11. Oktober 2019 / 16:09 Uhr

Doppelt goldenes Händchen: Klaus Friedrich ist der Talente-Entdecker des Ludwigsfelder FC

Doppelt goldenes Händchen: Klaus Friedrich ist der Talente-Entdecker des Ludwigsfelder FC

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Arne Maier (l.) gehörte in der abgelaufenen Saison zu den Stammspielern bei Hertha BSC, in der Jugend spielte er für den Ludwigsfelder FC. Gina Maria Chmielinski ist die Spielmacherin von Fußball-Bundesligist Turb
Arne Maier (l.) gehörte in der abgelaufenen Saison zu den Stammspielern bei Hertha BSC, in der Jugend spielte er für den Ludwigsfelder FC. Gina Maria Chmielinski ist die Spielmacherin von Fußball-Bundesligist Turb
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Serie "Die Entdecker": Klaus Friedrich war der erste Trainer der Bundesliga-Profis Arne Maier (Hertha BSC) und Gina Chmielinski (Turbine Potsdam) beim Ludwigsfelder FC.

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Als kleines Mädchen hatte Gina Chmielinski einen Vorteil bei Klaus Friedrich. „Er hat mich immer ein bisschen bevorzugt behandelt. Ich musste zur Bestrafung keine Linienläufe machen wie die Jungs, ich war also ein kleiner Trainerliebling“, erzählt die Fußballerin von Bundesligist Turbine Potsdam. Friedrich hat es genauso in Erinnerung: „Die Mädchen hatten Vorrang, weil es ja meist nur ein oder zwei waren“, sagt der 76-Jährige.

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Klaus Friedrich (l.) mit Marcel Penquitt, Präsident des Ludwigsfelder FC, bei der Verabschiedung im vergangenen Jahr.
Klaus Friedrich (l.) mit Marcel Penquitt, Präsident des Ludwigsfelder FC, bei der Verabschiedung im vergangenen Jahr. © Verein

Mit vier Jahren fing Gina Chmielinski beim Ludwigsfelder FC an, eine Mädchenmannschaft gab es damals nicht. „Es war schon schwierig, immer nur mit Jungs zu spielen. Er hat mich immer wieder motiviert, hat mir eine Chance gegeben, auch wenn ich noch kleiner, ein bisschen schwächer und vielleicht noch nicht so gut am Ball war, hat er irgendwas in mir gesehen“, erzählt die 19-Jährige. „Sie hat Lust gehabt auf Fußball, das hat man gemerkt. Sie konnte bis auf ein, zwei, mit allen Jungs mithalten“, sagt Friedrich.

In Bildern: Das ist der Kader des Bundesligisten 1. FFC Turbine Potsdam.

<b>Torhüterin:</b> Zala Mersnik, 07.06.2001, im Team seit 2019. Zur Galerie
Torhüterin: Zala Mersnik, 07.06.2001, im Team seit 2019. © Mediengruppe Thiel/Jennifer Schröder

Dass sie Talent hat, bewies Gina Chmielinski schon in frühen Jahren. Von der U15 bis U19 durchlief sie alle Jugendmannschaften des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), nachdem sie in der 7. Klasse an die Potsdamer Sportschule gewechselt war. Mit 16 Jahren gab sie ihr Bundesliga-Debüt, heute ist sie Stammspielerin bei den Turbinen, die am Sonntag (14 Uhr) den SC Freiburg erwarten. „Er war der Grund, warum ich überhaupt weitergemacht habe. Er war ein sehr inspirierender Trainer, dem ich viel zu verdanken habe“, sagt sie im Rückblick.

Doch nicht nur Gina Chmielinski ging durch die Schule des Jugendtrainers, der insgesamt 48 Jahre für den LFC aktiv war und vor einem Jahr verabschiedet wurde. Auch Hertha-Mittelfeldspieler Arne Maier bekam seine ersten Vereins-Trainingseinheiten bei Friedrich. „Er war von Anfang an besser als die anderen“, sagt Friedrich über Maier, der in der vergangenen Saison Stammspieler beim Berliner Bundesligisten war, in dieser Saison aber wegen Verletzungen noch nicht zum Einsatz kam. Maier erinnert sich: „Das ist ja tatsächlich schon sehr lange her, weil ich früh mit Fußball begonnen habe. Aber ich erinnere mich, dass er ein guter Typ war und ich sehr gerne zu ihm ins Training gegangen bin.“ Mit der G-Jugend der Ludwigsfelder wurde er zweimal Kreismeister, mit der F-Jugend sogar Landesmeister. Schnell wurde Hertha BSC aufmerksam, zum 1. Januar 2008 ging es für Maier zum Hauptstadtclub nach Berlin.

In Bildern: 64 ehemalige Spieler der Hertha BSC-Akademie – und was aus ihnen wurde.

Jerome Boateng (v.l.), Alexander Madlung und Sejad Salihovic sind nur drei prominente Beispiele für ehemalige Akademie-Spieler von Hertha BSC. Klickt euch durch unsere Galerie und erfahrt, welche Spieler den Sprung von den Hertha-Bubis in den Profifußball geschafft haben! Zur Galerie
Jerome Boateng (v.l.), Alexander Madlung und Sejad Salihovic sind nur drei prominente Beispiele für ehemalige Akademie-Spieler von Hertha BSC. Klickt euch durch unsere Galerie und erfahrt, welche Spieler den Sprung von den Hertha-Bubis in den Profifußball geschafft haben! ©

Friedrich, der beim LFC lange Jahre den jüngsten Jahrgang trainierte, hat eine eindeutige Philosophie. „Bei mir lernt man, wie man den Ball annimmt, die Technik. Ich war nie einer, der auf das Kämpfen und Engagement Wert gelegt hat. Die Kleinen müssen die Grundlagen lernen. Dass man einen Ball annimmt und genau zurückspielt und nicht zwei Meter daneben“, sagt Friedrich. „Für mich gilt, wenn ich so kleine Fußballer kriege, kriegen sie einen Ball. Kraft und Sprint, das war nicht so mein Stil“, erzählt der Ludwigsfelder, der zu Arne Maier zwar keinen Kontakt mehr hat, aber die Großeltern ab und an noch trifft. „Die Kleinen darf man nicht zu hoch heben, das bringt nichts, das kann daneben gehen“, sagt Friedrich – bei Gina Chmielinski und Arne Maier ging es gut.