25. August 2022 / 14:25 Uhr

Kommentar zum Verbleib von Kevin Trapp: Eintracht Frankfurt beweist Stärke zur richtigen Zeit

Kommentar zum Verbleib von Kevin Trapp: Eintracht Frankfurt beweist Stärke zur richtigen Zeit

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kevin Trapp bleibt bei Eintracht Frankfurt - und die Hessen senden damit ein deutliches Zeichen, meint SPORTBUZZER-Reporter Roman Gerth.
Kevin Trapp bleibt bei Eintracht Frankfurt - und die Hessen senden damit ein deutliches Zeichen, meint SPORTBUZZER-Reporter Roman Gerth. © IMAGO/Montage RND
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Nationalkeeper Kevin Trapp bleibt bei Eintracht Frankfurt und wechselt nicht zu Manchester United. Der Europa-League-Sieger hat bei seiner Identifikationsfigur keine Kompromisse gemacht - und damit ein klares Zeichen gesendet, meint SPORTBUZZER-Reporter Roman Gerth.

Kevin Trapp wählte emotionale Worte, um seinen Verbleib bei Eintracht Frankfurt zu bestätigen. "Ich habe hier mit der Eintracht Unvergessliches erlebt und wir haben zusammen Geschichte geschrieben", postete der 32 Jahre alte deutsche Nationaltorwart am Donnerstagmorgen bei Instagram. Aber auch, dass er seit Tagen über das Angebot von Manchester United nachgedacht habe, das Trapp rund 10 Millionen Euro Gehalt pro Jahr versprach. Der englische Rekordmeister wollte dem hessischen Bundesligisten zudem einen hohen einstelligen Millionenbetrag überweisen. Doch der amtierende Europa-League-Sieger blieb hart, forderte mindestens 20 Millionen - weil er es konnte.

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United nahm vom Transfer des Top-Keepers, der zur Wahl als Welttorhüter des Jahres steht, auch wegen der hohen Ablöseforderung Abstand. Dieses Durchsetzungsvermögen der Eintracht um Sportvorstand Markus Krösche ist beachtlich, kommt aber nicht überraschend. Am Tag der Champions-League-Auslosung, bei der erstmals überhaupt Frankfurt in einer Kugel in der Lostrommel auftaucht, zeigt sich: In der Mainmetropole lässt man längst nicht mehr alles mit sich machen. Der Wirbel-Abgang von Filip Kostic zu Juventus war nicht zu verhindern, was vor allem am Spieler lag. Aber: Stand jetzt soll kein weiterer Stammspieler gehen, Goldjunge Mario Götze kam und bei Fanliebling Trapp hat man schnell eine Entscheidung pro Eintracht erwirkt - das alles spricht für das neue Selbstvertrauen des Klubs, der sein erarbeitetes Standing mittelfristig halten will.

Die Eintracht handelt bei Trapp konsequent

Als das Interesse des ebenso wie Frankfurt durchwachsen in die Saison gestarteten Weltvereins aus der Premier League aufkam, hatten die Fans der Eintracht schon erhöhten Puls. Sollte nach Martin Hinteregger (Karriereende) und Kostic ein weiteres Gesicht des europäischen Triumphs gehen? Der Druck auf die Verantwortlichen war groß, denn der Abgang des serbischen Unterschiedsspielers wurde zurecht als sportlich schwerer Einschnitt wahrgenommen. Dazu die lange Sieglos-Serie in der Liga, die sich in der neuen Spielzeit bislang fortsetzt. Eine Identifikationsfigur wie Trapp zu verlieren, die menschlich wie sportlich nicht kurzfristig zu ersetzen gewesen wäre, hätte die SGE empfindlich getroffen. Doch es kam anders - verbunden mit einer nicht zu unterschätzenden Symbolwirkung.

Es war an der Zeit, nach außen Stärke zu beweisen. Und genau das ist Frankfurt kurz vor dem Ende der Transferperiode gelungen. Trapp soll einen neuen Vertrag erhalten, womöglich über sein Karriereende hinaus gebunden werden - das wäre der logische nächste Schritt. Und ein weiteres starkes Signal.

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