27. Oktober 2019 / 18:06 Uhr

Keine neue Spielsituation: Darum zählte Victors Tor für den VfL Wolfsburg nicht

Keine neue Spielsituation: Darum zählte Victors Tor für den VfL Wolfsburg nicht

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Victor trifft für den VfL - aber das Tor zählt nicht.
Victor trifft für den VfL - aber das Tor zählt nicht. © Roland Hermstein
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Knifflige Szene beim Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem FC Augsburg: Der vermeintlich Siegtreffer für die Niedersachsen durch Joao Victor zählte nicht - per Videobeweis wurde auf Abseits entschieden.

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Das Rama-Lama-Ding-Dong ertönte, die VfLer jubelten, Joao Victor rutschte vor Freude über den Rasen, der Stadionsprecher griff in der 84. Minute zum Mikro - und dann folgte die große Ernüchterung. Der vermeintliche Siegtreffer des VfL Wolfsburg im Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg wurde per Videoentscheidung zurückgenommen. Die Wolfsburger Fans pfiffen, doch das Schiedsrichtergespann lag richtig. Das Spiel endete 0:0.

Der gerade eingewechselte Maximilian Arnold hatte eine Flanke aus dem rechten Halbfeld geschlagen, in diesem Moment stand Joao Victor im Abseits. Zunächst sah es aber so aus, als hätte Wout Weghorst den Ball per Kopf verlängert - und zu diesem Zeitpunkt war Victor, der den Ball dann über die Linie drückte, nicht mehr im Abseits. Allerdings: Zählen hätte das Tor nur dürfen, wenn der Schiri Weghorsts Kopfball-Verlängerung als kontrolliertes Spielen des Balles gewertet hätte. Das aber war es nicht, wie die TV-Bilder zeigten.

Die Wölfe in Noten: So waren die Spieler des VfL Wolfsburg gegen den FC Augsburg in Form

<b>Pavao Pervan:</b> Entschärfte zu Beginn die Vargas-Chance bravourös, patzte danach zweimal bei der Spieleröffnung, auch nach dem Seitenwechsel gab‘s von ihm einen verunglückten Abschlag. Note:3 Zur Galerie
Pavao Pervan: Entschärfte zu Beginn die Vargas-Chance bravourös, patzte danach zweimal bei der Spieleröffnung, auch nach dem Seitenwechsel gab‘s von ihm einen verunglückten Abschlag. Note:3 ©

"Die Frage ist, warum wir keinen Elfmeter bekommen haben"

Denn es war Augsburgs im Tin Jedvaj, dem der Ball im Luftduell mit Weghorst an den Oberarm gesprungen war, von dort landete das Spielgerät bei Joao Victor - dessen Abseitsstellung darum als "aktiv" zu werten war. Ob Jedvajs Ballberührung als strafbares Handspiel zu sehen gewesen wäre, blieb derweil offen. Laut Anzeigetafel wurde nur die Abseitsstellung per Videobeweis überprüft, Schiedsrichter Tobias Stieler hatte sich die Szene in der Review-Area noch einmal angeschaut.

"Die Frage ist, ob durch den Kontakt von Jedvaj eine neue Spielsituation entstanden ist - dann wäre Victor nicht im Abseits gewesen", urteilte VfL-Manager Jörg Schadtke. „Für mich ist es nachvollziehbar, dass er das Tor wegen Abseits nicht gibt, das verstehe ich. Am Ende ist es eher die Frage: Warum ist das kein Handspiel und damit ein Elfmeter?" Darüber hatte er offenbar mit dem Schiedsrichter gesprochen. "Die Frage ist so beantwortet worden, dass es eine natürliche Handbewegung war. Die Erklärung kann ich doof oder falsch finden, aber das ist dann die Erklärung." Darüber, so Schmadtke angesichts der vielen umstrittenen Handspiel-Situationen in der Liga, "könne man nun streiten, aber das würde vielleicht etwas zu weit führen".

VfL-Trainer Oliver Glasner sah’s betont sachlich: „Es haben sich vier, fünf ausgebildete Schiedsrichter die Situation angesehen und haben sicherlich ihre Entscheidungsgrundlage:“ Und er erinnerte daran, dass der VfL in engen Situationen zuletzt wenig Glück mit Schiri-Entscheidungen hatte: „Es hätte in Gent eine klare Rote Karte geben müssen, dann kriegen wir ein irreguläres Gegentor und nun wird ein Tor von uns zurückgenommen. Da müssen wir jetzt durch."

Fussball, Bundesliga, VfL Wolfsburg-FC Augsburg,  Saison 2019/20, 9. Spieltag, 27.10.2019, Zur Galerie
Fussball, Bundesliga, VfL Wolfsburg-FC Augsburg, Saison 2019/20, 9. Spieltag, 27.10.2019, ©
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Zum Spiel sagte Schmadtke: "Der Wille war vorhanden, aber wir haben den Gegner nicht genug in Bewegung bekommen." Beim FC Augsburg war die Freude über die Nullnummer deutlich größer. Manager Stefan Reuter: "Wir haben wenig zugelassen. Es ist schön, mal wieder zu null zu spielen. Wenn wir heute einen machen, haben wir eine gute Chance, einen Dreier zu holen."