06. Juni 2020 / 11:29 Uhr

Keine Geschenke für Kocaks Kumpel: "Ich will das Spiel für 96 gewinnen"

Keine Geschenke für Kocaks Kumpel: "Ich will das Spiel für 96 gewinnen"

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ein Wiedersehen alter Bekannter: 96-Trainer Kenan Kocak (links) und Heidenheim-Coach Frank Schmidt sind seit Jahren gute Freunde.
Ein Wiedersehen alter Bekannter: 96-Trainer Kenan Kocak (links) und Heidenheim-Coach Frank Schmidt sind seit Jahren gute Freunde. © imago/foto2press
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Am Sonntag (13.30 Uhr) empfängt Hannover 96 den 1. FC Heidenheim in der HDI-Arena. Für 96-Coach Kenan Kocak ist es ein Wiedersehen mit einem alten Weggefährten, denn mit Heidenheims Trainer Frank Schmidt verbindet ihn eine lange Freundschaft. Schenken will Kocak seinem Kumpel allerdings nichts.

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Es ist schon eine ganz besondere Situation für 96 in ohnehin besonderen Zeiten. Wenn am Sonntag Aufstiegskandidat Heidenheim kommt (Anpfiff: 13.30 Uhr), ist es das fünfte Spiel in gerade mal 16 Tagen für das Team von Kenan Kocak. Eine enorme Belastung. Der Lohn für das Schlag-auf-Schlag-Programm: Seit dem 3:0 gegen Dresden dürfte der Klassenerhalt sicher sein, als schöne Momentaufnahme gab es vorübergehend Tabellenplatz sechs dazu.

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Am 14. November bestätigte Hannover 96 Kenan Kocak als Nachfolger von Mirko Slomka. Zur Galerie
Am 14. November bestätigte Hannover 96 Kenan Kocak als Nachfolger von Mirko Slomka. © imago/

Extrembelastung hat ein Ende

„Der Terminkalender war sehr straff. Wir haben uns die Situation so nicht ausgesucht – aber wir haben sie angenommen“, lobt Kocak. Der harte Alltag: Pflichtspiel, kurze Regeneration, und schon ging’s wieder los mit der Vorbereitung fürs nächste Spiel. „Von richtigem Training können wir nicht sprechen“, urteilt Kocak. Da war von den Profis auch jede Menge „Eigeninitiative gefordert“. Viel Schlaf und gesundes Essen brachten am Ende die nötigen Punkte. Trotzdem will Kocak vom Klassenerhalt noch nichts wissen. „Wir sollten nicht den Fehler machen und schon von der Rettung sprechen“, sagt der Coach.

"Haben halbwegs Planungssicherheit"

Rechnerisch ist ein Kellerplatz noch möglich, aber da geht’s um die Theorie. In der Praxis hat 96 die Gefahrenregion hinter sich gelassen. „Wir standen die gesamte Saison über voll im Abstiegskampf, jetzt haben wir dieses Gespenst endlich mal abgeschüttelt“, freut sich Gerhard Zuber. Der 96-Sportdirektor kann nun intensiver planen, mit welchem Personal die Mission Aufstieg in der nächsten Saison angegangen werden soll. „Wir haben halbwegs Planungssicherheit, ich kann die Gespräche jetzt intensivieren“, bestätigt er.

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Als Gegner greift 96 einmal noch ins Aufstiegsrennen ein. Heidenheim ist mittendrin im Rennen um die 1. Liga, man liegt als Tabellenvierter einen Punkt hinter dem Relegationsplatz. Da ist ein Sieg in Hannover eigentlich eingeplant, „so selbstbewusst können wir sein“, sagt FCH-Trainer Frank Schmidt.

"Ich bin hier für 96, und ich will das Spiel für 96 gewinnen"

Mit dem Langzeitcoach, der schon seit 2007 die Taktik in Heidenheim vorgibt, verbindet Kocak eine lange Freundschaft. „Er ist ein fantastischer Typ und ein Super-Trainer. Was er in Heidenheim auf die Beine gestellt hat, verdient großen Respekt“, so Hannovers Coach. 2003 spielten die beiden sogar zusammen bei Waldhof Mannheim. „Er hat mir als jungem Spieler viel geholfen“, sagt Kocak. Hilfe im Aufstiegsrennen kann Schmidt deshalb aber nicht erwarten. „Ich bin nicht hier, um anderen einen Gefallen zu tun. Ich bin hier für 96, und ich will das Spiel für 96 gewinnen.“

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Hendrik Weydandt (im Team seit 2018): Vertrag <b>läuft zum Saisonende aus</b> Zur Galerie
Hendrik Weydandt (im Team seit 2018): Vertrag läuft zum Saisonende aus ©

Im Hinspiel verlor Hannover deutlich mit 0:4. Kocak war damals noch einer von mehreren Trainerkandidaten nach der Beurlaubung von Mirko Slomka. „Ich habe mir das natürlich angeschaut im Fernsehen“, verrät Kocak. „Das war kein guter Tag für 96, aber das war eine ganz andere Situation.“

Die Situation ist endlich ein gute

Die Situation jetzt für 96 ist eine andere und endlich eine gute. Zuber würde Tabellenplatz sechs „gern einzementieren. Wir wollen uns im obersten Drittel festsetzen.“ Dann würde sich das bisschen Freizeit in der kommenden Woche sicher noch ein bisschen besser anfühlen.