09. September 2022 / 11:44 Uhr

"Keine Ahnung vom Fußball": Mainz-Boss Heidel motzt nach Tuchel-Rauswurf gegen Chelsea

"Keine Ahnung vom Fußball": Mainz-Boss Heidel motzt nach Tuchel-Rauswurf gegen Chelsea

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Christian Heidel kritisiert die Chelsea-Bosse für die Entlassung von Thomas Tuchel.
Christian Heidel kritisiert die Chelsea-Bosse für die Entlassung von Thomas Tuchel. © IMAGO/PA Images/Kessler-Sportfotografie (Montage)
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Die Entlassung von Trainer Thomas Tuchel beim FC Chelsea kam plötzlich. Über die Gründe des jähen Endes der Tuchel-Ära bei den Londonern wird gemutmaßt. Mainz-Sportvorstand Christian Heidel, der einst selbst mit dem Coach zusammenarbeitete, findet klare Worte in Richtung der Chelsea-Bosse.

Nach nur 100 Tagen haben die neuen Chelsea-Eigentümer das Vertrauen in Thomas Tuchel verloren. Eiskalt setzten die neuen Klub-Besitzer um US-Milliardär Todd Boehly den deutschen Trainer am Morgen nach dem verpatzten Champions-League-Start gegen Dinamo Zagreb (0:1) vor die Tür. Eine Entscheidung, die bei Christian Heidel, einem ehemaligen Tuchel-Weggefährten und aktuellen Sportvorstand bei Mainz 05, auf Unverständnis stößt. So sei die Freistellung des 49-Jährigen "aus heiterem Himmel" gekommen, befand der Mainz-Boss gegenüber der Bild.

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Vorausgegangen war ein durchwachsener Saisonstart. In der Premier League hatten die "Blues" nur drei von sechs Spielen gewonnen, als Sechster betrug der Rückstand auf Tabellenführer Arsenal dennoch nur fünf Punkte. Am Dienstag setzte es auch international einen Nackenschlag, als Chelsea sein erstes Gruppenspiel in der Königsklasse in Zagreb verlor. Doch angeblich ist der überraschende Rauswurf keine Reaktion auf die Niederlage. Laut britischen Medien hatten die neuen Chelsea-Inhaber schon länger mit dem Schritt geliebäugelt. "Der Rauswurf ist Wasser auf die Mühlen derer, die gegen Investoren im Fußball sind. Das war eine reine Investoren-Entscheidung", ist sich auch Heidel sicher. Dazu passt, dass der Telegraph über ein in den vergangenen Wochen abgekühltes Verhältnis zwischen den Inhabern und Tuchel berichtete.

Rein aus sportlicher Sicht sei die plötzliche Trainer-Entlassung laut Heidel jedenfalls nicht zu rechtfertigen: "Da hat einer, der keine Ahnung vom Fußball hat, wohl gemeint, dass ihm Platz 6 nicht mehr reicht und gesagt: Dann probieren wir halt mal einen anderen Trainer. Nach nur sechs Spielen kann es für mich keinen anderen Grund geben", motzt der 59-Jährige in Richtung der Chelsea-Bosse.

Der Vertrag von Tuchel bei den "Blues" galt vor seiner Freistellung noch bis zum Sommer 2024. Bei den Chelsea-Fans ist der Deutsche beliebt. In anderthalb Jahren in London gewann er die Champions League, den Supercup und die Klub-Weltmeisterschaft. Zudem führte er die Blues zweimal ins FA-Cup-Finale, das Chelsea in diesem Jahr unglücklich im Elfmeterschießen gegen den FC Liverpool verlor. "Diese Entscheidung werden sie bei Chelsea noch bitter bereuen – so einen guten Trainer bekommen sie so schnell nicht wieder", sagte Heidel.

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