18. November 2020 / 09:38 Uhr

Kieler Abstiegsangst: TSV Klausdorf, FC Kilia Kiel und Co. bangen um Klassenerhalt

Kieler Abstiegsangst: TSV Klausdorf, FC Kilia Kiel und Co. bangen um Klassenerhalt

Jan-Philipp Wottge
Kieler Nachrichten
Letzte in der Oberliga Nord: Die 1. Frauen des FC Kilia Kiel verloren vier Partien am Stück. Erst der Trainerwechsel brachte den ersten Sieg.
Letzte in der Oberliga Nord: Die 1. Frauen des FC Kilia Kiel verloren vier Partien am Stück. Erst der Trainerwechsel brachte den ersten Sieg. © FC Kilia Kiel
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Gemeinsam auf Talfahrt: Vier der fünf Kieler Oberligisten im Frauen-Fußball kämpfen beim Re-Start im kommenden Jahr um den Klassenerhalt

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Lediglich der TSV Russee zog in die Aufstiegsrunde ein und kann entspannt auf die Fortsetzung der Saison blicken. Doch was lief bei Rot-Schwarz Kiel, dem Kieler MTV, dem TSV Klausdorf und bei Kilia Kiel falsch? Immerhin: Kein Klub nimmt Corona als Ausrede...

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Kieler MTV

„Die Pandemie müssen wir nicht als Ausrede bemühen“, sagt Stephan Mordhorst. Vielmehr macht der KMTV-Coach den personellen Umbruch im Kader für das Verpassen der Aufstiegsrunde verantwortlich. „Die jungen Spielerinnen mussten sich erst an die Liga gewöhnen. Doch Fehler kann man bei lediglich fünf Spielen nicht wieder ausbügeln.“

Mordhorst verweist auf die unnötige 0:2-Auswärtsniederlage durch zwei späte Gegentore zum Saisonauftakt beim Aufsteiger IF Stjernen Flensborg. „Danach waren wir unter Zugzwang und quasi schon aus dem Rennen. Die Entwicklung stimmt mich aber positiv, der Mix im Team ist gut.“

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Rot-Schwarz Kiel

Nach dem vierten Platz in der Corona-Abbruchsaison liebäugelte man im Süden Kiels erneut mit einer Platzierung im Spitzenfeld. Doch letztlich fanden sich die Rot-Schwarzen nach nur einem Remis am Tabellenende wieder. „In jedem Spiel führen wir, bringen das aber nicht über die Zeit, weil wir einfach zu viele Gegentore kassieren“, moniert Coach Jens-Uwe Kwaschik, der vor der Saison Kim Liebert an der Seitenlinie ablöste.

Kwaschik sieht neben dem Verletzungspech auch die Trainingsbeteiligung in der Vorbereitung als Grund für die geringe Konstanz: „Uns fehlen die Automatismen zwischen den Mannschaftsteilen. Wenn es wieder losgeht, ist jedes Spiel ein Endspiel. Einen Spannungsabfall wird es dann nicht geben.“ Hoffnungsträgerin ist Torjägerin Anna-Marie Ihrens, die in fünf Spielen sechs Mal knipste.

TSV Klausdorf

„Wir haben die Seuche vom ersten Spieltag an am Fuß“, sagt Sandra Kahlcke. Die Abwehrspielerin bestätigt, dass die Meisterrunde das Minimalziel gewesen wäre. Doch ohne Torjägerin Maike Timmermann und Spielmacherin Annika Liedtke, die beide eine Babypause einlegen, fehlte es zwar nicht an Torchancen, aber an Torerfolgen. Mit fünf Saisontoren stellt das Team von Trainer Maik Lietzau den schwächsten Angriff aller Oberligisten. Der deutliche 4:1-Sieg gegen RS Kiel blieb das einzige Erfolgserlebnis der Vorrunde. „Es ist frustrierend, wenn man in Spielen überlegen ist, vorne nicht trifft und hinten für jeden Fehler bestraft wird“, klagt Kahlcke. „Wir müssen einfach das Tor wieder treffen.“

FC Kilia Kiel

Nach vier Niederlagen am Stück zog Coach Sascha Hackfurth die Reißleine. Er beendete sein Engagement bei den Kilia-Frauen nach knapp fünf Jahren aufgrund sportlicher und persönlicher Gründe. „Sascha Hackfurth hat das Team mit viel Leidenschaft und Energie geführt. Die Spiele wurden von den Frauen trotzdem ohne Engagement und blutleer geführt. Uns war klar, dass die Saison nicht einfach wird, nachdem wir im Vorjahr nur aufgrund des Saisonabbruchs die Klasse gehalten haben“, sagt Kilia-Fußballobmann Rainer Kobarg. Bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs soll Heinrich Böttjer mit der Unterstützung von zwei Spielern der männlichen Ligamannschaft das Traineramt übernehmen. „Die Frauen wollen unbedingt in der Oberliga bleiben“, erklärt Kobarg.j