22. Dezember 2020 / 22:40 Uhr

Klare Angelegenheit: Dynamo Dresden scheidet nach 0:3 aus dem DFB-Pokal aus

Klare Angelegenheit: Dynamo Dresden scheidet nach 0:3 aus dem DFB-Pokal aus

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
SG Dynamo Dresden - SV Darmstadt 9
Die SG Dynamo Dresden ist nach einem 0:3 gegen Zweitligist SV Darmstadt 98 aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. © Steffen Manig
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Das Team von Trainer Markus Kauczinski unterlag den spielerisch und taktisch reiferen Gästen aus Darmstadt glatt mit 0:3. Dennoch kann sich die SGD an diesem Abend als Gewinner fühlen: Wahnsinnige 72000 Geistertickets wurden verkauft und helfen dem Drittligisten durch die schwierige Zeit der Pandemie.

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Dresden. Nach einer tollen Hinserie in der 3. Liga hat Tabellenführer Dynamo Dresden im DFB-Pokal die Kirsche auf der Sahnetorte verpasst: Statt der Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski zog Zweitligist Darmstadt 98 ins Achtelfinale ein, das am 2./3. Februar 2021 steigt. Die Blau-Weißen kamen im Harbig-Stadion zu einem ungefährdeten 3:0 (1:0)-Erfolg. Auch 72 112 „Geister“, die für dieses Spiel Karten gekauft hatten, konnten Dynamo nicht helfen. Immerhin kam dadurch wenigstens etwas Geld in die klamme Kasse. Doch der Einzug in die nächste Runde hätte knapp 600.000 Euro gebracht. Eine hübsche Summe – erst recht in der Corona-Krise.

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Die Schwarz-Gelben gingen nach ihrer Erfolgsserie in der Liga selbstbewusst in diese Partie. Nach dem 4:2 bei Viktoria Köln änderte Kauczinski seine Anfangsformation nicht und hoffte auf einen besseren Start als in der Domstadt. So kalt erwischt wie dort wurden seine Profis nicht, sie ließen in den ersten Minuten nichts zu, tasteten sich mit dem höherklassigen Gegner ab. Der ließ es ruhig angehen, kam erst in der 16. Minute durch Tim Skarke zum ersten Torschuss der Partie: Der Ball strich über die Latte. Während Dynamo beim ersten Konter zweimal geblockt wurde (18.), donnerte Marvin Mehlem den Ball knapp neben das Tor von Kevin Broll (19.), Serdar Dursun zwang Dresdens Keeper gleich zur ersten Parade (22.). Zu nah rückten die Gäste nun an den Strafraum der Gastgeber heran, übten mehr Druck aus. Und als Kevin Ehlers einen hohen Ball von der Seite klären wollte, fiel der Fabian Schnellhardt vor die Füße – der Darmstädter sagte danke und drosch die „Pille“ unter die Latte (25.).

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Klare Niederlage für die SG Dynamo Dresden: Das Team von Trainer MArkus Kauczinski unterlag den taktisch und spielerisch klar besseren Gästen aus Darmstadt mit 0:3. Zur Galerie
Klare Niederlage für die SG Dynamo Dresden: Das Team von Trainer MArkus Kauczinski unterlag den taktisch und spielerisch klar besseren Gästen aus Darmstadt mit 0:3. ©

Dynamo wirkte nun beeindruckt, die Hessen spielten sich die Bälle zu und ließen auch die Sachsen laufen. Weitere Großchancen hatten die 98er aber erst einmal nicht, dafür kam Philipp Hosiner nach einem Zuspiel von Patrick Weihrauch aus der Drehung zur einzigen Dynamo-Gelegenheit vor der Pause, doch Marcel Schuhen parierte den unplatzierten Schuss (36.). Pech hatten die Dresdner dann auch, dass sich Christoph Daferner am Oberschenkel verletzte und raus musste. Für ihn kam Pascal Sohm. Doch gefährlicher blieben die Darmstädter, denn Skarke zwang Broll im Anschluss an eine Ecke zur nächsten Parade (40.). Der Kopfball von Robin Becker nach Ecke von Weihrauch ging indes weit vorbei (44.).

Nach dem Seitenwechsel ging ein Feuerwerk hinter der Südkurve hoch, doch auf dem Rasen bot sich das gleiche Bild wie in Halbzeit eins: Darmstadt spielte abwartend, überlegen und Dynamo bekam nur wenig Zugriff auf die Partie. Die Heimelf hatte Glück, dass Tim Knipping Mehlem gerade noch stoppen konnte (49.). Bei Seungho Paiks Flanke ließen Ehlers und Knipping Dursun zum Kopfball kommen, doch der verfehlte sein Ziel (54.). Wenig später aber war das einseitige Spiel entschieden, als Ehlers Dursun zuviel Platz ließ. Der Darmstädter Mittelstürmer spielte den Ball mit der Hacke auf Paik - und der Südkoreaner nutzte die Vorlage zum 0:2 (60.).

Zu allem Unglück musste Dynamo dann auch noch Knipping vom Feld nehmen, der an der Hüfte etwas von Tobias Kempe abbekommen hatte. Für den Innenverteidiger kam mit Maximilian Großer ein Talent aus dem eigenen Nachwuchs, Marvin Stefaniak ersetzte zugleich Julius Kade (62.). Eine Wende konnten die Hausherren aber nicht mehr erzwingen, denn Dursun erstickte alle Hoffnungen mit dem 3:0 schon im Keim (72.). Da hätte Referee Sven Jablonski auch schon abpfeifen können.