30. November 2021 / 16:34 Uhr

Klartext von Wolfsburg-Trainer Kohfeldt: Wer schon an Lille denkt, spielt gegen Mainz nicht!

Klartext von Wolfsburg-Trainer Kohfeldt: Wer schon an Lille denkt, spielt gegen Mainz nicht!

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Will, dass seine Spieler nur an Mainz denken: Florian Kohfeldt, der Trainer des VfL Wolfsburg.
Will, dass seine Spieler nur an Mainz denken: Florian Kohfeldt, der Trainer des VfL Wolfsburg. © IMAGO/regios24
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Florian Kohfeldt wird vor dem Spiel des VfL Wolfsburg am Samstag bei Mainz 05 deutlich. Der Trainer der Niedersachsen sagt, warum er seinen Profis verbietet, schon an das Endspiel in der Champions League gegen Lille zu denken.

Florian Kohfeldt sagte dreimal energisch „Nein!“, als er am Dienstagmittag nach dem Alles-oder-nichts-Spiel in der Champions League am 8. Dezember (21 Uhr) gegen Frankreich-Meister OSC Lille gefragt wurde. Der VfL-Trainer blockte bei dem Thema schon, obwohl die Frage noch gar nicht zu Ende gestellt war. Was der Coach des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten damit rüberbringen wollte, ist klar: Seine Spieler sollen erst an Mainz - und dann erst an Lille denken. „Ich will auch nicht über Lille reden“, sagte Kohfeldt. „Wir konzentrieren uns auf Mainz!“ Und sollte einer seiner Profis anders denken, dann bekäme der ein Problem mit dem Coach!

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"Wenn ich bei irgendeinem Spieler das Gefühl habe, dass er schon vor Mainz an Lille denkt, dann wird er gegen Mainz keine Rolle spielen!“, so die klare Ansage des 39-Jährigen. Warum Kohfeldt das vermeiden möchte, ist klar: Nach dem 2:2 in Bielefeld und dem 1:3 gegen Dortmund sind die Wolfsburger in der Liga auf Platz sieben abgerutscht, zwei Punkte beträgt der Rückstand auf Platz vier, auf dem die Niedersachsen jüngst noch gestanden hatten. Kohfeldt mit Blick auf die Tabelle: „Wir haben eine sehr enge Situation in der Bundesliga. Wir sind weiterhin dran an den Plätzen, die wir haben wollen, in der Liga ist es extrem eng."

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Und so sei es gerade in diesen Wochen vor Weihnachten, in denen innerhalb kürzester Zeit viele Zähler vergeben werden, wichtig, in den nun folgenden Begegnungen in Mainz, gegen Stuttgart und Köln sowie beim Hinrunden-Finale am 17. Dezember bei Meister Bayern München ordentlich zu punkten. Kohfeldt formuliert das so: "Wir müssen diese Zeit bis Weihnachten nutzen, um uns in eine gute Ausgangslage für die Rückrunde zu bringen." Daher verbiete sich in den Tagen vor dem Mainz-Spiel schon an das Gruppenfinale in der Königsklasse gegen Lille zu denken. "Ich finde, es ist nicht zu viel von uns allen verlangt, dass wir uns voll auf Mainz konzentrieren – und erst danach die weiteren Aufgaben angehen.“ Denn: „Alles andere ist nicht zielführend“, betonte der Wolfsburger Trainer.


In der Königsklasse hat der VfL ein Endspiel vor der Brust. Obwohl Wolfsburg in der Gruppe G nach dem 0:2 in Sevilla Letzter ist, kann der VfL in dieser irren Gruppe sogar noch Erster werden! Auch Rang zwei oder Rang vier sind möglich - ausgeschlossen ist dagegen Platz drei, der in die Europa League führen würde. Klar ist: Wolfsburg braucht gegen Lille einen Heimsieg - sonst hat sich Europa für diese Saison erledigt.

Aber: So weit sollen Maximilian Arnold und Co. nicht denken, Mainz müsse im Fokus stehen, denn der VfL will da nach dem Remis gegen Bielefeld und der Niederlage gegen den BVB einen Dreier einfahren. Dafür hat Kohfeldt erstmals in seiner noch kurzen Amtszeit als VfL-Trainer eine komplette Trainingswoche zur Verfügung. Bei seinem Start als VfL-Trainer Ende Oktober folgte gleich eine englische Woche, danach war Länderspielpause, viele Spieler waren auf Reisen.

Kohfeldt hat die vier Wochen genutzt, um viele Infos übers Team zu sammeln. Langsam, aber sicher, weiß er genau, wie er welchen Spieler zu Höchstleistungen treiben kann. „Das ist jetzt die Woche, in der ich mit der Mannschaft festzurren kann: Wo stehen wir? Und wo wollen wir uns weiterentwickeln?“, so der Coach. „Ich habe zusammen mit dem Trainerteam die eine oder andere wichtige Information gesammelt und hoffe, dass ich ein paar Dinge, die ich gesehen habe, auch gut zusammenbringen kann.“ Er betonte abermals: Der VfL habe bis Weihnachten jetzt wichtige Spiele vor der Brust. Das erste steht am Samstagnachmittag an - und zwar in Mainz.