15. Dezember 2021 / 15:48 Uhr

Pro und Contra: Sollte der FC Bayern den Vertrag mit Kingsley Coman verlängern?

Pro und Contra: Sollte der FC Bayern den Vertrag mit Kingsley Coman verlängern?

Heiko Ostendorp und Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kingsley Comans Vertrag in München läuft im Sommer 2023 aus.
Kingsley Comans Vertrag in München läuft im Sommer 2023 aus. © Getty Images (Montage)
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Im Sommer 2023 läuft der Vertrag von Kingsley Coman beim FC Bayern aus. Die Verantwortlichen beim Rekordmeister stellt das vor einige schwierige Frage: Sollte man den Vertrag mit dem Champions-League-Finaltorschützen verlängern? Das diskutieren RND-Sportchef Heiko Ostendorp und Reporter Patrick Strasser nach der jüngsten Verletzung des französischen Nationalspielers.

PRO: Der Titelgarant muss bleiben

von SPORTBUZZER-Reporter Patrick Strasser

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Könige haben in Bayern eine bewegte Historie. Diesen King sollte der FC Bayern nicht ziehen lassen. Kingsley Coman ist ein Außenstürmer mit Qualitäten, die ich sonst von keinem Offensivspieler kenne. Neben seinen Speed-Läufen in die Tiefe glänzt er mit einem Basketballer-Move. Achten Sie mal darauf: Aus vollem Tempo stoppt er ab, geht dann aus dem Stand ins Eins-gegen-Eins-Dribbling und zieht am Gegenspieler vorbei. Der Mann schlägt Haken wie ein Hase und hat in dieser Saison sein Torjäger-Gen wiederentdeckt: in zehn Liga-Einsätzen traf Coman bereits vier Mal. Nicht allzu viel, aber mehr als in der Vergangenheit.

Ihn im Sommer 2022 nur deshalb verkaufen zu wollen bzw. zu müssen, damit er nicht wie David Alaba (letztes Jahr zu Real Madrid) ablösefrei wechselt, wäre das falsche Signal. Coman kennt Bayern, schätzt den Verein. Er ist glücklich, nach seiner kleineren Herz-OP im September wieder fit zu sein, die Zweifel sind verflogen. Die hin und wieder auftretenden Muskelverletzungen sind Kollateralschäden, die man einkalkulieren muss. Trainer Julian Nagelsmann betonte, "King noch mehrere Jahre behalten" zu wollen. Weil er damit eine (Meister-)Titelgarantie im Kader hat. In den letzten neun Spielzeiten wurde Coman immer (!) Champion der jeweiligen Liga, ob mit Paris Saint-Germain (2012/13 und 2013/14), mit Juventus Turin (2014/15) und seit 2015/16 sechs Mal hintereinander mit den Bayern. Nennt man einen Lauf. Titel Nummer elf ist in Arbeit.

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CONTRA: Zu wenig Leistung für zu viel Geld

von RND-Sportchef Heiko Ostendorp

Die Szene aus dem Champions-League-Finale 2020 bleibt für jeden Bayern-Fan in Erinnerung, auf ewig. Dank seines Kopfballs zum 1:0-Sieg gegen Paris St. Germain machte sich Kingsley Coman unsterblich. Wenn es um die Bewertung seiner Leistungen und um eine Einschätzung bezüglich seiner Zukunft geht, wird dieses Tor oft aufgeführt – zurecht.

Doch natürlich dürfen sich die Verantwortlichen nicht von Emotionen leiten lassen, sondern müssen abwägen. Comans unglaubliche Schnelligkeit, seine Technik und auch sein taktisches Verständnis sprechen inzwischen längst für den 25-Jährigen, ebenso sein Alter. Doch auch der FC Bayern muss in Pandemiezeiten jeden Taler umdrehen und schauen, was ihm eine Verlängerung wert ist. Die Entscheidung steht nun an, da der Vertrag des Franzosen 2023 endet und man im kommenden Sommer letztmalig Ablöse kassieren könnte, will man nicht ein erneutes Desaster wie bei David Alaba erleben.

Interessenten für Coman gibt es genug, rund 50 Millionen stehen im Raum – Bayern sollte sie nehmen. Denn die Argumente, die gegen einen neuen Kontrakt sprechen, überwiegen. 198 Pflichtspiele absolvierte er vor dieser Saison in seinen sechs Bayern-Jahren, macht 33 pro Spielzeit. Dabei erzielte er im Schnitt knapp sieben Treffer – zu wenig für einen Mann, der sein künftiges Gehalt verdoppeln und in Dimensionen von Robert Lewandowski, Manuel Neuer oder Thomas Müller vorstoßen will. 90 Spiele hat Coman bislang aufgrund von Verletzungen verpasst, auch aktuell fällt er mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel wieder aus.

Er ist ein toller Spieler, dessen Transfer sich für Bayern definitiv gelohnt hat. Ihn auch kohletechnisch zu einem Topstar zu machen, wäre allerdings ein Fehler.