03. Oktober 2020 / 20:21 Uhr

Keine Stürmer, viele Tore: RB Leipzig lässt Schalke 04 keine Chance

Keine Stürmer, viele Tore: RB Leipzig lässt Schalke 04 keine Chance

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Angelino sorgte mit einem wuchtigen Kopfball für das 2:0.
Angelino sorgte mit einem wuchtigen Kopfball für das 2:0. © Getty Images
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RB Leipzig lässt gegen den FC Schalke 04 reichlich beste Chancen liegen, gewinnt dennoch überlegen und hoch verdient 4:0 (3:0) gegen die harmlosen Knappen. Die 8500 Zuschauer sehen eine einseitige Partie, in der RB-Coach Nagelsmann ohne Angreifer beginnen lässt.

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Leipzig. Die Roten Bullen haben sich die nächsten drei Punkte und zumindest vorübergehend die Tabellenführung der Bundesliga geholt. Das Spiel gegen Schalke 04 gewann RB Leipzig am Samstagabend deutlich mit 4:0 (3:0). Der Trainerwechsel schien bei den Gelsenkirchenern erst einmal nicht viel gebracht zu haben: Manuel Baums erstes Spiel an der Seitenlinie verlief kaum anders, als die des bisherigen Schalker Coaches David Wagner.

Serdar nach 20 Minuten verletzt raus

Schon nach Anpfiff legten die Messestädter los, machten Druck. Die erste Chance hatte Schalke-Schreck Angelino bereits in der zweiten Minute, die nächste Möglichkeit Emil Forsberg in der 14. Minute nach einer Flanke von Christopher Nkunku. Drei Minuten darauf versuchte es Angelino erneut, konnte den Ball aber nur direkt in die Hände von Schalkes Schlussmann Ralf Fährmann platzieren. RB hatte mehr Ballbesitz, spielte sich bessere Chancen heraus, griff nahezu pausenlos an, machte weiter Druck.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum klaren 4:0-Heimsieg!

RB Leipzig scheint seine Heimstärke wiedergefunden zu haben. Nach dem souveränen 3:1 gegen den 1. FSV Mainz 05 besiegte das Team von Julian Nagelsmann den FC Schalke 04 glatt mit 4:0. Zur Galerie
RB Leipzig scheint seine Heimstärke wiedergefunden zu haben. Nach dem souveränen 3:1 gegen den 1. FSV Mainz 05 besiegte das Team von Julian Nagelsmann den FC Schalke 04 glatt mit 4:0. ©

Nach knapp 20 Spielminuten mussten die bis dato defensiv ganz ordentlich organisierten Knappen einen herben Rückschlag einstecken: Suat Serdar blieb nach einem Duell mit Marcel Halstenberg auf dem Rasen liegen, musste behandelt werden und konnte schließlich nicht mehr spielen. Schalke-Coach Baum schickt Can Bozdogan für ihn aufs Spielfeld. Besonders bitter: Serdar ist eigentlich für die anstehenden Spiele mit der DFB-Elf nominiert.

Schalke wird überrollt

Schließlich kam es, wie es kommen musste: Kevin Kampl passte in der 30. Minute zu Forsberg, der versuchte zum Abschluss zu kommen, schoss in Richtung Tor und damit fast an die Fußspitze von Christopher Nkunku. Jedoch war es letztlich der eingewechselte Bozdogan, der den letzten Kontakt zum Ball hatte, bevor es dieser über die Torlinie schaffte. Der erste Treffer der Partie war ein Eigentor der Schalker.

Kaum fünf Minuten später setzte sich Angelino in Szene, als er mit vollem Körpereinsatz in eine Flanke von Nkunku sprangt und die Pille per Kopf in den Kasten wuchtete. 2:0! Die Fans tobten und auch wenn es „nur“ 8500 waren, schafften sie zwischenzeitlich eine Laustärke als wären die Ränge voll. Den krönenden Schlusspunkt der ersten Halbzeit setzte Ex-RB-Kapitän Willi Orban, der nach Vorlage von Halstenberg zum 3:0 einköpfte.

Reichlich Wechsel

Schalke begann die zweite Hälfte mit einem Wechsel im Kasten: Torwart Ralf Fährmann musste aufgrund muskulärer Probleme seinen Posten verlassen, Ersatzkeeper Frederik Rönnow durfte sein Glück versuchen. Und er hatte sofort gut zu tun, denn RB ließ nicht locker: Die Bullen produzierten Chance um Chance, trafen aber nicht. So verfehlte Nordi Mukiele das leere Tor, Christopher Nkunku scheiterte mit einem schönen Freistoß an Rönnow.

Zwanzig Minuten vor Schluss wechselte RB-Coach Nagelsmann Neuzugang Alexander Sörloth für Emil Forsberg ein, ersetzte Dayot Upamecano mit Lukas Klostermann. Auch Benjamin Henrichs bekam seinen Einsatz (für Kevin Kampl). Sein Debüt im RB-Trikot feiert Lazar Samardzic (für Dani Olmo). Außerdem durfte Nachwuchsbulle Joscha Wosz Angelino ersetzen und Bundesliga-Luft schnuppern.

Die Bullen machten mit ihrem Pressing weiter, erspielten sich Chancen, die Partie nahm aber etwas an Intensität ab. In der 79. Minute geriet der Ball im Schalker Strafraum an Nastasics Hand, Schiedsrichter Badstübner entschied auf Gelb und Elfmeter. Den Strafstoß verwandelte Halstenberg zum 4:0. Es war der Schlusspunkt einer überlegen geführten Partie aus Leipziger Sicht.