31. März 2022 / 14:00 Uhr

Dank Stürmer Kevin Blumenthal: MSV Neuruppin gewinnt Kellerduell in Seelow

Dank Stürmer Kevin Blumenthal: MSV Neuruppin gewinnt Kellerduell in Seelow

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Kevin Blumenthal schoss das Siegtor für den MSV Neuruppin.
Kevin Blumenthal schoss das Siegtor für den MSV Neuruppin. © Marius Böttcher
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NOFV-Oberliga Nord: Die Fontanestädter beweisen Moral, drehen einen Rückstand und feiern den vierten Saisonsieg. Dabei wird das große Risiko vom Trainerteam in den Schlussminuten belohnt.

NOFV-Oberliga Nord: Victoria Seelow – MSV Neuruppin 2:3 (1:2). Tore: 1:0 Marvin Marquardt (25.), 1:1 Marcus Lemke (30.), 1:2 Sho Otsuka (43.), 2:2 Khaled Akasha (74.), 2:3 Kevin Blumenthal (87.). Zuschauer: 224. 150 Tage Warten hatten am späten Mittwochabend ein Ende. Fünf Monate nach dem letzten Sieg, ein 2:1 bei Lok Stendal, punktete der MSV Neuruppin in der Oberliga Nord wieder dreifach. Unzählige Endorphine schütteten die Fontanestädter in der Jubeltraube nach dem späten 3:2-Siegtreffer in Seelow aus. Trainer Henry Bloch war anschließend sehr stolz: „Auswärts gespielt, auswärts einen Rückstand gedreht. Dieses Glücksgefühl, nach dieser langen Zeit mal wieder als Sieger vom Platz zu gehen, haben sich die Jungs einfach verdient.“

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Auf der letzten Rille fuhr der MSV zum Kellerduell in den Landkreis Märkisch-Oderland, wo der SV Victoria als Tabellenvorletzter vor dem Spieltag nur zwei Punkte weniger auf dem Konto hatte. Die Ausfallliste der Neuruppiner ließ auch Böses erahnen: Ohne die gesperrten Maximilian Janke und Alexander Riehl musste Bloch auskommen, außerdem fehlten Florian Riehl (Arbeit) sowie Andrzej Malik, Maurice Malak, Ali Mert Koca und Henry Jose verletzungsbedingt. Michael Engel startete in der Defensive, mit Len Koch und Hugo Bloch sogar zwei Talente des Jahrgangs 2003. „Trotzdem haben wir viele gute Sachen gemacht. Der Gegner hat uns in der ersten Halbzeit überraschenderweise in Ruhe gelassen, das hat uns gut getan“, bemerkte Henry Bloch, dessen Team dennoch in Rückstand geriet.

In Bildern: 4:0! MSV Neuruppin mit perfektem Saisonauftakt in der Oberliga.

<b>MSV Neuruppin - SV Victoria Seelow 4:0 (2:0).</b> Tore: 1:0 Len Koch (5.), 2:0 Maurice Malak (8.), 3:0 Jose Raimundo Silva Magalhaes (68.), 4:0 Maximilian Janke (73.). Zuschauer:231. Zur Galerie
MSV Neuruppin - SV Victoria Seelow 4:0 (2:0). Tore: 1:0 Len Koch (5.), 2:0 Maurice Malak (8.), 3:0 Jose Raimundo Silva Magalhaes (68.), 4:0 Maximilian Janke (73.). Zuschauer:231. © Marius Böttcher

Nach einem langen Ball durchs Zentrum gewann Seelows Marvin Marquardt den entscheidenden Zweikampf und schob zum 1:0 ein. Der unbeeindruckte MSV schüttelte sich kurz und antwortete prompt durch Kapitän Marcus Lemke, der bereits in der Anfangsphase die beste Gelegenheit für die Gäste hatte – die Hausherren klärten da aber noch auf der Linie. Das Erfolgsrezept für den Ausgleich war dagegen recht simpel: Freistoß Michael Engel, Kopfball Lemke – 1:1. „Es hat sich wohl nicht bis Seelow rumgesprochen, dass Lemmi per Kopf nicht so verkehrt ist“, sagte Bloch mit einem Augenzwinkern. Das Grinsen sollte zur Pause noch breiter werden. Ein Eckball flog kurz vor dem Halbzeitpfiff bis zum zweiten Pfosten durch, wo Winterzugang Sho Otsuka goldrichtig stand und mit etwas Glück zur Führung traf.

„Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel hektischer, wir hatten wenig Ruhe, wenig Ballpassagen, Seelow hat auch weiter nach vorne geschoben“, erklärte Henry Bloch, der eine gute Viertelstunde vor Ultimo mit ansehen musste, wie seine Elf das 2:2 kassierte. Erst agierte der erstmals unter Bloch im zentralen Mittelfeld aufgestellte Blumenthal zu hektisch, dann legte Innenverteidiger Enrique van der Lubbe für den Gegner unglücklich quer. Khaled Akasha, laut Bloch bester Mann bei Victoria, nahm aus etwa 20 Metern Maß und ließ MSV-Keeper Arne Sommer keine Chance.

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Blumenthal trifft in Stürmer-Manier

Auf der Gäste-Bank wurde anschließend hin und her überlegt, ob man sich nun den einen Punkt ermauert oder doch nochmal was probiert. Bloch und Co-Trainer Christoph Sperberg kamen auf einen Nenner und wurden für ihr Risiko, den Anker aus der Zentrale zu nehmen und ganz vorne in den Angriff zu stellen, belohnt. Denn eben jener Kevin Blumenthal markierte den Siegtreffer. „Nicht etwa per Kopf nach einem Standard“, bemerkte Bloch, „sondern mit einem tollen Schuss in der Manier eines gelernten Stürmers“. Weil auch der letzte Seelower Kopfball knapp am Pfosten vorbeiging, jubelte der Gast über drei immens wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

„Die Jungs haben nie den Kopf hängen lassen. Mit dieser Truppe hier so eine Partie zu gewinnen, ist auch ein Signal an die Spieler, die heute gefehlt haben“, resümierte Bloch, der mit der Ausbeute gegen die direkte Konkurrenz zufrieden ist. Denn gegen Seelow, den BSC Süd 05, Lok Stendal und den Steglitzer FC Stern – das Quartett, welches schlechter platziert ist – hat der MSV bis dato immer gepunktet.

MSV Neuruppin: Sommer – Haack, Engel, van der Lubbe, Kratz – Hugo Bloch, Blumenthal – Otsuka, Machado (56. Logins), Lemke – Koch (80. Hacker).

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