15. Dezember 2019 / 17:40 Uhr

Kein Sieg unterm Weihnachtsbaum: SC DHfK Leipzig unterliegt Wetzlar

Kein Sieg unterm Weihnachtsbaum: SC DHfK Leipzig unterliegt Wetzlar

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
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Schade! Der SC DHfK verliert das Heimspiel gegen die Hessen aus Wetzlar mit 26:29. © Picture Point
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Mit einer phasenweise etwas blutleeren Vorstellung hat der SC DHfK Leipzig einen positiven Jahresabschluss in eigener Halle verpasst. Gegen die HSG Wetzlar setzte es eine unerwartete 26:29-Niederlage (15:15).

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Leipzig. So hatten sich die Grün-Weißen das nicht vorgestellt! Im letzten Heimspiel des Jahres unterlagen die Handballer des SC DHfK Leipzig am Sonntagnachmittag der HSG Wetzlar 26:29 (15:15). Dabei leisteten sich die Messestädter vor allem in der zweiten Halbzeit zu viele Schnitzer.

Zwar stimmten die 4850 Fans in der Arena vor dem Anpfiff eine umgedichtete Version des Nikolausklassikers „Lasst und froh und munter sein“ an. Aus tausenden Kehlen trällerte es „Auf geht’s, Auf geht’s DHFK! Heute bleiben die zwei Punkte da“ und „Auf geht’s, Auf geht’s DHFK! Heimsiege sind wunderbar.“ Teamsponsor Mooloolabas spendete dafür 4850 Euro an die Leipziger Kinderstiftung. Allein: Die vorweihnachtliche Botschaft schien bei den Akteuren auf der Platte nicht angekommen zu sein. Denn es waren zunächst nicht die Hausherren, die das Heft des Handelns in die Hand nahmen. Einzig Rückraum-Ass Philipp Weber kam gut in die Partie, traf in Halbzeit eins insgesamt sechs Mal. Der Rest der grün-weißen Truppe brauchte ein paar Minuten. Die erste DHfK-Führung stellte Maximilian Janke in der sechsten Minute her.

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Der SC DHfK Leipzig verliert das Spiel gegen die HSG Wetzlar mit 26:29. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig verliert das Spiel gegen die HSG Wetzlar mit 26:29. ©
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„Wir müssen die Halle abholen!“

In der Folge zogen die Hausherren dreimal auf mindestens zwei Tore davon, nur um den Vorsprung prompt wieder einzubüßen - eine kräftezehrende Angelegenheit. So richtig ins Rollen kam das Spiel der Gastgeber ohnehin nur, wenn sie ins Tempospiel kamen. Das erkannte auch Gästecoach Kai Wandschneider schnell. „Wir brauchen den Erfolg bei der ersten Welle“, forderte er von seinen Jungs in der ersten Auszeit (24. Minute). Da hatte Weber gerade zum 12:9 getroffen und die Waagschale schien sich zu Gunsten des SC DHfK zu neigen. Leider blieb es beim schönen Schein. Denn nun betraten mit Alexander Feld und Viggo Kristjansson zwei Ex-Leipziger die Platte. Die trugen wesentlich zum positiven weiteren Spielverlauf für die HSG bei. Wandschneider bekannte denn auch später: "Viggo passt zu unserem Spiel wie die Faust auf's Auge."

Den Start in Halbzeit zwei verschliefen die Hausherren völlig. Feld stellte in der 35. Minute auf 16:18, Anton Lindskog erhöhte kurz darauf. DHfK-Coach Haber zückte die grüne Karte. Auszeit. So hatte sich der Trainer das nicht vorgestellt. Joel Birlehm ersetzte Jens Vortmann im Tor, der zunächst nur selten und nach Wiederanpfiff gar keinen Zugriff gefunden hatte. Philipp Müller rückte in die Defensive. Stabilität brachte er nicht. Schon in der 46. Minute ließ Haber erneut unterbrechen. Da stand es bereits 21:25, wohl gemerkt in eigener Halle. Man brauche jetzt „brutales Tempo“, forderte er. „Kopf hoch! Wir müssen die Halle abholen!“ Vortmann kehrte zurück zwischen die Pfosten.

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André Haber (re., Trainer SC DHfK Leipzig): Unser Fehler heute war, dass wir Wetzlar haben in Führung gehen lassen. Und das wäre überhaupt nicht nötig gewesen. Wetzlar spielt einen unglaublich geduldigen, schwer zu verteidigenden Handball. Damit haben sie uns heute zermürbt. Leider ist es uns nur in Teilen gelungen, ein Feuerwerk zu zünden. Es tut mir sehr leid, dass wir unsere Fans nicht belohnen konnten. Zur Galerie
André Haber (re., Trainer SC DHfK Leipzig): "Unser Fehler heute war, dass wir Wetzlar haben in Führung gehen lassen. Und das wäre überhaupt nicht nötig gewesen. Wetzlar spielt einen unglaublich geduldigen, schwer zu verteidigenden Handball. Damit haben sie uns heute zermürbt. Leider ist es uns nur in Teilen gelungen, ein Feuerwerk zu zünden. Es tut mir sehr leid, dass wir unsere Fans nicht belohnen konnten." ©

Leipzig kommt ran

Jetzt war der Keeper da, und zwar so richtig. Der 32-Jährige zog Maximilian Holst beim Siebenmeter den Zahn, hielt gemeinsam mit Janke artistisch einen Wurf auf das leere Leipziger Tor, vereitelte einen weiteren Versuch. Und die Halle? Sie war da. UND WIE! Das Pfeifen der Fans fraß sich bei jeder Schirientscheidung fast schon unangenehm in den Gehörgang. Klatschpappen, Klatschbretter, Trommeln, Pauken, Tröten – grün-weißer Höllenlärm.

Und der zog. Der SC DHfK saugte sich ran, vergab in der 56. Minute aber die Möglichkeit zum Ausgleich. Patrick Wiesmach setzte den Ball daneben. 25:26 – noch vier Minuten zu gehen. Die beiden technischen Fehler, die sich die Hausherren ausgerechnet jetzt leisteten, sie kamen zur Unzeit. Und sie brachen der Haber-Sieben schließlich auch das Genick. Das Vorweihnachtswunder, es blieb aus. „Wenn wir stets zusammensteh‘n, könn wir bald Europa sehn“, die Zeilen des vorab gesungenen Weihnachtsliedes hallten angesichts der zwischenzeitlich angebotenen Leistung bitter nach.

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"Der Sieg für Wetzlar geht in Ordnung"

Besonders sauer nach dem Abpfiff: DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther. Der hatte Kristjansson Mitte November nach Wetzlar ziehen lassen, um Eigengewächs Gregor Remke weiter zu fördern. Der Isländer traf fünfmal, gestaltete den Sieg der HSG maßgeblich mit. Remke blieb ohne Tor, setzte alle seine drei Versuche daneben und verließ glücklos das Parkett. „Ich nehme die Niederlage auf meine Kappe“, so Günther. „Viggo war der Matchwinner heute.“

SC DHfK: Vortmann, Birlehm; Semper 3, Wiesmach 4, Witzke 2, Krzikalla 1/1, Binder 3, Janke 3, Müller, Roscheck, Weber 9, Mamic, Remke, Gebala, Milosevic 1.

Erfolgr. Werfer bei Wetzlar: Kristjansson 5. Zuschauer: 4850. Siebenmeter: 1/1:4/3. Strafminuten: 6:4.

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