10. Januar 2021 / 16:52 Uhr

Kein Training wegen Corona: Mörses Kapitän trainiert seinen Hund!

Kein Training wegen Corona: Mörses Kapitän trainiert seinen Hund!

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Trainingspartner: Die sportlichen Aktivitäten von Mörses Kapitän Sören Hampel wird durch seinen Golden Retriever Buddy bestimmt.
Trainingspartner: Die sportlichen Aktivitäten von Mörses Kapitän Sören Hampel wird durch seinen Golden Retriever Buddy bestimmt. © Privat/Britta Schulze
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Er ist der Kopf der Mannschaft, sein Wort hat auf dem Platz und in der Kabine Gewicht: Der Fußball-Kapitän. In der Corona-Krise ist vieles anders, er aber nicht weniger gefordert. Wie funktioniert Zusammenhalt trotz Lockdown? Wie geht Gemeinsamkeit trotz Einsamkeit? Wie geht Fitness ohne Teamtraining? Der SPORTBUZZER fragt nach: Wie ist die Lage, Kapitän? 

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In Zeiten von Corona und dem damit verbundenen Lockdown sollen die sozialen Kontakte weitestgehend minimiert werden.Für Fußballer gibt es kein Mannschaftstrainining, Mörses Kapitän Sören Hampel hat einen besonderen Ersatz gefunden - er übt mit seinem Hund Buddy im "Mantrailing". Was Personenspür- und Rettungs-Hunde in ihrer Ausbildung lernen, bietet sich auch als privates Hundetraining an, findet Hampel. Beim Mantrailing wird der Geruchssinn von Hunden trainiert, Personen anhand von Hautschuppen oder Haaren aufgespürt.

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„Es ist sehr fordernd für die Hunde und gewinnt zunehmend an Beliebtheit“, so Hampel. Und auch der 25-Jährige ist gefordert, wenn sein Golden Retriever die Fährte aufnimmt. „Ich laufe mit einer Schleppleine dicht hinter Buddy und darf ihm dabei nicht zu viel Raum geben, damit er die Fährte nicht verliert“, sagt Hampel. „Dabei kommt man schnell aus der Puste.“ Im Normalfall werden Hampel und Buddy durch eine Hundetrainerin angeleitet, eine Person aus der Trainingsgruppe dient als Zielperson, zu der die Fährte aufgenommen wird. Während des Lockdowns übernimmt Hampels Freundin Anna diese Rolle.

Mehr zur Kapitäns-Serie

Seit dieser Saison ist Mörses Außenbahnspieler Mannschaftskapitän, er übernahm das Amt von Marcel Poguntke, der privat ausgelastet ist und zuletzt von Verletzungen geplagt war. Hampel wurde aus der Mannschaft heraus als neuer Kapitän vorgeschlagen und im Anschluss gewählt, Poguntke ist sein Stellvertreter. Hampel bezeichnet sich als kommunikativen Typen auf dem Platz, der die jüngeren Mitspieler fördern möchte. Neben den bisherigen drei Saisonspielen in der Bezirksliga, von denen die TSG zwei gewann und eines verlor, ist Hampel in aber „leider weniger im sportlichen Bereich“ gefordert. Banden aufbauen, Hinweisschilder anbringen, die Mannschaft in zwei Kabinen aufteilen, vieles musste vor dem erneuten Sportverbot vorbereitet werden, um den Spielbetrieb aufnehmen zu dürfen.

Seit sechs Jahren kickt der Student für Wirtschaftsingenieurwesen bei der TSG, Hampel lobt den Zusammenhalt unter den Teamkollegen, den er gerade schmerzlich vermisst. „Auch außerhalb des Fußballs mit den Jungs Essen zu gehen oder in einer Bar Fußball zu schauen, das fehlt mir gerade sehr.“ Von Trainer Thomas Orth bekam die Mannschaft für die Zeit ohne Teamtraining keinen Fitnessplan an die Hand, doch die Spieler kontrollieren sich mit einer Lauf-App gegenseitig. „Es läuft alles auf freiwilliger Basis, aber die App dienst als Ansporn, an den fleißigsten Mitspielern dranzubleiben“, sagt Hampel, der an mangelnde Fitness keinen Gedanken verschwenden muss. Dafür wird Hund Buddy schon sorgen.

Die etwas anderen Kapitäns-Tipps in der Corona-Krise

Serien-Tipp: „Blacklist. Mit gefallen an der Serie die Charaktereigenschaften des Hauptakteurs Red.“

Gaming-Tipp: „Apex Legends. Mir gefällt an dem Spiel, dass man viele Runden spielen und sich mit Spielern auf der ganzen Welt messen kann.“

Gesellschaftsspiel-Tipp: „Skyjo oder Risiko. In kleinen Gruppen bringen die Spiele unglaublich viel Spaß. Mir gefällt die Kombination aus Glück und Strategie.“