20. März 2020 / 17:05 Uhr

Kein Stillstand trotz Corona: Dieser Fußball-Verein hilft sich und anderen

Kein Stillstand trotz Corona: Dieser Fußball-Verein hilft sich und anderen

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Zurzeit darf der Ball nicht rollen: Aber die FSVer helfen ihrem Team auch in der Werkstatt und auf dem Rasenmäher.
Zurzeit darf der Ball nicht rollen: Aber die FSVer helfen ihrem Team auch in der Werkstatt und auf dem Rasenmäher.
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Die Corona-Krise bedeutet eine Zwangspause für die Sportwelt - für die Fußballer der FSV Adenbüttel/Rethen heißt das aber nicht, dass totaler Stillstand herrscht.

"Da ist plötzlich viel Zeit übrig"

Stattdessen verdingen sich die FSVer eben neben dem Platz - in kleinsten Gruppen, versteht sich, um das Ansteckungsrisiko möglichst gering zu halten. "Es ist ungewohnt, im Alltag so eingeschränkt zu werden. Wir hatten dreimal die Woche Training, das fällt weg - auch das Spiel am Sonntag. Und Bundesliga kann man auch nicht mehr gucken - da ist plötzlich viel Zeit übrig", sagt Michael Horst, der die Bezirksliga-Erste der FSV trainiert.

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Zeit, die gut genutzt wird: In Rethen entstehen aktuell neue Auswechselbänke samt Häuschen, der Platz in Adenbüttel wurde gewalzt. "Gerade aus dem Altherrenbereich überlegen sich viele immer wieder, was man verbessern kann", erklärt Horst. "Aktuell kann man sich dem mehr widmen. Offizielle Arbeitseinsätze gehen zwar nicht, aber wer freiwillig mit anpackt, kann das auch mit genügend Abstand."

Kampf dem Maulwurf

Besonders dem Platz in Adenbüttel kommt die zusätzliche Aufmerksamkeit gelegen: Dort hatte die FSV zuletzt mit einem Maulwurf-Problem zu kämpfen, "wir arbeiten daran, den Maulwurf zu besiegen", sagt Horst mit einem Schmunzeln. "Wir werden auch sonst noch einiges an den Grünanlagen tun - aber irgendwann ist auch das erschöpft, den Jungs fehlt natürlich der Ball."

Mehr heimischer Sport

Die FSV tut aber nicht nur für sich selbst etwas: Auf seinen Social-Media-Kanälen unterstützt der Verein ein Adenbütteler Gasthaus, das während der Corona-Krise auf eine verkleinerte Karte umgestellt hat, bei rechtzeitiger Vorbestellung aber weiterhin Mahlzeiten außer Haus anbietet. "In schwierigen Zeiten wollen wir unserem treuen Unterstützer etwas zurückgeben", heißt es auf der Facebook-Präsenz der FSV.

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Fünf Tage Quarantäne

Horst weiß selbst gut, was die Corona-Situation bedeuten kann: "Ich war notgedrungen fünf Tage lang in Quarantäne. Bei einem Arbeitskollegen bestand der Verdacht, dass er sich angesteckt hatte. Zwei Tage, nachdem wir zusammen essen waren, habe ich Halsschmerzen bekommen", so Horst, der sich direkt mit seinem Arzt austauschte. "Bis das Testergebnis da war, hat es Sinn gemacht, in Quarantäne zu bleiben."

Letztlich stellte sich die Krankheit als gewöhnliche Erkältung heraus, "aber da wird einem erstmal bewusst, wie wichtig die kleinen Dinge sind", betont Horst. "Ich war sehr froh, als ich endlich wieder an die frische Luft konnte."

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