25. November 2019 / 08:18 Uhr

Der Kocak-Kraftakt gegen Darmstadt: Hannover 96 hofft auf den Trainerwechsel-Effekt

Der Kocak-Kraftakt gegen Darmstadt: Hannover 96 hofft auf den Trainerwechsel-Effekt

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Trainer Kenan Kocak hat eine schwere Last zu tragen. Nach dem Spiel gegen Darmstadt will Kocak nicht im Regen stehen.
96-Trainer Kenan Kocak hat eine schwere Last zu tragen. Nach dem Spiel gegen Darmstadt will Kocak nicht im Regen stehen. © Florian Petrow
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Am Montagabend (20.30 Uhr) feiert Kenan Kocak seine Premiere für Hannover 96 gegen Darmstadt. Seit seinem Amtsantritt hatte der neue Coach mit schweren Problemen zu kämpfen. Kann Kocak sie lösen?

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Er sagt, dass er „eine riesige Vorfreude“ fühlt. Dabei müsste Kenan Kocak doch eher eine schwere Last auf seinen Schultern spüren. Mit dem ersten Spiel des neuen Trainers ist die Hoffnung auf die Wende zum Besseren verbunden – bei gleichzeitig enorm vielen Kräften, die auf ihn wirken.

Als neuestes Problem kam Sonntagabend die schwere Verletzung von Cedric Teuchert dazu. Beim Abschlusstraining brach sich der 22-Jährige bei einem Zweikampf das Jochbein und wird schon am Montagmorgen operiert. Der bei Schalke ausgeliehene Stürmer wird in diesem Jahr nicht mehr spielen.

Der wahre Heimhorror

Das ist ein Schock – der die Abstiegsangst vergrößert, die sich jetzt auch in der Tabelle zeigt. Vor dem Montagabend-Spiel gegen Darmstadt (20.30 Uhr) rutschte 96 auf den Relegationsabstiegsplatz 16. Gewinnt die Mannschaft, klettert sie auf Rang 11 – nur muss dazu erstmal der Heimfluch besiegt werden. Aus den sechs vorausgegangenen Partien in der HDI-Arena holte das Team unter Ex-Trainer Mirko Slomka nur vier von 18 möglichen Punkten. Der Bundesliga-Absteiger ist Letzter in der Heimtabelle der 2. Liga – das ist der wahre Heimhorror.

In Bildern: Das sind die Baustellen bei Hannover 96

<b>Die Abwehr:</b> 0:4 gegen Nürnberg, 0:4 in Heidenheim, 3:3 in Karlsruhe – hinten stimmt offensichtlich etwas im Kern nicht. Ausgerechnet der stabilste, Marcel Franke, wurde runtergezogen von den Defensivschwächen der Nebenleute. In der Abwehrkette schwächelt 96 vor allem außen. Julian Korb, Miiko Albonoz, Matthias Ostrzolek und Jannes Horn wären woanders Ersatzspieler. Hier bleibt Kocak nichts anderes übrig, als die Schwächen der einzelnen Spieler wegzucoachen. Mittelfristig sollte Kocak Verstärkung bekommen. Zur Galerie
Die Abwehr: 0:4 gegen Nürnberg, 0:4 in Heidenheim, 3:3 in Karlsruhe – hinten stimmt offensichtlich etwas im Kern nicht. Ausgerechnet der stabilste, Marcel Franke, wurde runtergezogen von den Defensivschwächen der Nebenleute. In der Abwehrkette schwächelt 96 vor allem außen. Julian Korb, Miiko Albonoz, Matthias Ostrzolek und Jannes Horn wären woanders Ersatzspieler. Hier bleibt Kocak nichts anderes übrig, als die Schwächen der einzelnen Spieler wegzucoachen. Mittelfristig sollte Kocak Verstärkung bekommen. ©
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"Die Jungs sind geil drauf"

Dass mit dieser Pleitenserie eine Fanflucht einhergeht, ist die logische Konsequenz. Die Mannschaft hat das Stadion leergespielt. Offiziell rechnet 96 mit 22 000 Zuschauern. Allerdings werden vermutlich viele der 20 000 Dauerkartenbesitzer nicht im Stadion erscheinen. Die Kocak-Premiere wird demnach vor trostloser Kulisse gespielt.

Dies alles hat auch damit zu tun, dass der neue Trainer eine verunsicherte und nicht fitte Mannschaft übernommen hat. „Die Kunst im Leben ist, dass man immer wieder aufsteht und weitermacht und nicht alles infrage stellt“, meint Kocak. „Die Jungs sind geil drauf, das wieder in die richtigen Bahnen zu lenken.“

In seiner ersten 96-Woche hat der 38-Jährige Wert auf intensives Zweikampftraining gelegt. Er wollte „die Jungs im täglichen Rhythmus schnell auf ein Level bringen, dass sie gegen Darmstadt voll da sind. Physisch und psychisch.“ Ob die Spieler tatsächlich schon nach wenigen Tagen mit Kocak ausreichend fit und mental gestärkt sind – das wird sich ebenfalls heute zeigen.

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96 hofft auf Wechseleffekt

Die Notwendigkeit des Trainerwechsels steht ja auch außer Frage. Das Prozedere mit der langen Zeitspanne bis zur Vorstellung des Neuen hätte aber deutlich straffer organisiert sein können. Die letzte Begegnung vor der Länderspielpause zuletzt in Heidenheim (0:4) von Slomkas Co-Trainern Asif Saric und Ex-Videoanalyst Lars Barlemann betreuen zu lassen, war sicher auch nicht die beste Idee. Und natürlich steht dann heute auch die Wahl des neuen Trainers auf dem Prüfstand. Ein Urteil ist nach einem Spiel zwar nicht möglich, doch der Wechseleffekt soll sich mit dem erhofften ersten Heimsieg bestätigen – und nicht gleich wieder verpuffen.

Bloß nicht so wie bei Ex-Trainer Thomas Schaaf. Nach der Entlassung von Michael Frontzeck verlor der neue Coach gleich sein erstes Spiel gegen Darmstadt in Hannover mit 1:2. Die erhoffte Wende blieb aus, der Weg zum Abstieg war vorgezeichnet. Auch wenn der Gegner wieder Darmstadt heißt – Kocak ist zuversichtlich, dass sich das Szenario nicht wiederholt. Ein wichtiger Faktor soll dabei Marvin Bakalorz werden. Kocak hat den Kapitän bestätigt, wird ihn aber anders als Slomka auch einsetzen. „Sich nicht hinter Baka zu verstecken“, fordert Kocak auch von anderen Spielern.

Seine erste – noch geheime – Aufstellung wird schon zeigen, auf welche Profis er setzt. Verzichten muss er auf den rotgesperrten Marcel Franke. Der Innenverteidiger war im Taumel-Team noch einer der Stabilsten. Die Personalie erschwert den Kocak-Einstand zusätzlich. Der Druck ist groß, aber die Chance auch riesig, mit einem Schlag und Sieg die Wende einzuleiten. Kocak, aus dem Süden kommend, glaubt fest an den Erfolg: „Der Mannheimer ist grundsätzlich positiv gestimmt.“

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<b>... das 96-Paket:</b> Ich weiß, was ich hier habe. Ich mag die Stadt, ich mag die Fans, und ich habe noch einiges vor mit dem Verein. Es war keine Suche danach, was das Beste ist. Ich bin in einem gewissen Alter und habe das noch nie zuvor gemacht, dass ich mal ein bisschen abgewartet und geschaut habe, was noch so da ist. Aber im Endeffekt habe ich mich voll und ganz für Hannover entschieden. Zur Galerie
... das 96-Paket: Ich weiß, was ich hier habe. Ich mag die Stadt, ich mag die Fans, und ich habe noch einiges vor mit dem Verein. Es war keine Suche danach, was das Beste ist. Ich bin in einem gewissen Alter und habe das noch nie zuvor gemacht, dass ich mal ein bisschen abgewartet und geschaut habe, was noch so da ist. Aber im Endeffekt habe ich mich voll und ganz für Hannover entschieden. ©
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