16. April 2021 / 22:29 Uhr

Kein Tempo, kein Biss: RB Leipzig enttäuscht mit 0:0 gegen Hoffenheim

Kein Tempo, kein Biss: RB Leipzig enttäuscht mit 0:0 gegen Hoffenheim

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Diadie Samassekou und Emil Forsberg im Zweikampf.
Diadie Samassekou und Emil Forsberg im Zweikampf. © Picture Point
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RB Leipzig leistet sich eine mehr als schwache Vorstellung, trennt sich 0:0 von der TSG Hoffenheim. Aufregung gab es lediglich in der 96. Minute, als Yussuf Poulsen vermeintlich zum Sieg traf, das Tor wegen Handspiels aber aberkannt wurde.

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Leipzig. Sie wollten den Rückstand auf Tabellenführer Bayern München auf zwei Punkte verkürzen, das Ihre zu Münchner Hitzewallungen und einem engen Titelkampf beitragen. In Form Heimsieges gegen die TSG Hoffenheim. Der allseits erwartete Dreier kam nicht herum, die Männer von Julian Nagelsmann mussten sich im Duell mit dem Ex-Verein des RB-Cheftrainers mit einem 0:0 bescheiden. Heute machen es sich die Roten Bullen auf dem Sofa bequem und hoffen, dass Wolfsburg den nach dem Aus in der Königsklasse Gram gebeugten Bayern ans Leder geht. Wenn die Bayern gewinnen, sind es wieder sieben Punkte vor RB. Für die Roten Bullen geht es schon am Dienstag, 18.30 Uhr, mit dem 30. Spieltag beim 1. FC Köln und Neu-Coach Friedhelm Funkel weiter.

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Der weltweit gehandelte Nagelsmann mischt gegenüber dem 4:1 in Bremen munter durch. Dayot Upamecano, Nordi Mukiele, Emil Forsberg und Angelino rücken neu ins Team. Alexander Sörloth, Doppeltorschütze an der Weser, erlebt den Anpfiff zusammen mit Größen wie Kevin Kampl, Marcel Halstenberg und Lukas Klostermann auf der Bank. Die Wege des Herrn sind unergründlich, die des 33-jährigen Übungsleiters haben mit hochkomplexen taktischen Überlegungen zu tun.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Remis der Leipziger gegen Hoffenheim

Enttäuschend: RB Leipzig kommt nach einer ganz schwachen Leistung ohne Esprit und Durchschlagskraft gegen die TSG 1899 Hoffenheim nicht über ein torloses Remis hinaus. Zur Galerie
Enttäuschend: RB Leipzig kommt nach einer ganz schwachen Leistung ohne Esprit und Durchschlagskraft gegen die TSG 1899 Hoffenheim nicht über ein torloses Remis hinaus. © Getty Images

Rein in die erste Halbzeit. Mit der Hoffnung auf eine lebensbejahende Partie zweier technisch hoch veranlagter Mannschaften. Ein Satz mit x. Leipzig und Hoffenheim lassen sich weder Zeit noch Raum, stören einander früh, schaffen es hier wie da nicht, hinter die Abwehrketten zu kommen, Tiefgang herzustellen. Gut möglich, dass Taktikfreaks der Nummer etwas abgewinnen können, mitreißend sind diese 45 Minuten nicht. Die erste halbgare Chance bietet sich den Gästen in der 27. Minute, als ein von Robert Skov abgefeuertes Mittelding zwischen Schuss und Flanken am RB-Tor vorbeirauscht. Dani Olmo hat vier Minuten danach am Fünfmeter-Raum keine Eingebung, was zu tun ist. Marcel Sabitzers satter 22-Meter-Abschluss landet 1,5 Meter neben Oliver Baumanns Heiligtum (41.). Mehr ist in Sachen Chancen nicht zu berichten, für Gulacsi und Baumann hätte man auch einen Stuhl ins Tor stellen können. Dass RB eine Halbzeit lang ohne wirkliche Möglichkeit bleibt, ist viele Monde her. Halbzeit, dröges 0:0, es kann nur besser werden.

Nagelsmann, Experte für tiefe Eingriffe in den Maschinenraum des Spiels, packt Blaumann, Wasserwaage und Schraubenschlüssel aus. Ballmagnet Kampl ersetzt Angelino, soll Genauigkeit in den finalen Pässen bringen. Amadou Haidara kommt für Mukiele, soll dem RB-Spiel mehr Wucht einverleiben. Wie wäre es eigentlich mit einem Stürmer? RB ist jetzt besser unterwegs, schneller, zielgerichteter. Chancen? Aber ja doch. Christopher Nkunku scheitert an Baumann (59.), Tyler Adams köpfelt eine Forsberg-Maßflanke aus Nahdistanz nicht ins Tor (60.). Den hätte ein Stürmer … lassen wir das. Unmittelbar danach bringt Nagelsmann Sörloth für Olmo - Gedankenübertragung. RB drückt und trifft durch Sabitzers Linksschuss um ein Haar zum 1:0 (65.). Forsberg legt Sörloth auf, der versemmelt mit dem rechten Fuß. (73.). Nagelsmann geht all in, Yussuf Poulsen kommt für Forsberg. RB belagert das Hoffenheimer Tor, sehnt den Weg ins Glück herbei, geht gegen aufopferungsvoll fightende Gäste volles Risiko. Hilft alles nix, der Kasten der TSG bleibt vernagelt´. Dann köpft Poulsen das 1:0. Der Sieg? Nein, die Hand des Dänen ist im Spiel. Das Spiel endet torlos. Das Aus im Titelkampf?