25. Mai 2019 / 23:25 Uhr

Keine große Party auf der Festwiese: RB Leipzigs Public Viewing endet ganz still

Keine große Party auf der Festwiese: RB Leipzigs Public Viewing endet ganz still

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Public Viewing zum DFB Pokalfinale am 25.05.2019 auf der Festwiese an der Red-Bull-Arena in  Leipzig (Sachsen).
Enttäuschung und Frust waren bei den Fans von RB Leipzig nach der 0:3-Finalniederlage gegen den FC Bayern München groß. © Christian Modla
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Gemeinsam die Daumen drücken und am Ende feiern, feiern, feiern: So hatten sich die Besucher des Public Viewings auf der Festwiese ihren Abend vorgestellt. Doch dann schlug der FC Bayern München gegen RB Leipzig dreimal eiskalt zu.

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Leipzig. Es hätte eine historische Pokalnacht werden sollen. Auf der Leipziger Festwiese versammelten sich knapp 5000 RB-Fans und fieberten mit ihren Bullen mit. Sie wurden allerdings Zeuge einer herben 0:3-Schlappe gegen abgebrühte Bayern. Dabei wäre dieser Sieg so wichtig gewesen. Der Pott muss nach Leipzig und in den Osten, so der Tenor vor dem Spiel. „Wir müssen die Jungs einfach nur noch von der Leine lassen“, meinte Chefcoach Ralf Rangnick vor der Partie – und genauso furios legten die Rasenballer auch los. So wurde aus der familiären Festival-Stimmung schnell eine aufgeladene Stadionatmosphäre. Die mitgebrachten Campingsessel? Überflüssig!

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24.000 RB-Fans konnten am Samstag im Berliner Olympiastadion ihre Mannschaft anfeuern. Für die Daheimgebliebenen bot RB Leipzig ein Public Viewing auf der Festwiese vor der Red-Bull-Arena an. Zur Galerie
24.000 RB-Fans konnten am Samstag im Berliner Olympiastadion ihre Mannschaft anfeuern. Für die Daheimgebliebenen bot RB Leipzig ein Public Viewing auf der Festwiese vor der Red-Bull-Arena an. © Christian Modla
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Denn hier lag mehr in der Luft als nur ein sportlicher Erfolg. Noch nie konnte eine Mannschaft aus Ostdeutschland den DFB-Pokal gewinnen – und ein Sieg „gegen die Lederhosen aus München“ wäre noch süßer gewesen. „Es ist einfach nur genial innerhalb von zehn Jahren (seit der Gründung) im Pokalfinale zu stehen. Was das für die Region bedeutet, brauch ich ja nicht zu sagen“, erzählte RB-Fan Frank Röszker, der eigentlich in Berlin gewesen wäre. Doch die Schwiegermutter des 64-jährigen Dauerkartenbesitzers feierte ihren 80 Geburtstag. „Das hätte ich ihr nicht antun können.“

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Und dann schraubte sich Robert Lewandowski in den Berliner Nachthimmel – mitten hinein in die Leipziger Titelträume. Die Folge: blankes Entsetzen und Stille auf der Festwiese. Danach zeigten die Bayern den jungen Bullen wie Pokalfinale geht. Doch kurz vor der Pause brandete Jubel auf. Gefeiert wurde nicht der Ausgleich, sondern das nächste Geburtstagskind. Ibrahima Konaté kratzte den Ball von der Linie. „Ja, wann ist denn hier Halbzeit?“, sehnte ein Mann in voller RB-Kluft den erlösenden Pausenpfiff herbei.

Nach dem 0:2 wird es ganz still

In der Anfangsphase der zweiten Hälfte schlug das Stimmungsbarometer wieder in die richtige Richtung aus. Die Mentalität: Wir können das Ding noch drehen. „Wir sind Leipzig, Rasenballsport Leipzig“, skandierten einige Fans hoffnungsvoll. Es sollten die letzten Sprechchöre des Abends werden.

Denn Kingsley Coman rotzte die Kugel in der 78. Minute eiskalt ins Kreuzeck – sodass einigen Bullen-Fans die Frikadelle im Hals stecken blieb. Danach wurde es ganz still. Resignation machte sich breit. Nur vereinzelt waren mutige Bayern-Fans zu hören. „Wieso mutig? Ach, Leipzig ist doch ein Familienverein. Wir bekommen hier doch nur guten Zuspruch“, meinte ein junger Leipziger im Bayern-Trikot augenzwinkernd. Seinen Namen wollte er dann aber doch nicht verraten.

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RB Leipzig - Bayern München (0:3) Zur Galerie
RB Leipzig - Bayern München (0:3) ©

In der 86. Minute wurde es doch noch eine historische Pokalnacht, allerdings aus Münchner Sicht. Lewandowski schnürte einen Doppelpack und sicherte sich damit als erster Spieler in der Pokal-Historie zum dritten Mal hintereinander die Torjägerkanone. Den Leipzigern war es egal. Sie hatten genug gesehen und machten sich auf den Weg Richtung Straßenbahn. Andere waren mittlerweile damit beschäftigt weinende Kinder zu trösten. Die Pokalübergabe fand dann vor leeren „Rängen“ statt – zumindest auf der Leipziger Festwiese. Und Rollstuhlfahrer Rico fasste den Abend passend zusammen: „So eine Scheiße.“

Alexander Krenn

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