22. Mai 2020 / 17:26 Uhr

Kein Videostudium des 8:0-Rekordsiegs: Wie Julian Nagelsmann RB Leipzig für das Gastpiel in Mainz motiviert

Kein Videostudium des 8:0-Rekordsiegs: Wie Julian Nagelsmann RB Leipzig für das Gastpiel in Mainz motiviert

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
LEIPZIG, GERMANY - MAY 16: Julian Nagelsmann, Head Coach of RB Leipzig reacts during the Bundesliga match between RB Leipzig and Sport-Club Freiburg at Red Bull Arena on May 16, 2020 in Leipzig, Germany. The Bundesliga and Second Bundesliga is the first professional league to resume the season after the nationwide lockdown due to the ongoing Coronavirus (COVID-19) pandemic. All matches until the end of the season will be played behind closed doors. (Photo by Jan Woitas/Pool via Getty Images)
RB-Coach Nagelsmann treibt seine Jungs an. Die Roten Bullen sollen am Sonntag in Mainz ordentlich zündeln. © Getty Images
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Im Hinspiel fegte RB Leipzig den FSV Mainz 05 beim höchsten Sieg der Bundesliga-Geschichte mit 8:0 vom Platz. Dennoch hat das Hinspielvideo bei der Vorbereitung für die Partie am Sonntag (15.30 Uhr) keine Rolle gespielt, wie Trainer Julian Nagelsmann am Freitag auf der Presskonferenz verriet.

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1:0 Sabitzer, 2:0 Werner, 3:0 Nkunku, 4:0 Halstenberg, 5:0 Poulsen, 6:0 Werner, 7:0 Mukiele, 8:0 Werner. Es war eine historische Leistung, die RB Leipzig am 2. November 2019 gegen den FSV Mainz 05 ablieferte. Das 8:0 war nicht nur der höchste Sieg der Bundesliga-Geschichte, sondern läutete auch den Beginn einer ganz starken Serie ein. Die Nagelsmann-Elf holte zum Ende der Hinrunde 22 von 24 möglichen Punkten, kletterte von Platz sechs auf Platz eins der Bundesliga und sicherte sich erstmals seit dem Aufstieg 2016 die Herbstmeisterschaft. „Das war ein außergewöhnliches Spiel. Bei uns lief alles, bei Mainz lief gar nichts“, blickt Nagelsmann zurück.

Ähnliche Vorzeichen wie vorm Hinspiel

Die Vorzeichen vor dem Rückspiel gegen die Mainzer am Sonntag (15.30 Uhr) ähneln denen aus dem Herbst. Damals (viermal in Folge nicht gewonnen) und heute (drei Unentschieden in Serie) lief es vor dem Duell gegen das Ex-Team von Jürgen Klopp in der Liga so lala. Beide Male war RB von Platz eins in der Tabelle abgerutscht – auf den sechsten bzw. vierten Rang. Beide Male beging RBL gegen den SC Freiburg Chancenwucher. Am vergangenen Samstag reichten 22 Torschüsse nur zu einem mageren 1:1 gegen die Breisgauer, im Hinspiel unterlag RBL gar 1:2.

DURCHKLICKEN: Bilder von Leipzigs 8:0-Gala gegen Mainz

Torfestival in der Red-Bull-Arena: RB Leipzig schickt die völlig überforderten Kicker aus Mainz am 2. November 2019 mit acht Toren nach Hause. Zur Galerie
Torfestival in der Red-Bull-Arena: RB Leipzig schickt die völlig überforderten Kicker aus Mainz am 2. November 2019 mit acht Toren nach Hause. ©

Der Rekordsieg gegen Mainz hat bei der Vorbereitung unter der Woche im Videostudium trotz der Parallelen keine Rolle gespielt. „Auf das 8:0 bin ich nicht noch mal eingegangen“, sagte Nagelsmann auf der Pressekonferenz am Freitag. Stattdessen wollte er daran erinnern, „welche Serie wir da starten konnten“ – verbunden mit einer Kampfansage an die Liga. „Das versuchen wir jetzt erneut.“

Nagelsmann: RB ist wie ein Lagerfeuer

Um seinen Schützlingen gegen die auf Revanche sinnenden Mainzer Selbstvertrauen einzuimpfen, griff Nagelsmann auf einen Vergleich zurück. Eine Kerze und ein Lagerfeuer bestünden beide aus Feuer, erzählte der 32-Jährige. „Aber das eine geht bei Gegenwind aus, das andere brennt noch ein bisschen mehr.“ Den aktuellen Gegenwind sollen seine Jungs daher nutzen, um noch heißer zu brennen. Denn für ihn ist klar: „Wir sind keine Kerze, sondern eher ein Lagerfeuer“. Und das soll am Sonntag natürlich ordentlich zündeln, um die drei Punkte aus der Opel Arena mitzunehmen. Auch wenn er in Richtung von Ex-RB-Coach Achim Beierlorzer, der Mainz seit Ende November betreut und geradlinigen Fußball mit variablen Grundordnungen spielen lässt, viel Lob verteilte. „Da sieht man schon, dass der Achim mal bei RB war“, sagte Nagelsmann.

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Der Coach des Tabellenvierten ließ sich mit Verweis auf die 22 Torschüsse gegen Freiburg trotz der warmen Worte für den Gegner zu einer eher seltenen Vorhersage hinreißen. Er gehe zwar nicht davon aus, dass die Leipziger Fans vor den TV-Bildschirmen am Sonntag wieder ein 8:0 zu sehen bekommen. „Aber wenn wir eine ähnliche Anzahl an Torchancen haben, dann werden wir garantiert gewinnen.“

Mit Hinblick auf das Saisonziel Champions-League-Qualifikation – Leverkusen hupt und drängelt schon auf Platz fünf – ist der erste Dreier seit dem 5:0 auf Schalke Ende Februar bitter nötig.