08. Juli 2020 / 16:40 Uhr

Keine Lizenz, keine Spielstätte: IceFighters Leipzig haben doppeltes Problem

Keine Lizenz, keine Spielstätte: IceFighters Leipzig haben doppeltes Problem

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Ansichten vom Kohlrabizirkus in Leipzig.
Zur Zeit steht den Kufencracks des LEC und der Icefighters Leipzig der Kohlrabizirkus als Spielstätte nicht zur Verfügung. © Andre Kempner
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Erst das vorzeitige Saisonende wegen der Corona-Pandemie und nun das: Die IceFighters Leipzig haben keine Lizenz für die Saison in der Oberliga Nord erhalten. Weiteres dickes Problem: Dem Eishockey-Club fehlt aktuell eine Spielstätte.

Leipzig. Es sind schwere Tage für die IceFighters Leipzig. Nachdem der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) dem Oberligisten am Dienstagabend die Zulassung für die kommende Saison verweigert hatte, wurde am Mittwoch ein weiteres Problem öffentlich. Denn aktuell haben weder die Eiskämpfer noch deren Stammverein Leipziger EC (LEC) einen gültigen Mietvertrag für ihre Trainings- und Spielstätte, den Kohlrabizirkus. IceFighters-Geschäftsführer André Krüll bestätigte den Sachverhalt an sich auf SPORTBUZZER-Anfrage. „Das ist zum jetzigen Zeitpunkt richtig. Wir befinden uns aber in Gesprächen mit dem Eigentümer. Auch die Stadt Leipzig ist beteiligt, will, dass es für uns und natürlich den Nachwuchs weitergeht.“

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Eigentümer des Kohlrabizirkus ist die in der Messestadt ansässige Vicus AG, die mit dem Areal große Pläne hat, dort den Campus „Hivepark“ aufbauen will. Neben Forschungseinrichtungen gehört auch die sportliche Nutzung fest zum Konzept. Die AG vermietete die traditionsreiche ehemalige Großmarkthalle 2018 an eine Betreibergesellschaft, die Eisarena Leipzig GmbH. Diese wiederum bot unter anderem öffentliches Eislaufen und Eisstockschießen an, fungierte aber ihrerseits auch als Vermieter für die IceFighters und den LEC.

Icefighters und LEC kommen finanziellen Verpflichtungen nach

Nach SPORTBUZZER-Informationen zahlten beide Untermieter die vereinbarten Gebühren, nur bei der Vicus AG kam dieses Geld nicht im erforderlichen Umfang an. Die AG kündigte daraufhin bereits im März den Vertrag mit der Eisarena GmbH, was natürlich auch deren Vereinbarungen mit den Eissportlern zunichte machte. Michael Klemmer, CEO der Vicus AG, bestätigte den Sachverhalt auf Anfrage. Demnach gehe es um Mietschulden in Höhe von 600.000 Euro. Eine gerichtliche Klärung sei bereits im Gange, der Mietvertrag des Betreibers "seit Monaten gekündigt".

Stand jetzt fehlt den IceFighters damit nicht nur die Spielberechtigung, sondern auch die Spielstätte für die kommende Saison. Beides habe allerdings nichts miteinander zu tun, so Krüll. „Das hat bei der Lizenzierung keine Rolle gespielt. Da ging es um fehlende Unterlagen.“ Dabei handele es sich einerseits um "Nachweise, die normalerweise in Bezug auf die Saison eingereicht werden" und andererseits um "Unterlagen von Vereinsseite".

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Zweiter Nackenschlag: DEB verweigert die Lizenz

Das bestätigte der DEB. Die Zulassung habe „aus wirtschaftlichen Gründen zunächst verweigert werden müssen“, teilte der Verband mit. "Obwohl der DEB im Wissen um die großen Schwierigkeiten angesichts der Coronakrise soweit wie möglich Rücksicht übte und die Prüfungsmaßstäbe und Fristen dementsprechend angepasst hatte, fehlten in beiden Fällen entscheidende Nachweise, um einen wirtschaftlich stabilen Spielbetrieb über die gesamte Saison prognostizieren zu können. Alle gesetzten Nachfristen verstrichen ohne ein zur Genehmigung ausreichendes Ergebnis."

Der IceFighters-Geschäftsführer befürchtet, dass ihm die Lizenzierungsproblematik bei den Verhandlungen mit dem Eigentümer des Kohlrabizirkus nicht gerade in die Karten spielen wird. „Ich denke nicht, dass es das für uns leichter macht. Der Eigentürmer könnte sich jetzt sagen: Wenn die sowieso nicht spielen dürfen, warum sollten wir dann mit denen reden.“ Nach zehn Jahren Engagement im Eishockey hat André Krüll allerdings das Kämpfen gelernt und bleibt deshalb auch jetzt nicht in der Defensive.

„Gegen die Nichterteilung der Lizenz werden wir Widerspruch einlegen.“ "Widerspruch" bedeutet ein Nachprüfverfahren durch das DEB-Spielgericht. Für den entsprechenden Antrag hat der Club 14 Tage Zeit. Wie lange sich der Vorgang im Anschluss hinziehen wird, konnte Krüll zunächst nicht abschätzen. "Die Situation hatten wir, seit ich das mache, noch nicht.“

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