13. Oktober 2020 / 16:33 Uhr

Kickerinen vom 1. FFC Turbine Potsdam geben dem Oberhavel-Nachwuchs einige Tipps

Kickerinen vom 1. FFC Turbine Potsdam geben dem Oberhavel-Nachwuchs einige Tipps

Matthias Schütt
Märkische Allgemeine Zeitung
Turbine Potsdam, 2. OHV Mädchencamp
Gina Chmielinski (hinten links) und Selina Cerci von Frauenfußball-Bundesligist Turbine Potsdam besuchten am Dienstag das „2. OHV Mädchenfußball Camp“ des Vereins in Oranienburg und hatten neben Autogrammkarten auch noch einige wertvolle Tipps für den Nachwuchs parat. © Matthias Schütt
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Die Bundesliga-Spielerinnen Gina Chmielinski und Selina Cerci besuchten vor dem Auswärtsspiel am Sonntag gegen Bayern München das Mädchen-Fußballcamp des Vereins in Oranienburg. Dieses konnte mit sechsmonatiger Verspätung stattfinden. Der Verein sucht neue Talente.

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„Die Kinder sollen einfach mit Spaß und Lebensfreude dabei bleiben“, sagt Gina Chmielinski, Spielerin von Frauenfußball-Bundesligist Turbine Potsdam, am Rande des „2. OHV Mädchenfußball Camp“ des Vereins in Oranienburg. Die 20-Jährige, die einst beim Ludwigsfelder FC mit dem Fußball begann, stattete den 23 Mädchen am Dienstag zusammen mit Teamkollegin Selina Cerci einen Besuch ab. Dabei ließ es sich das Turbine-Duo nicht nehmen, zahlreiche Autogrammwünsche zu erfüllen und mit den Nachwuchsspielerinnen einige Übungen auf dem Hallenparkett im HBI-Sportforum durchzuführen. „Wir haben selbst früher so angefangen und ich weiß noch, wie es damals war, auf der anderen Seite zu stehen und die Profispielerinnen zu sehen. Das hat mich unglaublich motiviert“, so Chmielinski. „Und aus heutiger Sicht ist es schön, mit dem Nachwuchs in Kontakt zu kommen.“

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Cerci, die im Sommer von Werder Bremen nach Potsdam wechselte und nun auch Oberhavel einen Besuch abstattete, findet, dass die „Nachwuchsspielerinnen einfach dran bleiben sollen“, erklärt die 20-Jährige. „Und ohne Spaß kann man sowieso beim Sport nicht die richtige Leistung abrufen.“ Das viertägige Camp in der Kreisstadt sollte ursprünglich bereits im April diesen Jahres stattfinden, wurde aber aufgrund der Corona-Pandemie verschoben und konnte am vergangenen Montag starten. Noch bis zum Donnerstag dieser Woche wird in Oranienburg fast sieben Stunden trainiert – manchmal mit dem Ball, manchmal ohne.

„Wir wollen den Frauenfußball in Oberhavel, der hier gut vertreten ist, weiter stärken. Mit der Teilnehmerzahl sind wir zufrieden. Mehr würde sowieso nicht gehen“, so Uwe Reher, Vize-Präsident von Turbine. „Zusätzlich wollen wir so Spielerinnen scouten.“ Denn der brandenburgische Verein muss sich im nationalen Wettbewerb gegen die finanzstarken Klubs wie Bayern München, dem VfL Wolfsburg oder Eintracht Frankfurt behaupten und setzt dabei verstärkt auf die Talente aus der Region – auch aus Oberhavel. „Wir fühlen uns hier sehr wohl und wollen das Camp auch in den kommenden Jahren weiter in Oranienburg stattfinden lassen. Es soll eine Institution werden“, so Reher.

Turbine Potsdam, 2. Mädchen-Fußballcamp OHV, Gina Chmielinski (links)
Gina Chmielinski (links) machte sofort bei einer Übung auf dem Parkett mit. © Matthias Schütt

Dabei standen für die Nachwuchskickerinnen, die von vielen Vereinen aus der Region kommen, zahlreiche Übungen auf dem Programm, um weiter an sich zu arbeiten – ob im Passspiel, Technikübungen oder beim Abschluss. „Wir wollen den Nachwuchs einfach weiter vor Ort fördern“, so Turbine-Trainer Mathias Zube, der im Verein gleichzeitig für das Scouting zuständig ist und sich zahlreiche Notizen zu den einzelnen Spielerinnen machte. Denn einige vielversprechende Talente waren schon dabei, müssen aber auch in Zukunft weiter gefördert und geformt werden. „Wir haben Mädchen dabei, die schon in Vereinen sind und einige, die einfach so spielen wollen“, sagt Zube. „Wer weiß. Wenn die Mädchen dran bleiben, gelingt ihnen vielleicht der Sprung in die Frauenfußball-Bundesliga zu Turbine Potsdam.“ So wie es Chmielinski und Cerci ihnen vorgemacht haben.