06. April 2021 / 13:33 Uhr

Klaus Matthews lebt für den SV Pepelow

Klaus Matthews lebt für den SV Pepelow

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Seit 1993 beim SV Pepelow. Als Sportwart hat er neben der Rasenpflege noch viele weitere Aufgaben.
Seit 1993 beim SV Pepelow. Als Sportwart hat er neben der Rasenpflege noch viele weitere Aufgaben. © Johannes Weber
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Seit fast drei Jahrzehnten engagiert sich Klaus Matthews ehrenamtlich beim Fußball-Kreisligisten an der Ostsee. Der 69-Jährige hat schon viele verschiedene Funktionen im Klub ausgeübt. Auch seine Familie nimmt aktiv am Vereinsleben teil.

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Dieser Artikel ist Teil des Aktionsbündnis #GABFAF. Mehr Informationen auf gabfaf.de.

Dass Klaus Matthews den SV Pepelow lebt, wird ziemlich schnell klar. Der Sportwart des Kreisligisten trägt einen dunklen Pullover mit hellblauer Aufschrift des Vereins auf der Vorderseite. Der Ur-Pepelower hat auf der Sportanlage des Klubs alles im Blick. Matthews trägt einen Schlüssel bei sich. Er geht zu einem Zauntor vor dem Fußballplatz und schließt es ein wenig wehmütig auf. Anschließend folgt ein sehnsüchtiger Blick auf das gesamte Feld. Schon seit fünf Monaten ist hier aufgrund der Corona-Pandemie kein Ball mehr über die Grashalme gerollt. „Wenn wir Corona nicht hätten, dann wäre hier am Wochenende was los“, konstatiert Matthews.

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Er nennt sich „das Mädchen für alles“ beim SV Pepelow. Beim Klub aus dem Nordwesten des Landkreises Rostock, direkt an der Ostsee gelegen, kümmert sich Matthews nicht nur um die Rasenpflege des Sportplatzes. Auch rund um die Anlage bemüht er sich mit weiteren Vereinsmitgliedern, alles ordentlich zu halten. „Aber auch innen - die Kabinen, Duschräume und Toiletten - muss alles sauber sein“, zählt der 69-Jährige weitere Aufgaben auf. „Die Arbeit mache ich gerne. Im Verein habe ich auch eine gute Unterstützung.“

Von Anfang an dabei

Den ganzen Aufwand beim SVP leistet Matthews seit fast drei Jahrzehnten ehrenamtlich. Wenige Wochen nach der Vereinsgründung 1993 ist er eingetreten und begann als Nachwuchscoach. „Wir hatten 15 bis 16 Kinder, die Fußball spielen wollten. Da haben wir uns entschlossen, eine D-Jugend zu gründen.“

Matthews ist in Pepelow aufgewachsen. Bis auf acht Jahre in Greifswald hat er schon immer in dem Dorf gelebt. In den 70er-Jahren wirkte Matthews erstmals beim SV Pepelow mit. In den 80er-Jahren kam das Vereinsleben für ein Jahrzehnt zum Stillstand. Im Nachbardorf Rakow wurde ein Herrenteam ins Leben gerufen. „Das hat nicht funktioniert, dass zwei kleine Dörfer jeweils eine Mannschaft hatten. Dadurch waren später auch zu wenig Spieler beim SV Pepelow“, blickt Matthews zurück.

Der zweifache Familienvater freute sich, dass der SV Pepelow ab 1993 wieder an den Start ging. Bei den Kickern vom Salzhaff fungierte Matthews ab 2001 als Coach der ersten Herrenmannschaft. In seiner 17-jährigen Amtszeit erlebte er zwei Aufstiege in die Kreisliga, aber auch zwei Abstiege. Als Trainer habe er die Jungs immer gefordert. „Nach dem Spiel konnte ich den Ernst aber beiseitelegen“, sagt der gebürtige Neubukower.

Die nächste Generation

2018 endete seine Ära an der Seitenlinie. Mit André Tylla übernahm die jüngere Generation. Der heute 38-Jährige und der vor zwei Jahren neu gewählte Klubvorsitzende Tobias Quaas (37) wollen den Verein voranbringen. Tylla arbeitet mit der SVP-Elf am ersten Kreisoberliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte. Als Tabellenführer der Kreisliga Warnow Staffel I waren die Pepelower Anfang November in die Corona-Unterbrechung gegangen.

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„André und Tobi machen das schon sehr eifrig“, bewertet Klaus Matthews. Er ist froh, dass sich zwei junge und dynamische Leute gefunden hätten, die die bestehenden Strukturen des Vereins weiterführen. „So einen guten Übergang gibt es nicht in allen Vereinen.“

Woran das liegt, dass sich nur noch wenige junge Leute für das Ehrenamt begeistern, vermag Matthews nicht zu sagen. Seiner Meinung nach haben sich die Zeiten geändert. „Vielleicht liegt es an der Motivation. Ich bin nicht so eingestellt, dass man sagt, dass früher alles besser war“, sagt er.

Generell kommt für ihn Jammern aber nicht infrage. Matthews ist ein positiver Mensch. Seinen Optimismus ließ er sich auch nicht nehmen, als ihn eine Arthrose im Knie vor zehn Jahren zur Frührente zwang. Über 40 Jahre arbeitete der Mecklenburger auf dem Bau. Daher weiß er auch, was schwere Arbeit bedeutet.

Ehrenamts-Sonderpreis

Der große Einsatz für den SV Pepelow kommt somit nicht von ungefähr. Für seine Anstrengungen beim SVP wurde Matthews auf dem Neujahrsempfang des Landesfußballverbandes im Januar 2020 mit einem Ehrenamts-Sonderpreis geehrt. Vor allem Quaas, aber auch Tylla und viele weitere Personen im Verein hatten sich dafür eingesetzt, dass das Engagement des Rentners gewürdigt wurde.

Die Auszeichnung war für Matthews kein Grund, fortan weniger zu machen. Er ist bemüht die Sportanlage stets in gutem Zustand zu halten. Der ehemalige Übungsleiter betont, dass er während seiner Trainertätigkeit noch viel mehr Zeit auf dem Vereinsareal verbracht hat. Er wohnt nur unweit des Sportplatzes.

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Kein Spiel ohne Familie Matthews

Von Ehefrau Edith gab es die ganze Zeit volle Rückendeckung für das Engagement ihres Mannes. Beide sind seit mehr als vier Jahrzehnten verheiratet. „Eine Frau muss das alles mitmachen, ansonsten gibt es nur Streit und Zank zu Hause. Daher gilt auch ihr ein großer Dank, dass sie das schon so lange mitmacht“, sagt Klaus Matthews. Seine Gattin ist auch im Verein aktiv und sorgt bei den Heimspielen für den Verkauf von Speisen und Getränken. Unterstützt wird sie von Tochter Doreen. Sohn Stefan ist beim SVP als Spieler gemeldet.

Für die Zukunft wünscht sich Klaus Matthews, dass seine gesamte Familie gesund bleibt. Selbst wird der vierfache Opa in diesem Jahr noch 70 Jahre alt. Ans Aufhören beim SV Pepelow denkt er noch nicht: „Ich will das noch so lange wie möglich machen.“