20. Februar 2022 / 20:09 Uhr

Klassenerhalt wird für den TSV Ahnsen ein hartes Stück Arbeit

Klassenerhalt wird für den TSV Ahnsen ein hartes Stück Arbeit

Uwe Kläfker
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
x-Ahnsen
Ohne Trainer Ralf Zoberbier (8m Hintergrund links) muss der TSV Ahnsen den Klassenerhalt in der Kreisliga angehen. © Uwe Kläfker
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Teamcheck: Trainer Zoberbier kritisiert mangelnde Trainingsbeiteiligung beim Tabellenletzten der Kreisliga und bekommt die Konsequenzen zu spüren.

Der Blick auf die Tabelle verheißt nichts Gutes für den TSV Ahnsen, der nach 16 Spielen und nur zwei Siegen ganz unten steht, das vermeintlich rettende Ufer ist bereits sechs Zähler entfernt. Und ob es reichen wird, den 14. Platz zu erklimmen, steht angesichts der gleitenden Skala in den Sternen. Zuvor müssten alle Schaumburger Bezirksligisten den Klassenerhalt schaffen. TSV-Trainer Ralf Zoberbier weiß, wie schwer die Aufgabe ist, hat aber ein einfaches Rezept parat: „Punkten, punkten und den Arsch hoch.“

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Kurios: Allerdings wird Zoberbier nicht mehr mit seiner Mannschaft um den Klassenerhalt kämpfen dürfen, der TSV Ahsen hat den Coach nach Veröffentlichung des Teamchecks in den drei Schaumburger Tageszeitungen am Samstag einen Tag später entlassen.

Danach sieht es momentan nicht aus, die Trainingsbeteiligung liegt bei 50 Prozent und der Kader ist weiter geschrumpft. „Ich habe momentan nur noch 16 Spieler“, sagt der Coach. Zwei Akteure stehen berufsbedingt nur noch im Notfall zur Verfügung, ein Spieler ist nicht geimpft. Zumindest da gibt es Hoffnung, denn die Pläne für Änderungen der Corona-Verordnungen mit 3G-Regelung und negativem Test sollen noch vor dem Start der Rückrunde greifen. Neu dabei sind Umut Gözkan, der Defensivspieler kehrt aus Eisbergen nach Ahnsen zurück, und Vincent Struckmeier, der eine längere Pause hinter sich hat und seine Zeit brauchen wird.

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Aber Zoberbier lässt sich von der misslichen Lage mit verletzten und in Quarantäne befindlichen Spielern nicht schocken, hat schon einiges erlebt. „Wir haben mal mit dem FC Hevesen als Tabellenletzter und nur 13 Spielern in der Rückrunde 16 Punkte geholt und sind noch Siebter geworden. Aber so ein Phänomen lässt sich nicht einfach wiederholen, das Engagement muss auch in die Köpfe der Spieler rein, die müssen das wollen“, sagt der Coach. Taktische Raffinesse kann Zoberbier seinen Jungs nicht einimpfen, „wenn wir beim Training nur sechs Spieler und davon zwei Torhüter sind. Das ist für die Kreisliga einfach zu wenig.“

Das Anspruchsdenken bei einigen Spielern passt aber nicht zur abgelieferten Leistung. „Ich bin Trainer mit Leib und Seele, mache es gerne, sehe beim einen oder anderen auch Fortschritte. Aber ich kann doch keine Ansprüche stellen, wenn ich nur 20 Prozent der möglichen Einheiten absolviere. Wenn wir absteigen sollten, liegt die Schuld bei der Mannschaft, weil sie nicht verinnerlichen konnte, dass es mehr braucht als nur gegelte Haare.“

Konditionell sind die Jungs fit, da kann uns keiner das Wasser reichen

Für ein erstes Testspiel musste der Kreisligist nach Bünde ausrücken. Beim Tabellenführer der Herforder Kreisliga A gab es eine 3:7-Packung. Max-Luis Weihmann erzielte die Treffer der mit 13 Spielern angereisten Gäste. Immerhin. In den Punktspielen haben es die Ahnser nicht so mit dem Toreschießen, erst 23 Treffer stehen auf dem Konto. Viel zu wenig, um die Klasse zu halten. „Konditionell sind die Jungs fit, da kann uns keiner das Wasser reichen. Wir schießen bloß keine Tore, sind vorne nicht effektiv.“

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, auch darauf, dass die Mannschaft kapiert, worauf es ankommt. Zoberbier weiß es: „Kämpfen und punkten.“ Richten muss es jetzt ein anderer Coach.