15. Oktober 2020 / 20:54 Uhr

Keine Punkte in Berlin: Recken scheitern an massiver Füchse-Verteidigung

Keine Punkte in Berlin: Recken scheitern an massiver Füchse-Verteidigung

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hannes Feise beim Freiwurf.
Hannes Feise beim Freiwurf. © imago images/Andreas Gora
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Die Kritiker ließen zuletzt nicht viele gute Haare an den Füchsen Berlin. Gegen die TSV Hannover-Burgdorf haben die Berliner nun dennoch mit 31:27 (11:12) ihren ersten Heimsieg gelandet. Die Recken blieben lange dran, waren von ihrem ersten Auswärtspunkt aber weit entfernt.

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Die rotglühenden Augen des riesigen aufblasbaren Plastik-Fuchses am Eingang des Spielertunnels wirkten unter den aktuellen Vorzeichen besonders bedrohlich. Immerhin ist Berlin ein Corona-Hotspot. Dem Fuchs war jedoch pünktlich zum Anpfiff des Recken-Gastspiels bei den Füchsen Berlin die Luft abgelassen, alles war wie gewohnt in der Max-Schmeling-Halle. Bis auf die wenigen Zuschauer – die Füchse hatten sogar gefürchtet, dass alle Fans draußen bleiben müssen.

Ordentlicher Beginn der TSV Hannover-Burgdorf

Die Recken begannen ordentlich, standen defensiv recht stabil, verteidigten mit etwas vorgezogenen Halbspielern. Urban Lesjak, mit 45 Prozent als Keeper mit der besten Statistik der Liga in die Partie gegangen, hatte in der ersten Viertelstunde zwei Paraden. Drei Tore von Kapitän Fabian Böhm und Rechtsaußen Johan Hansen hielten die Gäste im Spiel. Mit einem sehenswerten Dreher glich Ilija Brozovic zum 7:7 aus (21. Minute). Die massive Berliner Abwehrmauer auseinanderzuziehen, gelang den Recken jedoch selten. Linkshänder Ivan Martinovic, zuletzt ein Torgarant, blieb ohne Durchschlagskraft. 

Dann rückte Lesjak immer mehr in den Mittelpunkt. Zwei Siebenmeter von Hans Lindberg wehrte er ab. Die TSV drehte einen 8:10-Rückstand in eine 11:10-Führung, leistete sich aber offensiv leichte Fehler. Kurz vor der Halbzeit wehrte Lesjak beim einem Gegenstoß den Ball mit der Fußspitze über dem Kopf ab – der Slowene gefiel auch artistisch.

Die Recken in Berlin: Bilder zum Spiel.

Fabian Boehm mit Kraft. Zur Galerie
Fabian Boehm mit Kraft. ©

Zu Beginn der zweiten Hälfte gab Evgeni Pevnov einem Berliner Halt: Nationalspieler Fabian Wiede, gerade von einer schweren Schulterverletzung genesen, knickte am Kreis um. Verzweifelt klammerte er sich an Ex-Berliner Pevnov fest. Es war jedoch nur eine Schrecksekunde, Wiede kam später zurück.

Das kamen auch die Recken nach einem 11:14-Rückstand. Zum 13:14 traf Spielmacher Alfred Jönsson, der eine Berufung ins schwedische Nationalteam erhalten hat. Beim Stand von 17:17 kassierten die Recken drei Treffer am Stück. In der 44. Minute kam Domenico Ebner für Lesjak. Die wichtigen Paraden in dieser Phase hatte jedoch Füchse-Schlussmann Dejan Milosavljev, die Füchse zogen vorentscheidend auf 24:20 (51.). Die Gäste leisteten sich etliche leichte Fehler.

TSV-Coach Carlos Ortega ließ nun mit einer sehr offensiven 3:3-Taktik verteidigen, die Recken verkürzten durch einen Doppelpack von Hannes Feise zum 23:25 (54.), näher heran kamen sie nicht mehr.

Beste Werfer der Recken waren Johan Hansen mit acht (zwei Siebenmeter) und Fabian Böhm mit sechs Toren.