15. Mai 2020 / 12:07 Uhr

Keine Einigung: Gütetermin zwischen TKH und Ex-Trainerin Gallova verläuft erfolglos

Keine Einigung: Gütetermin zwischen TKH und Ex-Trainerin Gallova verläuft erfolglos

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Tatiana Gallova und der TK Hannover arbeiten nicht mehr zusammen, sondern streiten vor Gericht.
Tatiana Gallova und der TK Hannover arbeiten nicht mehr zusammen, sondern streiten vor Gericht. © Debbie Jayne Kinsey
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Ende Februar ist Tatiana Gallova fristlos und mit normaler Kündigungsfrist zum Juni gekündigt worden. Sportliche Gründe gab es keine, sondern zwischenmenschliche. Seither streiten der TK Hannover und seine Ex-Trainerin vor Gericht - ein Gütetermin hat keine Einigung gebracht. 

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Die gekündigte Trainerin Tatiana Gallova und die Basketballabteilung des TK Hannover streiten sich weiter vor Gericht. Beim Gütetermin am Mittwochnachmittag im Arbeitsgericht Hannover gab es keine Einigung zwischen den streitenden Parteien.

Abmahnung erst nach Kündigung?

Die Slowakin war am 28. Februar, fünf Tage nach der Heimpleite gegen Keltern, zunächst fristlos gekündigt worden, später am 7. April zusätzlich mit der normalen Kündigungsfrist zum 30. Juni. Der seit August 2019 bestehende Vertrag wäre noch bis Ende Mai 2021 gelaufen. Sportliche Gründe gab es keine, sondern zwischenmenschliche.

Gallova soll laut TKH insbesondere im Spiel gegen Keltern verbal und mit Gesten (Mittelfinger) gegnerische Spieler und Trainer beleidigt haben. Zuvor war auch schon eine Abmahnung ausgesprochen worden, die aber Gallova erst nach der fristlosen Kündigung erhalten haben will. Es soll jedenfalls auch Spannungen zwischen Trainerin und Teamchef Rodger Battersby sowie zwischen Trainerin und eigener Mannschaft gegeben haben.

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Gallova reichte gegen ihre Kündigungen am 9. März Klage ein. Ein erster Gütetermin im März musste aufgrund der Corona-Krise verschoben werden. Telefonisch erzielten beide Seiten keine Einigung. Auch am Mittwoch nicht. Gallovas Anwalt zweifelt die Gründe für die beiden Kündigungen an. Zum einen lägen für die Vorwürfe keine Beweise vor, zum anderen müsste noch geklärt werden, ob die TK Hannover Damen-Basketball Spielbetrieb KG ein Kleinunternehmen ist oder nicht. Ist das Unternehmen größer, bedarf es laut des Kündigungsschutzgesetzes eines besonderen Grundes, einen Arbeitnehmer zu feuern.

Urteil am 3. September?

Richter Axel von der Straten schlug eine gütliche Einigung vor in Bezug auf die bis Ende Juni ausstehenden Gehälter. Doch darauf ließen sich die anwesende Gallova und der für sie sprechende Anwalt nicht ein.

Beide Parteien sind nun aufgerufen, ihre jeweiligen Positionen detaillierter zu belegen und anhand der Verträge sämtlicher Angestellter zum Zeitpunkt der Kündigung zu klären, wie groß die Spielbetrieb KG tatsächlich ist. Von der Straten setzte für den 3. September einen Kammertermin fest, bei dem ein Urteil gefällt werden könnte.