13. Februar 2019 / 06:30 Uhr

Kevin Wimmer: Sein Bekenntnis zu Hannover 96

Kevin Wimmer: Sein Bekenntnis zu Hannover 96

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Holt sich Kraft für den Abstiegskampf: Kevin Wimmer macht Kniebeugen mit der Langhantel.
Holt sich Kraft für den Abstiegskampf: Kevin Wimmer macht Kniebeugen mit der Langhantel. © Florian Petrow
Anzeige

Nach dem Saison-Aus für Kevin Akpoguma steht der andere Kevin im Fokus für den Abstiegskampf bei Hannover 96. Kevin Wimmer spricht im Interview mit SPORTBUZZER-Redakteur Jonas Szemkus über seinen Vertrag und gibt ein klares Bekenntnis zu 96 ab.

Anzeige
Anzeige

Nach dem 2:0 gegen Nürnberg hat Doppeltorschütze Nicolai Müller eine Lokalrunde versprochen, falls richtig gefeiert wird. Haben Sie das in Anspruch genommen?

Bis jetzt habe ich noch nicht gehört, dass ihm irgendwer eine Rechnung gegeben hat. (lacht) Solange er uns immer zum Sieg schießt, darf er gern danach immer solche Sprüche machen. Vielleicht schaffen wir es irgendwann ja noch mal, ein Essen auf ihn zu bekommen.

Wie lange wurde der Heimsieg gefeiert?
Es stand viel auf dem Spiel, das war ein sehr wichtiger Sieg für uns. Die Stimmung in der Kabine war gut und gelöst, jeder hat sich gefreut. Es hat gut getan, mal wieder ein Erfolgserlebnis zu haben. Aber wir wissen auch, dass es nur ein Anfang war. Ein guter erster Schritt – so wollen wir weiter machen.

Ein bisschen Lockerheit kann nicht schaden. Wie sehr belastet der Druck des Abstiegskampfs?

Das ist natürlich nicht immer einfach. Klar fragt man sich da, woran es liegt, will es besser machen. Dann verkrampft man auch mal. Aber wir haben immer weiter gearbeitet, immer alles versucht für einen Sieg. Es hat lange gedauert, darum war es jetzt umso wichtiger. Hoffentlich ist es ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Die drohende Kaufpflicht für Hannover 96 von Kevin Wimmer ist kein Problem mehr.
Die drohende Kaufpflicht für Hannover 96 von Kevin Wimmer ist kein Problem mehr. © imago/DeFodi
Anzeige

Sie dürften jetzt wieder mehr spielen – eigentlich gut. Allerdings ist es der Akpoguma-Verletzung geschuldet. Kann man sich über die größere Rolle trotzdem freuen?

Es ist nie ein Spaß, wenn ein Teamkollege lange ausfällt. Das wünscht man keinem. Völlig unabhängig davon, dass er auf meiner Position spielt. Aber wenn du auf der Bank sitzt, bist du immer bereit. Man weiß, dass immer etwas passieren kann. So war es jetzt ja auch. Dann versucht man, sofort voll da zu sein und der Mannschaft zu helfen. Und wenn ich in den nächsten Wochen regelmäßig spielen sollte, will ich einfach mein Bestes zu geben.

Stichwort “Bestes geben”: Was sind Ihre Stärken?

Auf dem Platz ist es wichtig, sich gegenseitig zu pushen. Da versuche ich zum Beispiel meinen Teil beizutragen. Ich will die Mannschaft mit einer gewissen Präsenz unterstützen. Und als Innenverteidiger hast du das Spiel ja vor dir, da kannst du den Mitspielern mit vielen Kommandos helfen.

Die Kommandos von außen kommen jetzt von Thomas Doll. Wie schlägt sich der neue Coach?

Er lebt alles immer mit, egal ob beim Training oder beim Spiel an der Seitenlinie. Der Biss war direkt vom ersten Tag da, er macht einen sehr guten Job! Und er behandelt alle Spieler gleich, egal welche Rolle sie haben. Er hat sich mit allen befasst. Ganz gleich, ob Startelf-Spieler oder einer, der auch mal nicht im Kader ist. Das imponiert einem schon, das machen nicht so viele Trainer. Er hat keine Eingewöhnungszeit gebraucht.

… trotz elf Jahren raus aus der Bundesliga?

Man hat sofort gemerkt, dass er weiß, was er macht. Er hat auf jeden Fall gebrannt auf so eine Aufgabe. Darauf, wieder in Deutschland zu sein.

Das gilt ja auch für Sie. Haben Sie die Leihe von Stoke City zu 96 je bereut?

Nein. Es wäre zwar schöner, wenn wir weiter oben in der Tabelle wären. Aber wir nehmen die Situation an und ich fühle mich trotzdem sehr wohl. Für mich war es auf jeden Fall der richtige Schritt! Ich werde alles dafür geben, dass wir uns unten rausarbeiten.

Kevin Wimmer: Für den verletzten Akpoguma im Team.
Kevin Wimmer: Für den verletzten Akpoguma im Team. © Maike Lobback

In Ihrem Leihvertrag wird’s kompliziert mit der Kaufpflicht-Klausel und bei wie vielen Einsätzen 96 sie fest verpflichten muss. Wissen Sie eigentlich, was genau in dem Vertrag so drinsteht?

Ich weiß schon den Inhalt meines Vertrages… (grinst)

Okay. Aber belastet Sie die komplizierte Situation?

Mir macht das keinen Stress oder Druck. Ich denke überhaupt nicht daran, dass ich so oder so viele Spiele machen muss. Ich versuche einfach, so viele Spiele wie möglich zu machen, und hoffe, dass ich dann hier bleiben kann. Das ist genau das, was ich mir vor der Saison schon vorgestellt hatte. Ich bin nicht hergekommen, um nur ein Jahr in Hannover zu sein und dann wieder weg. Ich will längerfristig bleiben, ich fühle mich wohl hier. Aber das liegt nicht allein in meiner Hand. Das Wichtigste ist, dass wir in der Liga bleiben – wenn ich mit vielen Spielen und guten Leistungen dazu beitragen kann, umso schöner.

Kevin Wimmer: Bilder seiner Karriere

2012 kam Kevin Wimmer aus Linz zum 1. FC Köln (hier ein Bild aus dem Jahr 2014). Zur Galerie
2012 kam Kevin Wimmer aus Linz zum 1. FC Köln (hier ein Bild aus dem Jahr 2014). ©
LESENSWERT

Sind Sie regelmäßig im Austausch mit Stoke City?

Nein, Kontakt nach Stoke habe ich im Moment nicht.

Die Kaufklausel wären 12 Millionen Euro. Ziemlich viel Geld. Der eine oder andere im 96-Umfeld meint: zu viel für Kevin Wimmer. Trifft Sie das persönlich?

Als Fußballer ist es eigentlich normal, so was zu hören. Es ist halt leider so, dass das gerade in England in die Höhe geschossen ist mit den Ablösesummen. Klar ist das viel Geld, aber wir werden sehen. Ich würde wie gesagt gern länger hierbleiben.

Vielleicht kann 96 ja nachverhandeln ...

So ist es. Da ist bestimmt noch nicht das letzte Wort gesprochen, wie es am Ende der Saison aussieht. Ich glaube, von beiden Seiten – von mir und von Stoke – ist der Wille da, sich ordentlich zu einigen.

Mehr zu Hannover 96

Wie oft gucken Sie täglich eigentlich auf die Tabelle?

Es bringt nichts, wenn man immer auf die anderen guckt und selber keine Punkte holt. Deswegen war es erstmal wichtig, den Dreier einzufahren und so ein bisschen näher ranzurücken an die anderen. Natürlich ist es gut, dass auch andere Teams Schwächephasen haben und dass man sieht, dass bei denen auch nicht alles so läuft. Aber für uns ist es wichtiger, weiter Gas zu geben und nicht locker zu lassen. Wir müssen immer mehr Druck auszuüben auf die Mannschaften, die vor uns sind, um hoffentlich in absehbarer Zeit an ihnen vorbeizuziehen.

Warum klappt es mit dem Klassenerhalt?

Weil wir alle daran glauben! Weil wir trotzdem mehr Qualität haben als andere Mannschaften, die noch vor uns sind. Und weil dieser Verein einfach in die Bundesliga gehört. Wir werden alles dafür geben, das Ruder rumzureißen.

Nächster Gegner ist Hoffenheim – wie wird das?

Eine sehr spielstarke Mannschaft. Es wird wichtig für uns sein, gut zu stehen, kompakt zu verteidigen, denen nicht viel Platz zum Kombinieren zu geben und nach vorne die Konter gut auszuspielen. Da müssen alle elf Mann zusammen richtig Gas geben, auch wenn das viel Laufarbeit bedeutet. Dann können wir es Hoffenheim richtig schwer machen und auch da was holen. Wir müssen darauf brennen nachzulegen. Wir dürfen uns nicht zufrieden geben mit einem Sieg und auf ruhig machen, sondern wollen direkt das nächste Zeichen setzen.

ANZEIGE: Hoodie und T-Shirt mit deinem Vereinsnamen! Der Deal of the week im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Hannover
Sport aus aller Welt