28. August 2021 / 19:18 Uhr

Kilias Torhunger war nicht zu stillen

Kilias Torhunger war nicht zu stillen

Jan Claas Harder
Kieler Nachrichten
Julius Rainer Alt (Zweiter von rechts) lässt sich nach seinem dritten Treffer von seinen Teamkollegen feiern.
Julius Rainer Alt (Zweiter von rechts) lässt sich nach seinem dritten Treffer von seinen Teamkollegen feiern. © Mario M. Koberg
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In der Fußball-Landesliga Mitte konnte Meisterschaftsfavorit FC Kilia Kiel bereits am zweiten Spieltag die Tabellenführung übernehmen. Das Team von Kilia-Coach Nicola Soranno zeigte beim Auswärtsspiel bei der SpVg Eidertal Molfsee einen überzeugenden Auftritt und gewann die Partie deutlich mit 7:0.

„In diesem Spiel war ein Klassenunterschied erkennbar. Schön war aus unserer Sicht eigentlich nur, dass es nicht zweistellig wurde“, erklärte Eidertals Trainer Timo Bruns nach dem Schlusspfiff. Dabei verlief die Partie aus Sicht der Gastgeber in der Anfangsphase gar nicht mal so ungünstig, denn zum einem hatte Louis Schütt eine gute Chance Molfsee in Führung bringen, und zum anderem gelang es die Kilianer durch intensive Zweikampfführung und kompaktes Auftreten vom eigenem Strafraum fernzuhalten. Doch nach einer Viertelstunde auf Augenhöhe, kippte die Begegnung zu Gunsten der Gäste, die ihre erste Torchance gleich verwerten konnten. Eine perfekte Flanke von Serhat Yazgan fand den im Strafraum befindlichen Yannik Jakubowski, der sich im Zweikampf behaupten konnte und Kilia in Führung brachte. Keine Minute später hätte Luca Aouci nach sehenswerter Einzelleistung gleich nachlegen können. Dies taten die Gäste dann 120 Sekunden später vom Elfmeterpunkt aus. Nachdem Yazgan regelwidrig zu Fall gebracht wurde, trat Jakubowski zum Punkt an. Der Schuss von Kilias Goalgetter war durchaus platziert, doch Eidertals Keeper Tobias Dittmann ahnte die Ecke und parierte den Elfer. Die Freude darüber hielt jedoch nur Nanosekunden an, da Tom Baller blitzschnell reagierte und das Leder im Nachschuss versenkte. Kilia war nun Herr im Ring und erspielte sich Chancen über Chancen. Nach einer guten halben Stunde markierte Jakubowski den dritten Treffer, doch es hätte für Eidertal noch dicker kommen können, wenn beispielsweise der allein vor Dittmann aufgetauchte Julius Alt seinen Lupfer nicht knapp über das Gehäuse gesetzt hätte (32.). Kilias Sturmlauf war erst wieder von einem Torerfolg gekrönt, als Schiedsrichter Jannik Schneider nach einem Foul an Baller zum zweiten Mal auf Strafstoß entschied. Dittmann tauchte zwar wieder in die richtige Ecke ab, konnte den Schuss von Alt jedoch nicht abwehren.

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Infolge des deutlichen Zwischenstands war nun zu befürchten, dass die Kilianer in Halbzeit zwei wohlmöglich in den Verwaltungsmodus schalten könnten. Doch das Gegenteil war der Fall. Bis zum Schlusspfiff war der Torhunger der Kilianer spürbar. Diese konnten das Resultat zwar durch zwei weitere Alt-Tore und einen Treffer des eingewechselten Jan Matti Seidel noch ausbauen, doch es wäre noch ein deutlicherer Triumph möglich gewesen. So vergab Yazgan eine Gelegenheit aus der Distanz (80.) und Tom Baller scheiterte beim dritten Elfmeter des Spiels an Dittmann (82.). Unterm Strich war dies wohl die überzeugendste Darbietung, die der FC Kilia Kiel seit Jahren gezeigt hat. Und dies nicht nur, weil etliche durchdachte Angriffe vorgetragen wurden. Beeindruckend war auch die permanente Lust und der Wille noch mehr Tore zu erzielen. Es gab keinen Moment des Leerlaufs im Spiel der Kilianer. Und es war auch nicht so, dass Eidertals Kicker auf den deutlichen Rückstand mit Resignation reagierten. Dementsprechend könnte einem Team der Liga ein katastrophaler Tag bevorstehen, wenn Kilia erneut so performt und der Gegner sich frühzeitig mit der Niederlage abfinden würde. „Das war ein sehr reifer Auftritt meiner Mannschaft. Gefallen hat mir, dass wir über die gesamte Spieldauer fokussiert waren und zu keinem Zeitpunkt ein Leistungsabfall erkennbar war“, stellte Kilias Coach Nicola Soranno zufrieden fest. Beeindruckt war auch das Trainerteam des TSB Flensburg, die mit den Kilianern bis dato nicht recht vertraut waren und sich mit ihnen am 12. September im Landespokal auseinandersetzten müssen. „Kilia macht wahnsinnig viel Tempo und ist ständig in Bewegung. Darüber hinaus ist das eine Truppe, die qualitativ in der Landesliga mal so gar nichts verloren hat“, meinte TSB-Coach Hoymar Sörensen.

SpVg Eidertal Molfsee – FC Kilia Kiel 0:7

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Eidertal: Dittmann – Gutzeit (50. Smit), Braesch, Quoos (56. Schubert), Schöning, Kronester, Mahmud, Clausen (56. Blümke), Mortensen (71. Lemke), Michaelis (56. Galsdorf), Schütt.

FC Kilia: Franzenburg – Ramo, Harder, Foit, Warncke (56. Meshekrani), Yazgan, Baller, Alt (63. Kessler), Horstinger (56. Ayyildiz), Aouci (56. Milbradt), Jakubowski (56. Seidel).

Schiedsrichter: Schneider (Laboe) – Tore: 0:1 Jakubowski (16.), 0:2 Baller (19.), 0:3 Jakubowski (27.), 0:4 Alt (37./FE.), 0:5 Alt (49.), 0:6 Alt (53.), 0:7 Seidel (60.) – Besondere Vorkommnisse: Dittmann hält Strafstöße von Jakubowski (19.) und Baller (82.) – Zuschauer: 100