10. März 2020 / 08:58 Uhr

Keine Fans wegen des Coronavirus: Diese finanziellen Folgen hätten Geisterspiele für die Klubs

Keine Fans wegen des Coronavirus: Diese finanziellen Folgen hätten Geisterspiele für die Klubs

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Als Vorsichtsmaßnahme vor der Ausbreitung des Coronavirus werden Fußballspiele ohne Publikum diskutiert - das würde sowohl die Bundesligisten, als auch die Regionalligisten einiges an Geld kosten.
Als Vorsichtsmaßnahme vor der Ausbreitung des Coronavirus werden Fußballspiele ohne Publikum diskutiert - das würde sowohl die Bundesligisten, als auch die Regionalligisten einiges an Geld kosten. © imago/Hartenfelser/foto2press/Panthermedia/Future Image/Montage RND
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Die möglichen Geisterspiele in den Bundesligen hätten auch finanzielle Folgen für die Vereine. Doch nicht nur in den beiden höchsten Profi-Ligen müssten Vereine mit Einbußen rechnen. Vor allem in der 3. Liga und der Regionalliga könnten die Klubs Probleme bekommen.

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Finanzielle Einbußen sind garantiert! Das Coronavirus nimmt derzeit einen großen Einfluss auf den Sport. Nach einer Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sollen Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abgesagt werden - oder im Falle von Fußball-Spielen ohne Zuschauer stattfinden. Das wird die Klubs aber finanziell treffen.

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Klar ist: Dürfen keine Fans ins Stadion, nehmen die Vereine keine Eintrittsgelder ein. Theoretisch zumindest. Der Dortmunder Rechtsanwalt Stefan Witte erklärte dem SPORTBUZZER, dass ein Zuschauerausschluss aufgrund des Coronavirus nicht unbedingt rechtlich als "höhere Gewalt" einzustufen sei - damit wären finanzielle Entschädigungen der Fans nicht zwingend von den Klubs zu zahlen. "Nach den bisherigen Aussagen der Verantwortlichen handelt es sich eher um eine präventive Maßnahme, damit das Gesundheitssystem nicht überlastet wird", sagte Witte. Dies macht eine Beantwortung der Frage, wer nun eventuelle Entschädigungen zahlt, noch schwieriger.

Vereine wollen Geld für Tickets zurückzahlen

Die Anhänger der meisten Vereine werden ihr Geld für gezahlte Eintrittsgelder aber sicherlich dennoch zurückerhalten. Denn aus Kulanz werden viele Vereine ihren Anhängern die Ticketpreise zurückerstatten. Zumindest in der Bundesliga. Fortuna Düsseldorf, der SC Freiburg und der VfL Bochum stoppten am Montag sogar die Vorverkäufe für ihre Spiele, damit sie hinterher nicht noch mehr Geld zurückerstatten müssen.

Der Regionalligist und Überraschungs-Halbfinalist im DFB-Pokal 1. FC Saarbrücken will seinen Fans die Karten zurückerstatten, sollte die Partie gegen Mainz II am kommenden Wochenende ausfallen."Wir lassen die Fans nicht im Regen stehen", sagte Fischer. "Sollten wir das Spiel ohne Zuschauer austragen müssen, werden wir den Dauerkarten- und Ticketbesitzern die Kosten erstatten – wenn diese auf uns zukommen."

Geisterspiele: Diese Partien wurden bereits ohne Zuschauer ausgetragen

Wegen Fan-Ausschreitungen und dem Coronavirus wurden bereits Geisterspiele in Europa ausgetragen. Der SPORTBUZZER zeigt eine Auswahl.  Zur Galerie
Wegen Fan-Ausschreitungen und dem Coronavirus wurden bereits Geisterspiele in Europa ausgetragen. Der SPORTBUZZER zeigt eine Auswahl.  ©

So ergibt sich für die Vereine in den Ligen aufgrund des Coronavirus auch finanzielle Nachteile. Bei einem Zuschauerschnitt von 40.867 Zuschauern in der Bundesliga würde Werder Bremen - das ziemlich genau im Schnitt liegt - circa 1,5 Millionen Euro Verlust pro Spieltag machen, berichtet die Bild. Borussia Dortmund würde ein Geisterspiel gegen den FC Schalke 04 sogar noch schlimmer treffen. Einnahmen von bis zu drei Millionen Euro für Tickets, Catering und Merchandising würden dem BVB durch die Lappen gehen.

Hohe Verluste für Regionalligisten

Insgesamt machen Ticketeinnahmen für die Vereine pro Jahr circa 13 Prozent des Jahresumsatzes in der Bundesliga aus. In der zweiten Liga sind es schon 17 Prozent. Deutlich schlimmer würden Geisterspiele aber sicherlich die kleineren Vereine treffen. "Als Regionalligist generieren wir im Vergleich zu den Bundesligisten einen größeren Anteil unserer Einkünfte aus Zuschauereinnahmen", sagte Marcus Uhlig vom Regionalligisten Rot-Weiss Essen.

Markus Kompp, Mangager von Waldhof Mannheim, sagte t-online.de: "Geisterspiele hätten eine finanzielle Auswirkung und wären nicht einfach zu stemmen. Es gibt in der 3. Liga Vereine, bei denen es Spitz auf Knopf zugeht und jeder Zuschauer zählt. Dort herrscht ein anderer Druck." Das trifft auch auf andere Vereine zu. Der 1. FC Magdeburg will deshalb das Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern gern verlegen lassen, da mit vielen Zuschauern zu rechnen sei.

Aus diesem Grund prüfe die DFL derzeit die Möglichkeit, das Lizenzverfahren für die kommende Spielzeit anzupassen. Auch wird über die "Auszahlungszeitpunkte von zentral generierten Einnahmen" diskutiert, teilte die DFL am Montagabend mit. Damit würden zumindest die Vereine der 2. Liga entlastet.