21. August 2021 / 20:09 Uhr

Keine Tore zwischen dem TSV Kronshagen und dem TSV Altenholz

Keine Tore zwischen dem TSV Kronshagen und dem TSV Altenholz

Jan-Phillip Wottge
Kieler Nachrichten
Lars Wethgrube (li.) und Tim Netzel (re.) stellen den Altenholzer Paul Matthis Fröhlich.
Lars Wethgrube (li.) und Tim Netzel (re.) stellen den Altenholzer Paul Matthis Fröhlich. © Jan-Phillip Wottge
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Der TSV Kronshagen und der TSV Altenholz trennen sich am ersten Spieltag der Fußball-Oberliga mit einem torlosen Unentschieden. Vor 120 Zuschauern feierten sowohl TSVK-Coach Daniel Lechte als auch TSVA-Trainer Volkmar Meyer ihre Premiere als Cheftrainer in der höchsten Landesspielklasse.

Strahlender Sonnenschein, Derby, zwei Trainerdebütanten und ein Bruderduell. Fußballherz, was willst du mehr? Richtig, Tore! Aber die fehlten. Nach 300 Tagen ohne Oberligaspiel offenbarten die Torjäger des TSV Kronshagen und des TSV Altenholz Ladehemmungen, so blieb es vor 120 Zuschauern beim torlosen Unentschieden.

Für die Gäste aus Altenholz lief es schon vor dem Anpfiff alles andere als rund. Routinier Lasse Jensen musste nach dem Aufwärmen mit zwickendem Oberschenkel passen. Youngster Lönne Christiansen sollte in die Startelf nachrücken, doch der stand nach Überprüfung überhaupt nicht auf dem Spielberichtsbogen. TSVA-Coach Volkmar Meyer war Sekunden vor dem Anpfiff zum Komplettumbau gezwungen. Otto Fenn rutschte in die Innenverteidigung und Malte Ceynowa eine Position nach vorne in die Mittelfeldzentrale. Das direkte Bruderduell von Malte Ceynowa (31 Jahre) mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Thore, dem Abwehrchef beim TSV Kronshagen, gab es dennoch über die gesamten 90 Minuten nicht ein einziges Mal. „Er hält sich ja bekanntlich aus Kopfballduellen raus. Dann kommt man sich nicht mal bei Standardsituationen nah“, frotzelte Thore nach dem Schlusspfiff. 90 Minuten rackerten die Ceynowas unermüdlich und waren jeweils Garanten, dass defensiv nur wenig anbrannte. „Es ist schön, dass man in unserem reifen Alter und bei den Temperaturen noch locker Oberliga spielen kann“, konstatierte Malte und spielte unweigerlich auf das überschaubare Niveau des Auftaktmatches an.

Beide Teams wollten. Doch der Ball wollte längst nicht immer so wie die Spieler. Stockfehler, Fehlpässe, Abstimmungsprobleme – die lange Coronapause war nicht zu leugnen. Das Spieltempo passten die Akteure den Temperaturen an. Ins Schwitzen kam zuerst der Altenholzer Verteidiger Fenn, als er mit gewagter Grätsche den Kronshagener Wirbelwind, Tim Netzel, am Torerfolg hinderte (7.). Auf der Gegenseite traf der aufgerückte TSVA-Außenverteidiger Fabian Hunze nur das Außennetz (15.). Dann musste Kronshagens Keeper Jonas Beckmann Kopf und Kragen riskieren, um in höchster Not gegen Justin Petersen zu retten. Ein Tor lag in der Luft. Nur auf welcher Seite? Kronshagens Netzel, der die Altenholzer Defensive immer wieder mit seinen Tempodribblings beschäftigte, kreuzte frei vor dem Tor auf, doch TSVA-Torwart Rune Karstens wehrte mit glänzendem Reflex ab (36.).

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Halbzeit – die Oberligadebütanten auf den Trainerbänken, Daniel Lechte und Volkmar Meyer, durften nachjustieren. Der TSV Altenholz, noch gezeichnet von den 120-Pokalminuten am Mittwochabend gegen den SVE Comet, verlegte sich aufs Kontern. Kronshagen war nun am Drücker. Kapitän Lars Wethgrube verzog knapp (50.) und wurde aussichtsreich geblockt (59.). Netzel blieb auch im dritten Duell mit TSVA-Keeper Karstens zweiter Sieger (68.). Die Gäste holten zum finalen Schlag aus, doch Hunze konnte nach Doppelpass mit Rockefeller Konneh-Tandoh nicht den Lucky Punch (80.) setzen. 0:0, keine Tore. Und doch viele Sieger? „Nach der zweiten Halbzeit sind es zwei verlorene Punkte. Dennoch kann ich damit leben“, sagte TSVK-Coach Lechte. Gästecoach Meyer trauerte der vergebenen Großchance kurz vor Schluss nach: „Das wäre es gewesen.“ Die Brüder Ceynowa waren sich einig: 0:0 ist besser als nichts!