23. September 2018 / 21:01 Uhr

Klatsche für VfB Lübeck II im Spitzenspiel

Klatsche für VfB Lübeck II im Spitzenspiel

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Todesfeldes Siegtorschütze Morten Liebert gegen Torben Franzenburg und Jark Lennart Decker.
Todesfeldes Siegtorschütze Morten Liebert gegen Torben Franzenburg und Jark Lennart Decker. © Agentur 54°
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SV Todesfelde trifft spät und festigt Tabellenplatz zwei gegen Heider SV

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Einen rabenschwarzen Tag hat der VfB Lübeck II erwischt. Der Oberliga-Neuling kam beim Überraschungsteam und Tabellendritten SV Frisia 03 Risum-Lindholm mit 0:4 unter die Räder. „Wir haben heute Lehrgeld gezahlt“, sagte der Lübecker U23-Interimscoach Michael Hopp.

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Viel Ballbesitz nutzt Lübeck nichts


Die Lindholmer sind die zweitstärkste Heimmannschaft der Liga (vier Siege in vier Spielen). Das bekamen auch die Gäste zu spüren. „Jetzt weiß ich auch warum“, meinte Hopp und fügte an: „Der Platz hier ist sehr holperig. Wir hatten zwar 70 Prozent Ballbesitz und haben wie beim Handball um den Sechzehner herumgespielt. Doch hat der Gegner einen sehr einfachen, unorthodoxen Fußball gespielt und uns somit immer wieder vor Probleme gerade mit ihren schnellen Leute vorne gestellt.“

Ex-VfBer mit dem Dosenöffner


Die Lübecker, bei denen Veysel Kara und Lucas Will zunächst geschont wurden, lagen schon nach sechs Minuten durch einen Treffer vom ehemaligen Eutiner Jannik Fust zurück. Kurz vor der Pause erhöhte Leif Carstensen (41.) dann per Strafstoß auf 2:0 – vorausgegangen war ein Foulspiel von Krenar Svirca an Fust. Nach dem Seitenwechsel versuchten VfB-Kapitän Hayri Akcasu & Co. zwar alles. Es fehlte aber die nötige Durchschlagskraft bei den Möglichkeiten von Til Weidemann und Samet Demircan.

Verschossener Strafstoß als I-Tüpfelchen


Die Gastgeber machten es besser und bauten das Ergebnis dank Lasse Paulsen (70.) und Finn Kalisch (86.) aus. Kurz darauf versäumte es der Lübecker Corvin Bock mit einem verschossenen Foulelfmeter (88., von Felix Stüwe an Weidemann verschuldet), Ergebniskosmetik zu betreiben. „Unser Sieg ist echt verdient. Das macht momentan richtig Spaß. Teamgeist, Zweikampfstärke und der Wille passen. Zudem waren die Tore richtig gut herausgespielt“, meinte Lindholms Torjäger Fust.

"Bessere Fußballer" verlieren gegen "große Kerle"


Hopp zeigte sich indes als fairer Verlierer. „Wir haben verdient verloren, weil wir den Kampf nicht angenommen haben. Die Lindholmer sind richtig große Kerle. Wir sind zwar die besseren Fußballer. Doch manchmal heißt das nichts“, resümierte der 38-Jährige. „Für uns heißt es jetzt Mund abwischen. Durch Niederlagen wirst du besser. Die Jungs konnten heute lernen, wie im Männerbereich Fußball gespielt wird.“

Wiedergutmachung beim "Meister der Meister-Cup"?


Obwohl die Lübecker nach fünf ungeschlagenen Spielen die höchste Saisonniederlage kassierten, stehen sie weiter auf einem guten vierten Tabellenplatz. Das nächste Pflichtspiel bestreitet die lübsche U23-Elf am kommenden Mittwoch im Wettbewerb Flens Cup „Meister der Meister“ beim Kreisligisten FSG Südstormarn (Bahnhofstraße in Grönwohld, 20 Uhr).

VfB Lübeck II: Spolert – Demircan (61. Will), Korup (69. Dagli), Gürsoy, Svirca, Kalfa – Bombek, Akcasu – Vogt (61. Kara), Weidemann, Bock.

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Später Sieg für SV Todesfelde


Das Spiel VfB Lübeck gegen Germania Egestorf/Langreder in Bildern:

Das 1:0 und das 5:2 für die Lübecker erzielte Dennis Hoins. Beide Male war der 26-Jährige per Distanzschuss erfolgreich, wobei Leon Dippert und Kresimir Matovina als Vorlagengeber Pate standen. Zur Galerie
Das 1:0 und das 5:2 für die Lübecker erzielte Dennis Hoins. Beide Male war der 26-Jährige per Distanzschuss erfolgreich, wobei Leon Dippert und Kresimir Matovina als Vorlagengeber Pate standen. ©

Beim SV Todesfelde durfte im Spiel gegen den Heider SV spät gejubelt werden. Schon in der ersten Halbzeit machte der Gastgeber Druck und hatte deutlich mehr Spielanteile, konnte jedoch zahlreiche Chancen nicht nutzen. Wie zum Beispiel, als Emanuel Bento aus 14 Metern frei vor dem HSV-Tor per Volley abschließt und nur durch das Bein von Heides Momo Franck am Erfolg gehindert werden kann. Oder als Morten Liebert aus fünf Metern Entfernung über das Tor zielt (18., 19.). Obwohl kein Tor dabei heraussprang, spielte Todesfelde mit dem Selbstvertrauen der erfolgreichen letzten Wochen und ließ im ersten Durchgang keine nennenswerte Chance für die Gäste zu.

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Nach Wiederanpfiff kam jedoch auch Heide besser aus der Kabine und kann sich mehr Spielanteile erarbeiten, ohne jedoch zwingend vor das Tor von SVT-Schlussmann Fabian Öser zu kommen. Kurz vor Schluss belohnen sich die Männer von Trainer Sven Tramm dann doch noch. Todesfelde bekommt einen Elfmeter zugesprochen, den Liebert eiskalt verwandelt und so den Sieg für "Tofe" unter Dach und Fach bringt (84.).

Tramm zeigte sich nach dem Spiel gegenüber dem Sportbuzzer trotz des knappen Sieges rundum zufrieden: "Ich denke, dass das ein richtig gutes Spiel von uns war und wir in der ersten Halbzeit klar die bessere Mannschaft waren. In den ersten zwanzig Minuten der zweiten Halbzeit war es ein Spiel auf Augenhöhe, aber dann bekommen wir zu Recht einen Elfmeter, weswegen der Sieg am Ende auch verdient ist." dp