08. März 2019 / 15:41 Uhr

Keine Rechenspiele beim TV Stuhr

Keine Rechenspiele beim TV Stuhr

Thorin Mentrup
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Fußball: Landesliga Hannover
TV Stuhr - TSV Burgdorf
Ein paar Mal will der TV Stuhr in dieser Saison mindestens noch jubeln. Am besten schon am Sonntag in Hannover. © Jonas Kako
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Der stark abstiegsbedrohte Landesliga-Aufsteiger will sich vor dem Restrunden-Auftakt beim OSV Hannover nur auf sich selbst konzentrieren

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Wie viel Stu(h)rheit kann der TV Stuhr noch aufbringen, um dem Abstieg aus der Fußball-Landesliga zu entgehen? Die Konkurrenz wird dem Tabellenvorletzten angesichts von elf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer wohl nicht mehr allzu viel zutrauen. Und die Stuhrer selbst? Die Mannschaft der beiden Trainer Christian Meyer und Stephan Stindt hält sich jedenfalls mit großen Kampfansagen zurück. "Wir wollen uns erst einmal auf uns konzentrieren", betont Meyer vor dem ersten Punktspiel des Jahres beim OSV Hannover an diesem Sonntag ab 15 Uhr.

Das Vorbereitungsprogramm, das hinter den Stuhrern liegt, war eines der härtesten und anspruchsvollsten in der Geschichte der Fußballabteilung und hielt dank eines Gegners wie dem Regionalligisten BSV Rehden auch einen besonderen Höhepunkt parat. Meyer und Stindt sind insgesamt durchaus zufrieden mit dem Verlauf der vergangenen Wochen, allerdings mit Einschränkungen: Immer wieder mussten Spieler passen – sei es wegen ihres Berufs, sei es wegen Verletzungen. Kaum einmal stand der gesamte Kader gemeinsam auf dem Trainingsplatz oder auf dem Spielfeld. "Da mussten wir schon Abstriche machen", gibt Meyer zu. Auch an diesem Sonntag werden einige Akteure ausfallen: Fynn Rusche, Torben Drawert und René Rogalla werden fehlen, auch Stürmer Riccardo Azzarello dürfte nicht rechtzeitig fit werden. Er ist zwar nach einem Tritt gegen die Ferse, der lange Schmerzen verursachte, wieder im Lauftraining, doch ein Risiko wollen die Stuhrer nicht eingehen. Immerhin ist Dimitri Steen nach seinem Auslandsaufenthalt wieder zurück. Auch das beflügelt die ohnehin große Vorfreude auf das erste Punktspiel des Jahres. "Die Pause", sagt Meyer, "war wirklich lang genug."

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Die erste Landesliga-Auswärtsfahrt 2019 wird eine in die Fußball-Vergangenheit, schließlich umgibt den OSV als ehemaligen Zweitligisten jede Menge Tradition – und ein mehrere Tausend Zuschauer fassendes Stadion mit einer Lounge auf der Haupttribüne. Profifußball wird beim Club aus dem Stadtteil Bothfeld zwar nicht mehr geboten, doch das, was die Landeshauptstädter beim Hinspiel in Stuhr zeigten, genügte auf jeden Fall höheren Landesliga-Ansprüchen. "Spielerisch waren sie extrem stark", erinnert sich Meyer an das 0:6 im ersten Aufeinandertreffen beider Vereine überhaupt. Auf Dauer konnte der Oststadtverein dieses Niveau allerdings nicht halten, wie Platz neun im grauen Mittelfeld der Liga belegt. Außenseiter sind dennoch die Stuhrer – "ganz automatisch, wenn man das Hinspiel so hoch verliert", weiß Meyer.

Doch er und Stindt sind zuversichtlich, dass ihre Mannschaft sich beim Wiedersehen besser verkaufen wird. "Wir haben seitdem viel Zeit gehabt, um in dieser Liga dazuzulernen. Das haben wir auch getan", erkennt Meyer Fortschritte. Der TVS hat sich dem Niveau der Liga mehr und mehr angepasst. Das will er in der Restrunde erneut beweisen – und sich dafür mit Punkten belohnen. Dann könnte noch etwas gehen in Sachen Klassenerhalt. "Groß gerechnet haben wir in den vergangenen Monaten aber nicht und das werden wir auch jetzt nicht tun", will Meyer sich erst einmal nur aufs Sportliche konzentrieren.

Vielleicht eröffnet sich den Stuhrern aber noch ein Hintertürchen: Wenn aus der Oberliga Niedersachsen keine Mannschaft aus der Region absteigt, wird ein Platz in der Landesliga frei. Um diesen würden sich der Tabellen-13. der Landesliga und die vier Vizemeister der Bezirksligen spielen. Auf diesen Rang beträgt der Stuhrer Rückstand nur sieben Zähler. Doch auch mit Blick auf diese Option, die mit vielen Fragezeichen verbunden ist, zeigen sich die Nordkreis-Kicker entspannt. Denn nach wie vor gilt: Erst einmal müssen sie ihre Hausaufgaben machen – und angesichts von nur noch zwölf Spielen sehr, sehr schnell.