28. Januar 2019 / 20:11 Uhr

Kevin Großkreutz: "Wenn das so weitergeht, wird der Fußball irgendwann hinüber sein"

Kevin Großkreutz: "Wenn das so weitergeht, wird der Fußball irgendwann hinüber sein"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kevin Großkreutz spielt seit Juli 2018 beim KFC Uerdingen 05.
Kevin Großkreutz spielt seit Juli 2018 beim KFC Uerdingen 05. © imago/Christian Schroedter
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Weltmeister Kevin Großkreutz kritisiert in einem Interview mit "Focus Online" zu hohe Ablösesummen und Gehälter im Profifußball - und verteidigt ausdrücklich Franck Ribéry. Der FCB-Star stand nach seiner "Goldsteak-Affäre" massiv in der Kritik. Für Großkreutz waren viele Menschen einfach neidisch.

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Kevin Großkreutz ist eine echte Marke: Der Weltmeister von 2014 gehört zu den beliebtesten Fußballern Deutschlands - obwohl (oder gerade weil?) er immer offen das ausspricht, was er denkt. Der langjährige BVB-Spieler, in Dortmund nach wie vor ein lebendes Denkmal, spielt inzwischen für den KFC Uerdingen 05 in der 3. Liga - und bemängelt in einem Interview mit Focus Online, dass es nur noch wenige "Typen" im deutschen Fußball gibt.

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"Viele beschweren sich einerseits, dass Typen fehlen", erklärte der 30-Jährige, dessen Team laut Bild mit Stefan Effenberg einen neuen, deutschlandweit bekannten Trainer bekommen könnte. "Dann ist aber ein Typ da und dann ist das auch nicht gut. Ich bin froh, dass ich die Jahre miterlebt habe, wo noch ein bisschen Freiheit da war. Das wird ja immer schlimmer. Und wenn das so weitergeht, wird der Fußball irgendwann hinüber sein."

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Großkreutz kritisiert "viel zu hohe" Ablösesummen im Profifußball

Der DFB müsse wieder verstärkt "mit den Fans reden", sagte Großkreutz. "Es ist aktuell nicht mehr der Sport, der Fußball mal war. Auch wenn man sich die Ablösesummen anschaut. Die sind viel zu hoch, es wird nur noch mit Geld um sich geworfen. Das ist nicht mehr schön." Großkreutz plädiert für eine Gehaltsobergrenze, um das Business zu regulieren und den Fußball wieder "nahbarer" zu machen.

Der langjährige Nationalspieler (sechs Länderspiele von 2010 bis 2014) verteidigte dagegen Bayern-Star Franck Ribéry, der für seine "Goldsteak-Affäre" Anfang Januar scharf angefeindet wurde. Ribéry hatte als Reaktion auf böse Worte gegen seine Person nach dem Verzehr eines vergoldeten Steaks mit obszönen Beleidigungen im Internet reagiert.

Großkreutz über 'Goldsteak-Affäre' um Franck Ribéry: "In Amerika hätten sie geklatscht dafür"

Der 35-Jährige stellte kurz nach dem Jahreswechsel ein Video ins Internet, in dem zu sehen ist, wie er ein mit Blattgold überzogenes Steak zubereitet. Daraufhin erntete der Bayern-Star viel Kritik - und reagierte mit einer Schimpftirade auf Twitter und Instagram. Unter anderem hieß es dort: "Fi… eure Mütter, eure Großmütter und sogar euren ganzen Stammbaum."

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Was man mit seinem eigenen Geld abstelle, sei jedem selbst überlassen, urteilte Großkreutz. Bei Ribéry habe es sofort Neid gegeben: "In Amerika hätten sie geklatscht dafür. Jeder kann machen was er will, er hat das Recht dazu. Ich finde nichts Schlimmes dabei." Und weiter: "Davon ab, dass er es ja nicht selbst zahlen musste. Aber selbst wenn er es bezahlt hätte, ist es scheißegal, weil er mit seinem Geld machen kann, was er möchte. Was danach passiert ist, da kann man drüber streiten."