11. August 2018 / 17:26 Uhr

Keine Ernte auf der „Alm“: Dynamo Dresden verliert 1:2 in Bielefeld

Keine Ernte auf der „Alm“: Dynamo Dresden verliert 1:2 in Bielefeld

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
11.08.2018, Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: Fußball: 2. Bundesliga, Arminia Bielefeld - Dynamo Dresden, 2. Spieltag in der Schüco-Arena. Julian Börner von Bielefeld (r) im Kampf um den Ball mit Lucas Röser (l) von Dresden. Foto: Friso Gentsch/dpa - Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++
Dynamo Dresdens Lucas Röser im Zweikampf mit Bielefelds Julian Börner. © dpa
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Das Team von Trainer Uwe Neuhaus gerät früh durch die Treffer von Edmundsson und Klos in Rückstand. Der Anschlusstreffer von Berko kommt zu spät. 

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Bielefeld. Dynamo Dresden hat am Sonnabendnachmittag bei Arminia Bielefeld das erste Auswärtsspiel der neuen Zweitliga-Saison mit 1:2 (0:2) verloren. Vor 19.409 Zuschauern in der Schüco-Arena brachten Edmundsson und Klos die Ostwestfalen vor der Pause verdient in Front. Nach dem Seitenwechsel blieben die Gäste zu harmlos. Erst in der 86. Minute gelang dem unmittelbar zuvor eingewechselten Erich Berko der Anschluss. In der dreiminütigen Nachspielzeit ließen die Dresdner beste Ausgleichschancen ungenutzt.

Damit gab es für die Schwarz-Gelben nach ihrem 1:0-Heimsieg vom ersten Spieltag gegen den MSV Duisburg den ersten Dämpfer. Da sich Kapitän Marco Hartmann in dieser Partie einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen hatte, musste Trainer Uwe Neuhaus seine Startelf auf der „Alm“ auf einer Position umbauen: Rico Benatelli rückte für Hartmann ins Mittelfeld.

Bei etwas über 20 Grad Celsius und leicht bewölktem Himmel waren zunächst die Gastgeber bemüht, vor heimischer Kulisse das Zepter zu übernehmen. Die Ostwestfalen hatten mehr Ballbesitz, auch wenn anfangs keine Torchancen heraussprangen. Allerdings machte die erstmals in ihren weinrot-weiß gestreiften Auswärtstrikots aufgelaufene SGD auch geschickt die Räume eng und stellte die Arminen zu.

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DSC Arminia Bielefeld - SG Dynamo Dresden (2:1) Zur Galerie
DSC Arminia Bielefeld - SG Dynamo Dresden (2:1) ©
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Ein technischer Fehler von Hamalainen an der Strafraumgrenze führte in der 11. Minute zur ersten Gelegenheit für die Bielefelder, doch Andreas Voglsammer brachte nicht genügend Druck hinter Joan Edmundssons Flankenball. Dynamos erste Einschusschance resultierte aus einem schnellen Vorstoß von Linus Wahlqvist über die rechte Seite, den Florian Hartherz nur per Trikotbremse stoppen konnte, wofür er die Gelbe Karte sah. Nach dem Freistoß von Patrick Ebert, der Marco Hartmann als Kapitän vertrat, zog Haris Duljevic aus 25 Metern ab, doch Stefan Ortega im Bielefelder Tor parierte.

Nun aber wurden die Bielefelder stärker und spielten schneller nach vorn. Und Dynamos Fünfer-Abwehrkette mit Jannik Müller in der Zentrale wackelte. Joan Edmundsson (23.) und Kapitän Julian Börner per Kopf (25.) hatten nach Abwehrschnitzern bereits gute Gelegenheiten. In der 27. Minute besorgte Edmundsson das mittlerweile verdiente 0:1 mit platziertem Schuss aus zehn Metern frei vor Markus Schubert. Müller hatte den Ball auf Voglsammer geköpft, der schön durchsteckte.

Und auch danach sah die neuformierte Dresdner Defensive, die in der Vorwoche gegen Duisburg kein Gegentor zugelassen hatte, mehrfach nicht gut aus. Beim nächsten vielversprechenden Vorstoß verpasste Keanu Staude mit seinem Schuss rechts übers Tor das mögliche 0:2 (30.). Wenig später war es dann doch soweit: Moussa Koné verlor in der gegnerischen Hälfte den Ball und die aufgerückten Dresdner liefen in einen Konter. Über die Stationen Staude und Edmundsson kam der Ball zu Fabian Klos, der aus 15 Metern überlegt traf (33.).

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(1) Markus Schubert: Ist bei beiden Gegentoren im ersten Abschnitt schuldlos. Bekommt vor allem nach dem 1:0 der Bielefelder mehr zu tun, ist aber in allen entscheidenden Szenen aufmerksam zur Stelle. Verhindert in der 74. Spielminute im Eins-gegen-Eins mit Bielefelds Sven Schipplock das dritte Gegentor und hält Dynamo damit im Spiel. Note 3 Zur Galerie
(1) Markus Schubert: Ist bei beiden Gegentoren im ersten Abschnitt schuldlos. Bekommt vor allem nach dem 1:0 der Bielefelder mehr zu tun, ist aber in allen entscheidenden Szenen aufmerksam zur Stelle. Verhindert in der 74. Spielminute im Eins-gegen-Eins mit Bielefelds Sven Schipplock das dritte Gegentor und hält Dynamo damit im Spiel. Note 3 ©

In der Vorsaison hatte Dynamo beim 3:2-Sieg auf der „Alm“ zwar auch einen Rückstand gedreht, aber zwei Tore Rückstand vor der Pause waren ein hartes Brot. In Minute 34 fasste sich Haris Duljevic ein Herz und lief bei seiner schönen Einzelaktion von der Mittellinie mit dem Ball bis an den Sechzehner, doch sein Schuss flog rechts am Tor vorbei.

Bei einem weiten Ball verschätzte sich dann Müller erneut (43.), so dass Voglsammer plötzlich frei vor Schubert auftauchte, den Ball aber neben das Gehäuse setzte. Durchatmen bei den Dynamos. Vorm Seitenwechsel hatten sie dann immerhin noch eine Halbchance, doch Lucas Rösers Schussversuch wurde von Julian Börner geblockt (45.).

In der Halbzeitpause blieb Uwe Neuhaus nichts anderes übrig, als den überforderten Jannik Müller im Abwehrzentrum vom Feld zu nehmen. Ihn ersetzte Jannis Nikolaou – allerdings als Sechser. Dynamo stellte von der Dreier- auf die Viererkette um. Die beiden Neuzugänge Brian Hamalainen und Dario Dumic bildeten nun das Innenverteidigerduo.

Die Dresdner versuchten jetzt öfter, den schnellen Moussa Koné in Szene zu setzen. In der 57. Minute war er auf der rechten Seite durchgebrochen, bei seinem Versuch aus spitzem Winkel war Ortega allerdings zur Stelle. Nach 60 Minuten wollte Neuhaus neuen Schwung ins Mittelfeld bringen und nahm Rico Benatelli heraus, der neben Patrick Ebert der deutlich unauffälligere Mann in der Zentrale war. Baris Atik kam für ihn in die Partie.

Bei Atiks Ballverlust (65.) musste Nikolaou vorm Strafraum ein Foul gegen Staude ziehen, sah dafür von Schiedsrichter Sven Jablonski den Gelben Karton. Voglsammers Freistoß ging knapp vorbei. Die Bielefelder konnten sich mit der Führung im Rücken etwas zurückziehen, was den Gästen einige Vorstöße ermöglichte. Bei einem davon kam Moussa Koné im Strafraum zu Fall, doch der Elfmeterpfiff blieb aus (72.).

Kurz danach hatte der Senegalese eine Kopfballchance und die Dresdner Fans jubelten bereits, doch der Ball landete am Außennetz. Auf der anderen Seite musste Schubert im Spiel Mann gegen Mann gegen den eingewechselten Schipplock klären (74.). Ein 0:3 zu diesem Zeitpunkt hätte wohl den Todesstoß für die Dresdner bedeutet. So aber bewahrten sie sich die Hoffnung auf das Anschlusstor.

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum Spiel

Lucas Röser (SG Dynamo Dresden): Wir sind komplett anders ins Spiel gestartet, als wir es eigentlich wollten, haben quasi die erste Halbzeit komplett verpennt. Da ging so gut wie gar nichts bei uns. Das ist natürlich sehr bitter. Dann sind wir die ganze Zeit einem 2:0-Rückstand hinterher gelaufen. .....Wir waren nicht richtig in den Zweikämpfen drin, waren nicht sauber im Passspiel, haben nicht nach vorne kombiniert. Es hat einfach nichts geklappt in der ersten Halbzeit. Wir haben natürlich dann in der Pause gesagt, dass wir es in der zweiten Halbzeit besser machen wollen, dass wir nix mehr verlieren können. Ich denke, da ist es uns auch besser gelungen und wir hatten auch genug Chancen. Wenn wir da früher ein Tor machen oder eine Chance früher nutzen, dann haben wir vielleicht auch ein bisschen mehr Zeit. Aber so tut es natürlich weh. Zur Galerie
Lucas Röser (SG Dynamo Dresden): Wir sind komplett anders ins Spiel gestartet, als wir es eigentlich wollten, haben quasi die erste Halbzeit komplett verpennt. Da ging so gut wie gar nichts bei uns. Das ist natürlich sehr bitter. Dann sind wir die ganze Zeit einem 2:0-Rückstand hinterher gelaufen. .....Wir waren nicht richtig in den Zweikämpfen drin, waren nicht sauber im Passspiel, haben nicht nach vorne kombiniert. Es hat einfach nichts geklappt in der ersten Halbzeit. Wir haben natürlich dann in der Pause gesagt, dass wir es in der zweiten Halbzeit besser machen wollen, dass wir nix mehr verlieren können. Ich denke, da ist es uns auch besser gelungen und wir hatten auch genug Chancen. Wenn wir da früher ein Tor machen oder eine Chance früher nutzen, dann haben wir vielleicht auch ein bisschen mehr Zeit. Aber so tut es natürlich weh. ©
LESENSWERT

Allein die Chancen ließen lange Zeit zu wünschen übrig. Bis in der 86. Minute Erich Berko für Lucas Röser eingewechselt wurde – und prompt traf. Patrick Ebert hatte von der linken Seite einen weiten Ball auf Linus Wahlqvist geschlagen, der im Strafraum nur auf den völlig frei vorm leeren Tor stehenden Berko ablegen musste. Ein Hoffnungsschimmer keimte auf. Tatsächlich hätten Dario Dumic und Jannis Nikolaou (Pfosten) in der dreiminütigen Nachspielzeit noch große Chancen auf den Ausgleich. Doch die Bielefelder hielten hinten dicht.

Nun muss Uwe Neuhaus mit seinen Dynamos den Rückschlag verdauen, bevor es kommende Woche im nahen Lotte im DFB-Pokal gegen Rödinghausen geht.

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