer (RB Leipzig): Es hat heute wieder Riesenspaß gemacht. Der Trainer stellt uns super ein. Wir können auch während des Spiels reagieren, wenn es nicht so passt. Den Freistoß treffe ich super. Da hat der Torwart keine Chance. Von nicht kommt nichts. Wir haben unter der Woche eins, zwei Möglichkeiten, Standars zu trainieren. Manchmal kannst du ein Spiel damit entscheiden. Zur Galerie
Marcel Sabitzer (RB Leipzig): "Es hat heute wieder Riesenspaß gemacht. Der Trainer stellt uns super ein. Wir können auch während des Spiels reagieren, wenn es nicht so passt. Den Freistoß treffe ich super. Da hat der Torwart keine Chance. Von nicht kommt nichts. Wir haben unter der Woche eins, zwei Möglichkeiten, Standars zu trainieren. Manchmal kannst du ein Spiel damit entscheiden. ©

 Auch Willi Orban geriet ob der ausgeglichenen Mannschaftsleistung ins Schwärmen: "Wir haben diese Saison den besten Kader, seitdem ich hier bin, auch in der Breite und auch die Jungs, die dazugekommen sind, nehmen Woche für Woche mehr Inhalte auf, verstehen, was der Trainer fordert. Das ist wichtig für die Statik, für die Abläufe und die Automatismen." Dass bei RB sogar noch mancher Stammplatzkandidat vor der Rückkehr steht oder gegen Bremen geschont wurde, dürfte bei der Bundesligakonkurrenz nicht gerade für Entspannung sorgen.

Rückschläge werden kompensiert

Zumal die Roten Bullen an anderer Stelle zeigten, dass sie – ganz im Stile einer Spitzenmannschaft – in der Lage sind, Rückschläge zu verkraften. Bestes Beispiel: die Reaktion auf die mehr als zweifelhafte gelb-rote Karte gegen Konrad Laimer wegen Handspiels. Während der Coach mit der Einwechslung von Diego Demme für mehr Stabilität sorgte, spielte das restliche Team fast ohne Reaktion auf die vermeintliche Schwächung seinen Stiefel herunter und kam sogar in Unterzahl noch zum dritten Treffer – keine Selbstverständlichkeit. Vor allem in der angespannten Bremer Lage hätte das von Nicklichkeiten geprägte Spiel in dieser Phase kippen können, doch RB ließ zu keinem Moment Zweifel an einem Sieg aufkommen.

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(1) Peter Gulacsi: Aufgepeppter Vertrag, gleichbleibend starke Leistung. Note 2. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Aufgepeppter Vertrag, gleichbleibend starke Leistung. Note 2. ©

Freilich war gegen Werder Bremen wie schon gegen den FC Bayern und zuletzt in Lissabon nicht alles perfekt. Das versuchte RB-Kapitän Willi Orban gar nicht erst unter den Teppich zu kehren, als er sagte: „In der ersten Hälfte war es keine optimale Leistung, aber eben effizient", und traf den Nagel damit auf den Kopf. Tatsächlich hatten sich seine Roten Bullen in der ersten Halbzeit aus dem Spiel heraus keine Chancen erarbeitet.

Standards als „Dosenöffner"

Gegen kampfeslustig auftretende Bremer war vom hochgelobten Offensivspiel wenig zu sehen. Dass RB trotzdem mit einer 2:0-Führung in die Pause ging, passt in die aktuelle Situation. "Wir haben aufgrund von zwei sehr guten Standardsituationen wichtige Tore gemacht. Die sind ganz bedeutend als Dosenöffner", zeigte sich Nagelsmann mit dem Ergebnis zufrieden und fügte hinzu "Wir haben kein Feuerwerk abgebrannt, aber schon erwachsen gespielt. Wir freuen uns über die drei Punkte.“

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Marcel Sabitzer, der nicht nur wegen seines Traumfreistoßes einmal mehr in dieser Saison einer der besten Akteure auf dem Feld war, sah ebenfalls noch Luft nach oben und drückte auf die Euphoriebremse: „Wir dürfen nicht alles auf die Goldwaage legen. Wir haben es bis „jetzt ordentlich gemacht, aber auch nicht immer ganz so gut. Wir werden versuchen, uns zu verbessern, damit wir mental auf der Höhe sind.“ Unter allen Merkmalen, die RB gerade wie eine Spitzenmannschaft wirken lassen, ist diese „Es-geht-immer-mehr“-Mentalität wohl das markanteste.

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