06. Oktober 2020 / 15:41 Uhr

Klarer Sieg gegen Sand? Dann winkt den VfL-Frauen die Spitze!

Klarer Sieg gegen Sand? Dann winkt den VfL-Frauen die Spitze!

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Frauenfussball-Bundesliga, VfL Wolfsburg - SC Sand, Saison 2019/20, 1.Spieltag
Die Tabellenspitze im Visier: Gewinnen Dominique Janssen (M.) und der VfL am Mittwoch klar gegen den SC Sand (r. Patrycja Balczerak), können sie Tabellenführer werden. © Roland Hermstein
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Wird es ein Wettschießen um den Spitzenplatz? Fakt ist: am Mittwochabend könnten Wolfsburgs Bundesliga-Fußballerinnen erstmals in dieser Saison die Spitze übernehmen. Sie müssen es gegen den SC Sand nur besser machen als Bayern gegen Duisburg.

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Die nächsten drei Punkte sollen her: Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg empfangen am Mittwoch (18 Uhr) den Tabellenneunten SC Sand im AOK-Stadion. Während der Titelverteidiger nach vier Spieltagen verlustpunktfrei ist, kann man beim SC Sand nicht von einem gelungenen Saisonstart reden. Die Tordifferenz von -11 spricht gegen die Gäste. Wolfsburg liegt bei +12 und damit bei Punktgleichheit nur noch ein Törchen hinter Bayern München, das Duisburg erwartet. Der Meister kann also am Mittwoch Erster werden.

Gegner Sand: In vier Spielen verlor die Mannschaft von Trainerin Nora Häuptle (ist erst seit Ende August im Amt) drei Mal, den einzigen Saisonsieg fuhr man beim MSV Duisburg (1:0) ein. "Sie haben eine neue Trainerin, die sicherlich noch Zeit braucht und sich an das Niveau der Frauen-Bundesliga gewöhnen muss. Sie muss eine eigene Mannschaft formen und ihre Philosophie formen. Ich denke, Sand befindet sich da gerade im Umbruch", so Lerch über seine neue Kollegin, die der einzige weibliche Coach in der Liga ist. Zuvor war Häuptle Trainerin Schweizer U19-Nationalteams der Frauen.

Beim VfL habe man sich das Auftaktprogramm des SC angeschaut und "Ansätze erkannt, wo man sagen kann, dass da eine gewisse Handschrift ist. Jetzt haben sie zwischenzeitlich gegen Duisburg gewonnen, das hat vielleicht noch einmal ein bisschen Auftrieb gegeben." Die Gäste werden, so Lerch, "nichts zu verlieren haben. Ich erwarte sie, wie viele andere Mannschaften auch, gegen uns etwas defensiver ausgerichtet. Da müssen wir das Tempo trotz englischer Woche hochhalten - wir sind das gewohnt."

Diesen Vorteil wolle man nutzen und die dazugehörige Erfahrung auch ausspielen. Stand jetzt kann Lerch gegen den SC aus den Vollen schöpfen. Hinter Zsanett Jakabfi, die aufgrund muskulärer Probleme nicht mit nach Leverkusen reiste, steht allerdings noch ein Fragezeichen. "Bei ihr müssen wir das Abschlusstraining abwarten und schauen, ob eine Reaktion eintritt. Sie konnte aber schon individuell was machen", so der 36-Jährige optimistisch über seine derzeitige Top-Torschützin (drei Ligatreffer).

Die Gäste aus dem Willstätter Ortsteil Sand im baden-württembergischen Ortenaukreis machten sich Dienstagmorgen um acht Uhr auf den Weg Richtung Wolfsburg, die Rückfahrt ist in den frühem Morgensunden des Donnerstags vorgesehen. Häuptle will den zweitägigen Ausflug nicht damit füllen, „um dort in Schönheit zu sterben“, wie sie auf der Sand-Homepage verrät. Und sie verspricht: „Wir werden ganz anders auftreten, als wir das bisher getan haben. Unsere Spielweise wird eine andere sein. Spiele gegen solch vermeintliche Übermannschaften sind immer spannend.“