23. Februar 2022 / 12:08 Uhr

Keine Chance für Wolfsburgs Waldschmidt? Kohfeldt ist "weiterhin von seinen Qualitäten überzeugt"

Keine Chance für Wolfsburgs Waldschmidt? Kohfeldt ist "weiterhin von seinen Qualitäten überzeugt"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sein einziges Tor für den VfL: In der Hinrunde traf Waldschmidt gegen Gladbach. Von einem Stammplatz im Team von Trainer Kohfeldt (l.) ist er aktuell weit entfernt.
Sein einziges Tor für den VfL: In der Hinrunde traf Waldschmidt gegen Gladbach. Von einem Stammplatz im Team von Trainer Kohfeldt (l.) ist er aktuell weit entfernt. © Boris Baschin / dpa
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Der VfL Wolfsburg muss am Samstag bei Borussia Mönchengladbach antreten. Im Hinspiel hat VfL-Offensivmann Luca Waldschmidt sein erstes und einziges Tor für die Niedersachsen erzielt. Viel zu wenig für einen wie ihn, der ganz andere Ansprüche hat.

Torjäger, Spielmacher, Vorbereiter – beim VfL Wolfsburg haben sie Luca Waldschmidt nach dessen Verpflichtung im Sommer für 12 Millionen Euro von Benfica Lissabon in der Offensive so ziemlich alles an Positionen zugetraut. Aber: Wirklich zurückzahlen konnte der technisch versierte Offensivmann das in ihn gesetzte Vertrauen bisher nicht. In den letzten drei Fußball-Bundesliga-Spielen kam Waldschmidt gerade einmal auf sieben Einsatzminuten, aber Florian Kohfeldt lässt den ehemaligen deutschen Nationalspieler nicht fallen, sagt er vor dem Spiel am Samstag bei Borussia Mönchengladbach. Im Hinspiel hatte Waldschmidt sein einziges VfL-Tor erzielt.

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Zuletzt hatte Waldschmidt zweimal in Folge gar nicht gespielt. „Wir werden immer wieder Phasen haben, in denen wir so etwas haben“, will der Trainer das nicht überbewertet wissen. „Luca und ich haben in den vergangenen zwei Wochen gesprochen – auch unter vier Augen. Er ist definitiv nicht abgeschrieben.“ Allerdings: Wie die Niedersachsen selbst läuft er in dieser Saison seinen Ansprüchen hinterher. Egal, ob er starten durfte oder von der Bank kam. Und Waldschmidts Chancen auf die Startelf werden nicht zwingend größer, denn mit Lukas Nmecha steht ein Torjäger vor dem Comeback, zudem hat der VfL im Winter mit Max Kruse (kam für 5 Millionen Euro von Union Berlin) und Jonas Wind (kam für 12 Millionen Euro vom FC Kopenhagen) zwei neue Offensivspieler geholt.

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Kruse ist schnell ein Schlüsselspieler geworden bei Kohfeldt, Wind war sofort drin in der ersten Elf und traf gegen Hoffenheim erstmals – und das auch noch sehenswert. Und Lukas Nmecha steht nach überstandener Knöchelverletzung womöglich schon am Samstag in Gladbach erstmals wieder im Wolfsburger Kader. Es ist davon auszugehen, dass Kohfeldt künftig verstärkt auf das Trio Lukas Nmecha (ganz vorn), Kruse und Wind (auf dem Flügel) setzt, zudem haben die Wolfsburger auch noch Maximilian Philipp (sehr ordentlich gegen Hoffenheim), Dodi Lukebakio, Bartosz Bialek und Aster Vranckx für die Offensive. Letzterer ist zwar einer fürs Mittelfeld, aber Kohfeldt hat ihn auch schon auf dem offensiven Flügel gebracht.

Einmal erst hat Waldschmidt getroffen, am 2. Oktober beim 1:3 in der Hinrunde gegen Gladbach, beim 1:1 gegen Frankfurt und beim 2:0-Sieg in Fürth waren ihm jeweils ein Assist gelungen. Zu wenig für einen so feinen Fußballer wie Waldschmidt, der am Dienstag im Training zeigte, wie gut er sein kann. Aber auf die Spiele bekommt er gute Trainingsleistungen nicht konstant übertragen, was auch an einer hartnäckigen Muskelverletzung lag, die etwa Einsätze in der Liga gegen Freiburg, Leverkusen und Augsburg sowie in der Champions-League (beide Duelle mit RB Salzburg) unmöglich gemacht hatten. "Ich bin gekommen, war raus, war wieder da, war wieder raus, wieder da, dann war Winterpause. Ich brauche noch mehr Rhythmus, um mit dem Ball Lösungen zu bieten und in Drucksituationen zu helfen“, hatte Waldschmidt vor einem guten Monat gesagt – aber wirklich besser geworden ist sein Spiel nicht, das des Teams insgesamt jedoch schon.

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Dennoch: „Ich bin weiterhin von seinen Qualitäten überzeugt“, versucht Kohfeldt den Sommer-Königstransfer zu pushen. „Ich hoffe, dass er sich ein bisschen mehr freischwimmt, Freiheiten nimmt und Kreativität auf den Platz bringt – das hat er im Training getan“, lobt der Coach. Deshalb „drängt er sich auf“. Aufdrängen – das gelte jedoch „für alle“ und sei „eine gute Situation“ für ihn als Trainer, gleichwohl aber auch „eine schwere Situation“. Was Kohfeldt damit meint: Er hat die Qual der Wahl – vor allen Dingen in der Offensive.

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