10. November 2020 / 10:42 Uhr

Kein Weltcup-Ticket: Schwerer Rückschlag für Skeleton-Profi Jungk

Kein Weltcup-Ticket: Schwerer Rückschlag für Skeleton-Profi Jungk

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Axel Jungk springt im 1. Lauf im Enso-Eiskanal auf sein Skeleton.
Diese Saison hat es Axel Jungk nicht in das Weltcup-Team geschafft.mitmischen. © dpa
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Das Oberbärenburger Skeleton-Ass wurde nicht für das Weltcup-Team nominiert. Auch im Europacup darf der 29-Jährige nicht starten, da er in der Weltcup-Rangliste zu weit oben steht. Doch für die Heim-WM in Altenberg gibt es noch Hoffnung.

Dresden. Das ist bitter. Wie erwartet wurde Skeleton-Ass Axel Jungk (Oberbärenburg) von Bundestrainer Christian Baude nicht für die Weltcup-Mannschaft nominiert. Seit 2014 war der 29-Jährige stets dabei und gehörte in der Welt zu den Besten. Doch in diesem Jahr lief es in der Selektion für den gebürtigen Zschopauer nicht. Nach Platz vier am Wochenende bei der Deutschen Meisterschaft wurden der ohnehin gesetzte Weltmeister Christopher Grotheer (Thüringen), Juniorenweltmeister Felix Keisinger (Königssee) und der frischgebackene deutsche Meister Alexander Gassner (Winterberg) ins Weltcup-Team berufen.

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Am 20. November fällt der Startschuss in die Weltcup-Saison im lettischen Sigulda. Axel Jungk soll zunächst im Intercontinental Cup starten. Der in Dresden lebende Sachse ist natürlich geknickt und gibt zu: „Es fällt mir immer noch schwer, das alles einzuordnen. Selbst die Bundestrainer können es sich nicht richtig erklären. Das Schlimme an der Situation ist, dass ich körperlich noch nie so problemlos in eine Saison gestartet bin. Der Rücken hat nicht gezwackt und auch die Achillessehne hatte ich dank einer Stoßwellentherapie sehr gut im Griff“, hadert Jungk.

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Das Schlüsselproblem sei wohl die erste Selektion in Altenberg gewesen, wo er zweimal in Führung liegend am Ende mit den Plätzen zwei und vier vorliebnehmen musste. „Dann kamen die Rennen in Sigulda. Die Bahn liegt mir eher nicht und danach erhöhte sich der Druck immer mehr. Am Ende war es sicher auch eine Kopfsache“, räumt der Olympia-Siebente von 2019 ein.

EC-Cup als Spurschlitten nutzen

Am Mittwoch geht es erstmal nach Oberhof, wo die FES-experten seinen Schlitten überprüfen sollen. „Ich muss jetzt vier, fünf Faktoren abklären. Das eine ist das Material, da will ich auch mit Francesco Friedrich wegen der Kufen Kontakt aufnehmen. Dann muss ich mich der Athletik widmen, damit ich in Zukunft nicht nur mitstarte, sondern wieder eine Startrakete werde. Eine weitere Stellschraube ist, an meiner Fahrlage zu arbeiten und ohne Druck viele Fuhren zu absolvieren, um mir Sicherheit zu holen.“

Da aber liegt das nächste Problem: Axel Jungk – wie übrigens auch Vereinskollegin Susanne Kreher – ist zwar für den Intercontinental Cup nominiert, der startet aber frühestens im Januar, wenn überhaupt. Im Europacup aber darf der Siebente des Gesamt-Weltcups der Vorsaison nicht starten. „Laut Regularien sind die ersten 15 der Rangliste nicht startberechtigt“, erläutert Jungk, der nächste Woche in Winterberg zumindest als Spurschlitten den EC-Cup nutzen will.

Abgeschrieben habe ihn der Bundestrainer jedoch nicht. „Er hat mir versprochen, dass ich mit nach Peking darf, um die Olympiabahn kennenzulernen. Auch die WM in Altenberg habe ich noch nicht abgehakt, denn wenn Felix Keisinger wieder Junioren-Weltmeister wird, könnten ja vier Herren starten“, hofft der Sachse.