13. März 2021 / 19:00 Uhr

"Klar, dass es ein Ziel sein muss": Jetzt spricht der VfL Wolfsburg über die Champions League

"Klar, dass es ein Ziel sein muss": Jetzt spricht der VfL Wolfsburg über die Champions League

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ein weiterer Schritt Richtung Champions League: Der VfL Wolfsburg gewann mit 5:0 gegen den FC Schalke 04.
Ein weiterer Schritt Richtung Champions League: Der VfL Wolfsburg gewann mit 5:0 gegen den FC Schalke 04. © DPA
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Mit 5:0 (1:0) setzte sich der VfL Wolfsburg am Samstagnachmittag gegen Bundesliga-Schlusslicht FC Schalke 04 durch. Es war der höchste Saisonsieg des Tabellendritten, der jetzt öffentlich sehr offensiv mit dem Thema Champions-League-Teilnahme umgeht.

Lange Zeit hatte sich der VfL bedeckt gehalten, wenn es um das Thema Champions League ging - doch damit ist jetzt Schluss. Nach dem deutlichen 5:0-Sieg des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten gegen Schlusslicht FC Schalke 04 sprachen die Profis erstmals offen über die Königsklasse. "Wenn du auf Platz drei stehst, noch neun Spiele und einen Vorsprung hast, ist es klar, dass es ein Ziel sein muss", sagte 2:0-Torschütze Wout Weghorst nach dem höchsten Sieg seit dem 8:1 gegen den FC Augsburg im Mai 2019 und dem höchsten VfL-Erfolg unter Trainer Oliver Glasner.

48 Punkte haben die Wolfsburger in dieser Saison schon gesammelt, nur in der Vizemeister- und Pokalsieger-Saison waren es mehr (53). Fünf Zähler Vorsprung hat der VfL zumindest bis Sonntagnachmittag (15.30 Uhr) auf Verfolger Eintracht Frankfurt. Und bei dem Abstand kann es durchaus bleiben, denn die Hessen spielen dann beim Tabellenzweiten RB Leipzig. Unabhängig von der Konkurrenz hat die Mannschaft in der zweiten Halbzeit eindrucksvoll untermauert, dass sie in die Königsklasse will. Champions League - daraus macht nun auch niemand mehr einen Hehl. "Natürlich redet man darüber in der Mannschaft", sagte Weghorst bei Sky. Ridle Baku, Torschütze zum 3:0, schloss sich an: "Wenn man sich die Tabelle anschaut, ist es natürlich sehr schön. Wir sind Dritter, das haben wir registriert und wollen den Platz natürlich verteidigen."

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Etwas differenzierter und zurückhaltender äußerte sich Glasner. "Wir stehen relativ weit vorn", sagte der Österreicher zwar, "aber wichtig ist, dass wir weiterhin so akribisch trainieren und die Jungs weiter als Mannschaft harmonieren und die Spieler ungeachtet ihrer Situation immer für das Team da sind." Wenn das seinen Schützlingen gelinge, "denke ich schon, dass wir unter den ersten fünf, sechs Plätzen bleiben werden", so Glasner, der nicht das Gefühl hat, dass sich im Saison-Endspurt irgendjemand hängenlässt.

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Dass es zur dritten Champions-League-Teilnahme der VfL-Geschichte reicht, sieht gut aus, wenngleich noch neun Partien zu absolvieren sind. Da dürfen die Wolfsburger nicht nachlassen. Das haben sie auch in der ersten Halbzeit gegen Schalke gemerkt. Mit zwei Pflichtspiel-Niederlagen im Gepäck (0:2 im Pokal-Viertelfinale in Leipzig, 1:2 in der Liga bei 1899 Hoffenheim) hatten Maximilian Arnold und Co. zunächst etwas Probleme. Zu viele leichte Ballverluste, einige unnötige Fehlpässe und kaum Torraumszenen prägten das VfL-Spiel in den ersten 45 Minuten. Die Führung durch das Eigentor von Shkodran Mustafi - glücklich. "Wir hatten anfängliche Schwierigkeiten", fand auch Baku. Etwas deutlicher formulierte es Weghorst: "Die erste Halbzeit war nicht gut, das war eine unserer schwächsten Halbzeiten in dieser Saison. Aber das kann mal passieren, wir hatten viele neue Spieler drin, eine andere Aufstellung."

Insgesamt vier Veränderungen musste Glasner im Vergleich zum Hoffenheim-Spiel vornehmen. Für Paulo Otavio (Rot-Sperre), Maxence Lacroix, Xaver Schlager (beide Gelb-Sperre) und Renato Steffen (Bandverletzung) standen Marin Pongracic, Kapitän Josuha Guilavogui, Admir Mehmedi und Josip Brekalo in der Startelf. "Das Ergebnis hat gezeigt, dass wir gefestigt sind und uns der eine oder andere Ausfall nicht aus der Bahn wirft", so Glasner. Es brauchte aber etwas Zeit, bis sich die neuformierte Elf fand. "In der ersten Halbzeit ist es uns nicht so leicht von der Hand gegangen, Schalke war aggressiv und hat die Räume eng gemacht. Man hat gemerkt, dass wir nicht so im Rhythmus waren", befand auch der VfL-Coach. Dann aber seien die Ballgewinne "super zu Ende gespielt" worden.

5:1, 6:0, 7:1 - Die höchsten Bundesliga-Siege des VfL Wolfsburg

5:1!  Heimspiel gegen den 1. FC Köln am 9.3.2002; VfL-Tore: Klimowicz (2), Rau, Petrov, Karhan. Zur Galerie
5:1!  Heimspiel gegen den 1. FC Köln am 9.3.2002; VfL-Tore: Klimowicz (2), Rau, Petrov, Karhan. ©

Mit dem Weghorst-Tor platzte der Knoten. "Ich denke, das 2:0 war in einem ganz wichtigen Moment in diesem Spiel. Wir sind nach der Halbzeit gut rausgekommen", so der Niederländer. Danach sei das Selbstvertrauen "größer geworden". Jeder habe sich dann "mehr getraut. Das Ergebnis waren dann fünf Tore." Zwei davon bereitete der Top-Torjäger vor, der jetzt bei 16 Liga-Toren steht und damit so viele erzielt hat wie der FC Schalke in der gesamten Spielzeit. "Das Tor war super", lobte Glasner. "Es werden sicherlich noch ein paar Tore dazukommen. Was mich aber auch richtig freut, sind seine beiden Assists."


Fünf Treffer gelangen dem VfL insgesamt, die im Kampf um die Champions League noch entscheidend sein können, wenn das Torverhältnis ausschlaggebend werden sollte. Da haben die Wolfsburger (plus 22) im Vergleich zu den Verfolgern das deutlich bessere. Am Samstag können die Wolfsburger in Bremen nachlegen, ehe es in die Länderspiel-Pause geht. Glasner: "Wichtig ist, dass wir uns jetzt freuen, ein schönes Wochenende haben und uns dann wieder auf die nächste Aufgabe fokussieren."