29. Mai 2020 / 11:37 Uhr

Keine tierische Animation: Bei der BSG Chemie geht es ohne Maskottchen

Keine tierische Animation: Bei der BSG Chemie geht es ohne Maskottchen

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung
Tierische Glücksbringer in der Bundesliga: Geißbock Hennes und Adler Attila.
Tierische Glücksbringer in der Bundesliga: Geißbock Hennes und Adler Attila. © Getty Images
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In der fußballarmen Zeit fällt auf, was es zum Beispiel im Alfred-Kunze-Sportpark nicht gibt: ein Maskottchen. Die BSG Chemie kommt bis dato ohne tierisch-knuddeligen Anfeuerer aus.

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Leipzig. Fußball und Maskottchen: Mit Geißbock Hennes fing 1950 alles an. Zirkusdirektorin Carola Williams übergab ihn auf einer Karnevalssitzung an den 1. FC Köln. 16 Jahre später zur Fußball-Weltmeisterschaft in England trat mit World-Cup-Willie ein gezeichneter Löwe auf, Eintracht Frankfurt schwört seit dem DFB-Pokalfinale 2006 auf den Steinadler Attila. Sein erster Auftritt gegen die Bayern endete im Berliner Olympiastadion allerdings mit einer 0:1-Niederlage.

Werder Bremen setzte in der Vergangenheit auf Heidschnucke Pico und Möwe Werdi. Die etwas unglücklich ausgewählten Figuren wurden inzwischen wieder abgeschafft. Wie andere Bundesligisten - Mainz, Augsburg oder Düsseldorf - verzichten die Iordlichter inzwischen ganz auf einen verkleideten Menschen, der Sympathien sammeln und bei Kindern schon mal eine hohe Identifizierung mit dem Verein sichern soll.

Familienblock statt Maskottchen

In der DDR gab es keine Maskottchen im Fußball. Vereine wie Dynamo Dresden halten bis heute in ihrer Fancharta fest, dass "Stimmung ausschließlich vom Publikum ausgehend weder Maskottchen noch Klatschpappen" bestimmt wird. In Leipzig dreht seit einigen Jahren Lokki, ein Löwe, beim Lokalrivalen in Probstheida seine Runden. Bisheriger Höhepunkt seiner Karriere: der Sieg im Leipziger Maskottchenlauf 2018 auf der Pferderennbahn. Er ist nicht das einzige Maskottchen in der Regionalliga Nordost. Seit März 2003 gibt es bei Energie Cottbus die Jungenfigur Lauzi. Damals spielte Energie noch in der 1. Bundesliga, bevor zum Saisonende der Abstieg erfolgte.

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RB Leipzig begann mit einem Klon des Salzburger Anfeuerhelfers Bullidibumm, einem etwas schwerfällig wirkenden Bullen. Seit 2011 winkt und posiert der wesentlich sportlichere Bulli für den Klub.

Beim FC Sachsen gab es zu Zeiten als auch noch Cheerleaders auftraten einen Löwen mit grüner Hose und weißem Trikot. Auch hier wirkte sich der Einsatz eines Glücksbringers nicht positiv aus, denn es ging von der Regionalliga in die Oberliga. Anstelle eines Maskottchens gibt es bei der BSG Chemie seit einigen Jahren einen Familienblock im Alfred-Kunz-Sportpark mit Platz zum Spielen. Das stellt bisher ein Alleinstellungsmerkmal in der Riege der drei großen Fußballvereine der Stadt dar.