02. Oktober 2021 / 15:51 Uhr

Klare Angelegenheit: TSV Havelse verliert deutlich mit 0:6 gegen Kaiserslautern

Klare Angelegenheit: TSV Havelse verliert deutlich mit 0:6 gegen Kaiserslautern

Alexander Flohr
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kapitän Tobias Fölster (rechts) verfolgt seinen Gegenspieler.
Kapitän Tobias Fölster (rechts) verfolgt seinen Gegenspieler. © IMAGO/Eibner
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Die Euphorie der letzten Spiele war beim TSV Havelse schnell verflogen. Gegen den 1. FC Kaiserslautern kam das Team von Rüdiger Ziehl überhaupt nicht zum Zug und musste am Ende einer einseitigen Partie eine herbe 0:6-Pleite einstecken. Bereits zur Pause hatten die Havelser 0:4 zurückgelegen.

Was für ein Debakel für den TSV Havelse! Nach zuletzt sieben Punkten aus den vergangenen drei Partien geht der Aufsteiger gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 0:6 (0:4) unter - und wurde damit auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht. Von der Euphorie vor der Begegnung ist nach der Pleite nur noch wenig übrig. "Es ist ein Tag, an dem gar nichts bei uns geht", meinte Matthias Limbach, Sportlicher Leiter des TSV, schon in der Halbzeitpause. 

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Jaeschke mit der ersten Chance

Schon da war das Spiel entschieden. Yannik Jaeschke, der für den verletzten Julius Langfeld in die Startelf gerückt war, hatte schon in der ersten Minute per Kopf die erste Havelser Chance, Florian Riedel setzte wenig später mit einem Schuss aus spitzem Winkel ans Außennetz nach (9.). "Da hatte ich das Gefühl, dass wir gut im Spiel waren", so Limbach.

Bilder vom Spiel der 3. Liga zwischen dem TSV Havelse und 1. FC Kaiserslautern

Havelses Florian Riedel (links) kämpft mit Kaiserslauterns Daniel Hanslik um den Ball. Zur Galerie
Havelses Florian Riedel (links) kämpft mit Kaiserslauterns Daniel Hanslik um den Ball. ©

"Sa war uns der Zahn direkt gezogen"

Doch nur zwei Minuten später gab es den ersten Gegentreffer. Nach einem Freistoß der Havelser kontert Kaiserslautern mustergültig. Den langen Ball Richtung Mittellinie nimmt Marlon Ritter technisch anspruchsvoll mit, Oliver Daedlow kam nicht mehr hinterher - der Angreifer schloss halbhoch am machtlosen Torhüter Norman Quindt vorbei ins Netz. Limbach: "Da war uns direkt der Zahn gezogen. Danach waren wir einfach nicht mehr richtig auf dem Platz."

Vier Gegentreffer vor der Pause

Weiter ging es in der 17. Minute: Diesmal kamen die Gäste über einen Freistoß aus dem Halbfeld, die Zuteilung in der TSV-Abwehr war katastrophal, Kevin Kraus köpfte ein zum 0:2 aus Sicht der Havelser. Damit noch nicht genug in Durchgang eins: In der 30. Minute tanzte Lauterns Daniel Hanslik TSV-Kapitän Tobias Fölster erst lässig aus, seinen Schuss konnte Quindt noch abwehren.

Doch beim wuchtigen Nachschuss von Mike Wunderlich hatte auch er keine Chance. Kurz vor der Pause dann noch einmal ein Standard-Gegentor. Wunderlich mit der Ecke auf Philipp Hercher, der am langen Pfosten nur noch den Kopf hinhalten muss. 

Statt Entlastung gab es direkt nach Wiederbeginn die nächsten Gegentore. Hanslik schürte innerhalb weniger Minuten den Doppelpack (48., 56.). Havelse war völlig von der Rolle - und Kaiserslautern verlor den Spaß am Fußballspielen nicht.


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Wenig bis gar keine Entlastung

Immerhin: Nach dem 0:6 fing sich die Mannschaft von Trainer Rüdiger Ziehl etwas, konnte zumindest weitere hochkarätige Möglichkeiten verhindern. Nach vorn gab es dagegen wenig bis gar keine Entlastung - einzig Zugang Kianz Froese versuchte es immer wieder. Doch auch er konnte allein nichts auslösen. 

Nach guten Vorstellungen zuletzt ist das Debakel gegen die "Roten Teufel", bei denen Trainer Ziehl als Spieler sieben Jahre gekickt hatte, ein herber Rückschlag. Denn: Die Havelser ließen diesmal einige Tugenden vermissen - Zweikampfstärke, Willen und die nötige Konzentration.

Dazu wird zunehmend deutlich, dass der TSV ein akutes Defensivproblem hat. Nach drei Gegentoren in Berlin (4:3) gab es jetzt die nächsten sechs - vorausgehend waren dabei häufig individuelle Fehler. Gut, dass jetzt erst einmal die Länderspielpause beginnt.